Bürger gingen mit Tatkraft und Teamgeist ans Werk
30 Renchtäler machten mit bei der Aktion »Ein halber Tag für unsere Natur«
Mit Spaten, Hacken und Rebscheren setzten am Samstag rund 30 Bürger aus dem Renchtal ein Zeichen für den Umweltschutz. Sie pflanzten im Rahmen der Oberkircher Aktion »Ein halber Tag für unsere Natur« 240 heimische Sträucher.
»Es wird viel über den Umweltschutz geredet, aber wenig getan«, ist die Erfahrung von Helmut Bohnert Der Ulmer Landwirt, der mit dem Gebrauch von Hacke, Spaten und Rebschere vertraut ist, hat sich daher, wie rund 30 weitere Bürger, am Samstag zur Pflanzaktion angemeldet, die vom Oberkircher Ausschuss für Natur- und Umweltschutz organisiert worden war. Mit seinen beiden Töchtern Luisa und Silke bildete er ein homogenes Team, das am Stangenbach in Müllen im Akkord einen Strauch nach dem anderen pflanzte. Auf dem heimischen Hof, so erklärte Bohnert, habe die Familie genug zu tun. Aber nicht nur die Tatkraft, sondern auch die Neugier hätte ihn zum Mitmachen motiviert. »Als Bauern wollen wir sehen, was die Stadt für den Umweltschutz macht«, verriet er. Und so wohnte er bereits der jüngsten Begehung des Weidenbaches bei. Es habe ihn beeindruckt, wie sich die Firma Koehler dort für die Natur einsetze.
Überrascht
Der große Einsatz der Aktionsteilnehmer hat deren verhältnismäßig kleine Zahl wieder aufgewogen. 2009 konnte Oberkirchs Umweltbeauftragter Georg Schäffner mit 50, 2008 sogar mit 90 Bürgern planen. Er war daher sichtlich überrascht, als nach nicht einmal zwei Stunden, als die Sonne den Zenit erreichte, die 240 Sträucher fachgerecht im Boden steckten. »Dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht«, meinte er verblüfft.
Die Teilnehmer, alle gut gerüstet mit Spaten, Hacke, Rebschere und festem Schuhwerk, hatten sich nach einer Besprechung am Bauhof in zwei Gruppen aufgeteilt.
Die erste Gruppe bepflanzte unter der Leitung von Stadtrat Frank Hellstern und Karl Harz zwei Uferabschnitte am Stangenbach mit heimischen Sträuchern wie Hartriegel, Gewöhnlicher Schneeball, Liguster, Pfaffenhütchen, Purpur-Weide, Schwarzer Holunder, Faulbaum und Hasel.
Die zweite Gruppe folgte Georg Schäffner und Meinrad Heinrich ans ehemalige Renchufer im Gewann Schwarzhof südlich der Kläranlage, das zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen eine Böschung ausbildet. In zahlreichen Aktionen des Bauhofs und der Oberkircher Bund-Gruppe wurde auf der knapp zwei Kilometer langen Böschung ein Biotop mit Feldhecken angelegt. Durch die Aktion konnte es nun komplettiert werden.
»Für die Zukunft«
Beide Projekte sollen der Biotopvernetzung rund um Oberkirch Vorschub leisten und damit der heimischen Flora und Fauna ermöglichen sich auszubreiten. Oft ist das Überleben einer Art von der Vernetzung ihres Lebensraums abhängig. »Man kann nicht früh genug damit anfangen, die Kinder mit der Umweltproblematik vertraut zu machen«, meinte der Lautenbacher Karl-Reiner Vogt, der mit seinem siebenjährigen Sohn Joshua an der Aktion am Samstag teilnahm. Es sei auch eine Aktion »für die Zukunft und damit für die Kinder«.
So sah das auch die Familie Weichert aus Ödsbach. Petra und Frank packten gemeinsam mit ihrer fünfjährigen Jule und dem dreijährigen Malte bei der Pflanzaktion mit an. Stadtrat Rudolf Hans Zillgith erklärte, dass alle Teilnehmer – ob jung oder alt – mit der Aktion ein Signal an alle richten, die sich für die Umwelt engagieren. Am Samstag waren sie nicht alleine.
Eingespielte Aktionstag-Teilnehmer wie die Oberkircherin Anja Wiegert von den Renchtäler Pfadfindern (links) und auch neue Helfer arbeiteten bei der Pflanzaktion am Stangenbach und an der Böschung Schwarzhof (rechts) Hand in Hand
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