Frischekur für eine »alte Dame«

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Die in die Jahre gekommene Villa Benz wird für 120 000 Euro saniert / Sogar ein Papst hat dort gewohnt

Die Villa Benz in Sasbach wird zurzeit für rund 120 000 Euro saniert. In diesem Gebäude soll sogar der spätere Papst Pius XII. gewohnt haben

 

Die Villa Benz, gebaut 1907 – sie gehört zu den historischen Gebäuden der Heimschule Lender – ist in die Jahre gekommen. Deshalb wird sie zurzeit mit einem Volumen von 120 000 Euro saniert In diesem Betrag sind 25 000 Euro aus der Stiftung der Vereinigung der Altsasbacher enthalten, alles weitere finanziert die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg. Die Arbeiten werden von örtlichen Firmen ausgeführt, die Bauleitung hat Architekt Josef Straub.
Ein Teil der Maßnahme umfasst eine energetische Sanierung des Gebäudes vor allem im Bereich des Dachgeschosses, hier werden auch in einigen Räumen die Dachschrägen zurückgebaut. Dies dient ebenso zur besseren Nutzung der Zimmer wie der Einbau einer Dachgaube. Die Elektrik wird so ergänzt, dass in allen Räumen EDV möglich ist.
Dielen werden freigelegt
In manchen Räumen und im Treppenhaus werden die Böden so überarbeitet, dass die alten Dielen freigelegt und erhalten beziehungsweise ein neuer Holzbelag eingebaut wird. Weitere Maßnahmen umfassen etwas den Rückbau von vier Schornsteinen oder die Erneuerung von Türblättern. Das Geld der Altsasbacher soll für die Innenausstattung und Möblierung verwendet werden, damit die Schüler in einer noch schöneren Atmosphäre lesen, arbeiten und Bücher ausleihen können.
Die »Villa Benz« muss aufgrund ihrer luxuriösen Bauweise für Aufsehen gesorgt haben. Ihrem Bau hatte Franz Xaver Lender nur mit Widerwillen zugestimmt, denn Direktor Hermann Schindler benötigte eine Wohnung, und der Schulgründer wollte es sich mit dem Kollegen nach aufgekommenen »Funkstörungen« nicht noch weiter verscherzen

Hinzu kam, dass einige Jahre zuvor die Schul- und Internatsgebäude um einige Baumaßnahmen erweitert wurden und Lender keine Lust mehr hatte, weiter Geld auszugeben.
Jedenfalls wurde die Villa gebaut und der Direktor zog mit seinen beiden Schwestern ein, auch eine »Zugehfrau« arbeitete im Haushalt mit. Lender verlangte keine Miete, wohl aber musste der Direktor im Obergeschoss mehrere wohlhabende Schüler mit Vollpension aufnehmen.
Hoher Besuch im Haus
Es ist auch überliefert, dass Schindler in der Schweiz einen gewissen Eugenio Pacelli kennen lernte und ihn zu sich nach Sasbach einlud. Der hohe Gast wurde später zum Papst gewählt und nannte sich Pius XII.
Ihren Namen hat die Villa von Direktor Wilhelm Benz, der zu Beginn des Schuljahres 1938/40 wohl aufgrund seiner staatlichen Examen als einziger Priester an der Lender bleiben durfte, alle anderen mussten auf Druck der »Partei« die Schule verlassen. Zur religiösen Betreuung der Schüler gehörte damals das Angebot, dass die »Lenderbuben« Bücher ausleihen können. Doch als die Partei plante, auch in der Lenderschen Schulbibliothek nach »anrüchigen« Büchern zu suchen, ließ Benz eine große Anzahl von Büchern mit dem Stempel »Bibl.(thek)Benz« versehen und damit als »sein« Eigentum kennzeichnen. Jungsasbacher, die nach dem Krieg mit dieser Bezeichnung nichts mehr anfangen konnten, gaben daher Direktor Benz den Übernamen »Bibel Benz«. Da auch dieser Direktor noch in dem Gebäude wohnte, bekam es den Namen Villa Benz.

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Dieses als Villa Benz bekannte Gebäude an der Lenderschule ist 103 Jahre alt und wird derzeit mit einem Volumen von 120 000 Euro saniert.

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Veröffentlicht in Sasbach

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