»Das Konzept muss stimmen«
Pflegeeinrichtungen im Renchtal sehen eventuelle neue Seniorenresidenz nicht ausnahmslos skeptisch
Zwar ist es noch nicht offiziell, doch die Zeichen deuten stark darauf hin, dass in Oberkirch eine weitere Einrichtung zur Aufnahme alter Menschen entstehen wird. Die Frage ist, ob das Tal ein weiteres Haus dieser Art verkraftet.
Die Gerüchte verbreiten sich nicht nur in Fachkreisen: Auf dem Gelände der früheren Conti oder auf jenem des früheren Kindergartens der französischen Garnison ist eine Seniorenresidenz geplant. Offen scheint dabei weniger die Frage ob, oder ob nicht; diskutiert wird allem Anschein nach nur das Wo
Allerdings ist das Renchtal alles andere als ein weißer Fleck auf der Karte der Seniorenpflege und des -wohnens. Und, so ist überall zu hören, der Kuchen im Bereich stationäre Pflege wird immer kleiner. Manfred Roth, Leiter des Oppenauer Vicentiushauses und des Bruderparks, bringt es auf den Punkt: »Wenn ein Pflegeheim kommt, dann bedeutet dies einen weiteren Wettbewerber, der ein Stück vom Kuchen abknabbert.«
Waltraud Bickel, die das Altenpflegeheim St. Josef in Oberkirch leitet, sieht es ähnlich: »Mein Eindruck ist der, dass die Nachfrage nach stationärer Pflege ohnehin geringer wird.« Und sie bringt eine ihrer Aufgaben als Leiterin sachlich auf den Punkt: »Natürlich zählt es zu meiner Verantwortung, dass unser Haus belegt ist.«
Schnell ein Pflegeplatz
Das macht es für die Pflegeeinrichtungen im Tal schwieriger; andere jedoch profitieren davon. Martina Hodapp etwa, die in Oberkirch im Weingärtnerhaus keine Vollzeitpflege anbietet, sagt: »Für Bewohner, die einen stationären Pflegeplatz benötigen, bekommen wir mittlerweile auch schnell einen.« Schwarz muss ein eventueller Bauherr einer Seniorenresidenz jedoch nicht unbedingt sehen, so Hodapps Einschätzung. »Das Renchtal kann durchaus eine weitere Einrichtung für Senioren vertragen. Der Bedarf ist da.
Voraussetzung ist jedoch, dass das Konzept stimmt.« Dies sieht sie gewährleistet, wenn es sich beispielsweise um betreutes Altenwohnen mit zuverlässiger Betreuung handelt. »Es muss schon die ganztägige Erreichbarkeit des Betreuungspersonals gewährleistet sein.
Sonst wäre es eine Mogelpackung.«
Eine Wohnanlage könnte zudem wohl auch auf einen weit gestreuten Kreis an Interessenten hoffen. Manfred Roth, der inklusive der Kurzzeitpflege rund 100 stationäre Plätze anbieten kann und daneben 55 betreute Wohnungen, hat nämlich beobachtet: »Der Platz für die stationäre Pflege wird eher wohnortnah gewählt. Bei den Wohnungen kommen die Menschen häufig von weiter her. Sie haben bei Urlauben oft die Schönheit des Renchtals schätzen gelernt und verbringen ihren Lebensabend dann bei uns.«
| Die Pflege alter Menschen nimmt im stationären Bereich mehr und mehr palliativen Charakter an. |
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