Der Gemeinde auf den Zahn fühlen
Pfarrgemeinderat will gegenseitigen Dialog
»Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.« Dieses Zitat des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry stand zu Beginn des Klausurwochenendes des Sasbacher Pfarrgemeinderates – und es zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung.
Im Verlauf der Klausur, die im Bildungs- und Exerzitienhaus Hochfelden unter Vorsitz von Josef Striebel stattfand, entwickelte sich daraus ein konkreter Wunsch: Der Pfarrgemeinderat – und mit ihm insbesondere Pfarrer Jens Bader – will die spirituellen Bedürfnisse seiner Mitglieder erfahren, um sie in der täglichen pastoralen und seelsorgerischen Arbeit besser zu berücksichtigen.
Hierbei soll es aber nicht allein um praktische Probleme und Wünsche gehen, sondern auch darum, welche religiösen und geistlichen Wünsche die Menschen haben und welche Erwartungen sie an die Pfarrei stellen.
Im Gespräch bleiben
Konkret soll in künftigen Sitzungen ein fester Tagesordnungspunkt eingeführt werden, bei dem Anregungen und Wünsche thematisiert werden, die dem Pfarrgemeinderat von Mitgliedern der Gemeinde aufgetragen wurden. Außerdem sollen die Mitglieder des Pfarrgemeinderats bewusst das persönliche Gespräch suchen, um ein besseres Gespür für die Bedürfnisse der Mitglieder zu bekommen.
Andererseits wünscht sich der Pfarrgemeinderat, dass die Menschen in der Gemeinde selbst die Initiative ergreifen. Sie sollen von sich aus auf das Gremium zukommen und ihre Fragen, Wünsche, Anregungen und Kritik mitteilen
Um dies zu erreichen, möchte man Impulse an Gruppierungen wie die Frauengemeinschaft, die Ministranten oder den Martinskreis geben. Damit dies gelingen kann, will der Pfarrgemeinderat Räume anbieten und Kontakte für künftige Veranstaltungen herstellen.
Weniger im Ehrenamt
Ein drängendes Problem bietet sich der Gemeinde unterdessen beim Kinderwortgottesdienstes: Der Pfarrgemeinderat beklagte das Fehlen von ehrenamtlichen Mitarbeitern, die den Kinderwortgottesdienst vorbereiten und leiten. Zudem stellten die Mitglieder fest, dass immer weniger Menschen bereit seien, sich für den Glauben zu begeistern oder sich für ein Ehrenamt zu verpflichten. Tröstend wirkte da der Hinweis von Pfarrer Jens Bader, Jesus habe auch nicht »flächendeckend« gearbeitet, sondern sei gezielt auf die Menschen zugegangen. Die Bemerkung des Pfarrers zielt darauf ab, Gelassenheit und Zuversicht verbreiten – auch wenn die Lage für die Kirche und ihre Mitarbeiter momentan nicht leicht ist.
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