Mummelsee sorgt für Skispaß

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Behörden genehmigen am Seibelseckle vier Schneekanonen, die mit Mummelseewasser gespeist werden

400 000 Euro investiert die Waldgenossenschaft Seebach in den Betrieb von vier Schneekanonen am Skihang am Seibelseckle. Die Beschneiung ist nun offiziell genehmigt worden. Skifahrer sollen sich darauf verlassen können, dass es sich dort im Winter gut wedeln lässt.

 

20 Zentimeter Naturschnee und darüber Kunstschnee aus der Kanone. Das ist für Markus Huber das Nonplusultra. Er muss es wissen. Er ist Chef des Skiclubs Seebach und stellvertretender Geschäftsführer der Waldgenossenschaft Seebach, die den Skihang am Seibelseckle betreibt Auch war er die vier Jahre des Probebetriebs mit Schneekanonen an vorderster Front dabei, hat die dafür nötigen Leitungen mitverlegt und fährt schon mal nachts von 22 bis 1 Uhr mit der Pistenraupe, um die Piste für den nächsten Tag zu präparieren.
»Wenn das obligatorische Nikolaus-Tauwetter kommt, ist der Naturschnee schnell weg, er enthält viel Luft. Der Kunstschnee ist viel schwerer und bleibt länger liegen«, erklärt Huber. Daher wird derzeit beschneit, was das Zeug hält, vor allem nachts – noch im Teilbetrieb. Auch nachts muss jemand da sein. Wenn der Wind dreht, muss die Kanone umgestellt werden. Die Schneegischt ist am wirksamsten, wenn sie weit streut. Voraussetzung ist eine Temperatur von höchstens minus 2 Grad, ideal sind vier bis fünf Grad minus. Es werden sogar Schneevorräte angelegt. Denn zwischen Weihnachten und Dreikönig macht der Skilift seinen halben Jahresumsatz.
Ausgleich schaffen
Wie Huber gestern mit dem Vorsitzenden der Waldgenossenschaft, Rupert Rösch, und Seebachs Bürgermeister Reinhard Schmälzle vor Ort verkündete, dürfen nun offiziell vier Schneekanonen in Betrieb gehen. Die Behörden (siehe Stichwort) genehmigten, dass die Strom-, Daten- und Wasserleitungen am Westhang im Waldrandbereich gezogen werden dürfen, wo Orkan Lothar sowieso seine Spuren hinterlassen hat. Als Ausgleich legen die Waldgenossen oben am Hang, der als Biotop ausgewiesen ist, 1600 Quadratmeter Borstgrasrasen an und pflegen das Gehölz am Ecklebach.
Viele Vorarbeiten sind schon geleistet, um das Biotop zu schützen, mussten am Fuß des Hangs die Leitungen umständlich um den Parkplatz gezogen werden. Das Wasser zur Beschneiung stammt aus dem Mummelsee, es wird über die Wasserkraftanlage und die neue Pumpanlage am Skilift transportiert und erwärmt sich dabei geringfügig. Laut Schmälzle ist das Wasser völlig unbelastet und kalklos. Ein Kubikmeter Wasser ergibt 2,2 Kubikmeter Schnee. Komplett fertig gebaut wird die Anlage nach dieser Wintersaison.
400 000 Euro, ohne Fördermittel und per Darlehen finanziert, investiert die Waldgenossenschaft in die Beschneiung, die in Zukunft für schwarze Zahlen sorgen soll, noch ist der Skilift ein Zuschussbetrieb. Personal, TÜV oder auch die Pacht für den Hang, der dem Land gehört, schlagen teuer zu Buche. Rund 1500 ehrenamtliche Stunden stecken in der Vorbereitung. Laut Schmälzle sei der 1967 gebaute Skilift, den viele Skiclubs nutzen, mit dem großen zusammenhängenden Langlaufgebiet sehr wichtig für den Tourismus.

STICHWORT
Einen langen Weg beschritten
Rupert Rösch, Vorsitzender der Waldgenossenschaft Seebach, hatte schon vor 20 Jahren die Idee, den Hang am Seibelseckle künstlich zu beschneien, um grüne Flecken zu bedecken und durchgängig Skisport zu ermöglichen. Doch damals schien das technisch nicht machbar.
2005 wurden die Planungen konkreter, 2006 stellte der Skiclub Seebach einen Antrag, in den folgenden vier Wintern wurden im Probebetrieb die geeignetsten Schneekanonen ermittelt.
Da mitten durch den Hang die Grenze zwischen Baden und Württemberg verläuft, mussten Abstimmungen mit den Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe, den Landkreisen Offenburg und Freudenstadt sowie den Gemeinden Seebach und Baiersbronn insbesondere in Sachen Forst und Naturschutz getroffen werden. Nun ist die Genehmigung da, im kommenden Sommer beginnen die letzten Arbeiten.

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Die Schneekanonen am Seibelseckle sind genehmigt. Die komplette Anlage ist allerdings erst für die Saison 2011/12 fertig. Das freut (von links) Seebachs Bürgermeister Reinhard Schmälzle sowie Markus Huber und Rupert Rösch von der Waldgenossenschaft Seebach

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Veröffentlicht in Seebach

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