»Finanzielle Spielräume im Sozialbereich werden enger«

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

VdK Oberkirch bilanziert wachsende Mitgliederzahl / Zahlreiche Ehrungen

Knapp 300 Mitglieder zählt der Sozialverband VdK in Oberkirch. Die steigende Zahl der Mitglieder wurde im Rahmen der Jahresabschlussfeier als Reaktion auf steigende soziale Probleme gedeutet.

 

Die Ehrung verdienter Mitglieder stand im Mittelpunkt der Jahresabschlussfeier des VdK Oberkirch am Donnerstagabend im Gasthof »Pflug« Vorsitzender Wolfgang Lacherbauer konnte eine erfreuliche Mitteilung machen: Der VdK verzeichnete 2010 bislang 44 Neueintritte, die Gesamtzahl der Mitglieder stieg damit auf knapp 300. »Diese Entwicklung zeigt, dass immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft Beratung und Hilfestellung brauchen, wenn es darum geht, ihre Rechte geltend zu machen«, erläuterte Lacherbauer.
Engagiert
Der Vorsitzende nahm die Ehrung langjähriger Mitglieder vor. Für je zehn Jahre wurden Edgar Doll, Wolfgang Klumpp, Klaus Rintschler, Lioba Rintschler, Elisabeth Rogaczewski und Elisabeth Müller mit dem Treueabzeichen in Silber und der Urkunde ausgezeichnet. Seit 40 Jahren sind Maria Herzig und Irmgard Huber im Oberkircher VdK, seit 50 Jahren Walter Neumann. Sie konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Feier teilnehmen.
Wolfgang Lacherbauer erinnerte daran, dass in den Jahren 1947 und 1948 erste Selbsthilfegruppen gegründet wurden, aus denen dann der VdK hervorging. Er firmierte unter dem Namen »Verband der Kriegsbeschädigten«. Unter den Gründungsmitgliedern waren auch drei Frauen, die für über 60-jährige Treue zum VdK geehrt werden sollten. Doch auch sie konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Feier teilnehmen: An­dreas Decker, Elfriede Förster und Rosa Huber.
Die Glückwünsche der Stadt an die Jubilare überbrachte Bürgermeister Franz Müller. »Die finanziellen Spielräume werden in den kommenden Jahren enger«, betonte er. Umso wichtiger sei es, dass es Leute gibt, die sich ehrenamtlich einsetzen. Gerade die älteren Mitglieder des VdK, die den Krieg miterlebt haben, könnten ermessen, was es bedeute, in Mitteleuropa nun schon 65 Jahre in Frieden zu leben.
In der schwierigen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg vermittelte die Gemeinschaft im VdK Zuversicht und Mut. »Heute sind es andere Aufgaben, die sich der Verband gesetzt hat«, erinnerte Müller. Es gehe um Hilfestellung und Rat im gesamten sozialen Bereich.
»Aufstrebender Verein«
Bruno Rössner, Vorsitzender des VdK-Kreisverbands, stellte den VdK als »aufstrebenden Verein« vor. Sowohl auf Kreis-, als auch auf Landesebene stiegen die Mitgliederzahlen. Auf Bundesebene liegen sie bei derzeit insgesamt rund 1,6 Millionen. Den Grund hierfür sah Rössner in der schwierigen sozialen Lage vieler Menschen. Auch die Zukunft sehe düster aus, betonte der Kreisvorsitzende, denn im sozialen Bereich werde weiter gespart.
Am Beispiel Baden-Württembergs zeigte Rössner auf, dass durch Rechtsbeistand für die Mitglieder über zehn Millionen Euro an berechtigten Ansprüchen durchgesetzt werden konnten. Ohne VdK wäre dieser Beitrag geringer gewesen. Aus der politischen Landschaft sei der VdK heute nicht mehr wegzudenken.

STICHWORT
VdK Oberkirch
Ziele: Interessenvertretung der Mitglieder gegenüber Behörden und Ämtern, Rechtsberatung

Schwerpunkte der Aktivitäten: Informationsveranstaltungen, Ausflüge

Mitgliederzahl: 300

Kontakt: Vorsitzender Wolfgang Lacherbauer, Hohlbäumle 30, 77704 Oberkirch-Zusenhofen,
0 78 05/91 22 34

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Bürgermeister Franz Müller (links), Kreisverbandsvorsitzender Bruno Rössner (2. von links) und Wolfgang Lacherbauer (4. von rechts) mit den verdienten Mitgliedern des VdK Oberkirch (von links) Edgar Doll, Wolfgang Klumpp, Elisabeth Rogaczewski

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