Bürgermeister will Zeichen setzen

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Gemeinderat beschließt Vereinshaus / Auf Stadt kommen 355 100 Euro Kosten zu / Heizung für Freibad?

Für das »Haus der Jugend und Vereine« (HdV) in der »Teichmatt« gab der Gemeinderat Renchen am Montagabend mehrheitlich grünes Licht. Damit kommen auf die Stadt Renchen erhebliche Kosten zu. Für den Bürgermeister ist das Projekt eine Wertschätzung der Vereinsarbeit.

 

Vom Besucherandrang »überwältigt« zeigte sich Bürgermeister Bernd Siefermann in der Gemeinderatssitzung am Montagabend. Es gab zwar nur einen Tagesordnungspunkt (»Beschlussfassung über das Haus der Vereine«), aber dieser lockte über 30 interessierte Vereinsvertreter und Jugendliche in den Bürgersaal Sie wurden am Ende auch belohnt, der Gemeinderat gab mehrheitlich seine Zustimmung, das städtische Gebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände »Teichmatt« zum »Haus der Jugend und Vereine« umzubauen.
Sanierungsprogramm
Doch zuvor hatte der Bürgermeister das Projekt präsentiert und erinnerte, wie das Gelände nach »anfangs zähen, dann aber guten Verhandlungen kostengünstig« in den Besitz der Stadt gekommen sei: »Im Rahmen der Bauleitplanung des Sanierungsprogrammes hat der Gemeinderat entschieden, das ehemalige Kaserenenareal zu erwerben und Gemeinbedarfszwecken zuzuführen, das heißt, die Bürger sollen einen Nutzen davon haben.«
Siefermann habe immer wieder von Vereinen Anfragen nach Räumen erhalten, zudem sei die beengte und bauliche Situation im Jugendhaus »Bunker« bekannt. Die Verwaltung habe deshalb ein Konzept zur Verwendung des auf der Konversionsfläche in der »Teichmatt« verbliebenen Gebäudes als Jugend- und Vereinshaus ausgearbeitet.
Einen Entwurf hatte der Gemeinderat bereits im Oktober vergangenen Jahres gesehen, einen überarbeiteten und kostengünstigeren im Juni dieses Jahres.
Ehrenamtliche Arbeit
Die Bau- und Investitionskosten sind derzeit mit 530 000 Euro veranschlagt. Nach Abzug von 33 Prozent Fördermittel durch das Land (174 900 Euro) beträgt die Finanzierung durch die Stadt Renchen 355 100 Euro

 

»Das wird eine der größten Finanzierungen für unsere Mitbürger sein«, sagte Siefermann, der damit »ein Zeichen als Wertschätzung der Vereine« setzen will: »Das ehrenamtliche Engagement, das in den Vereinen geleistet wird, wäre von der öffentlichen Hand nie zu finanzieren.«
Der Bürgermeister sieht es daher als »moralische Verpflichtung« an, jenen, die das Gemeinwesen wesentlich gestalten, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie ihre freiwillige Arbeit noch besser machen können. Noch besser könne auch die Jugendarbeit in dem neuen Haus in der »Teichmatt« gestaltet werden – etwa duch einen Proberaum für die Theater-AG, eine Bibliothek, ein Spielbereich (Kicker, Tischtennis, Dart...) und Bewegungsmöglichkeiten im Freien. Der Standort »Teichmatt« würde den Jugendlichen zudem Möglichkeiten, sich zurückzuziehen, und eine geringere Lärmbelästigung der Umgebung bei Veranstaltungen bieten.
Neben den Jugendlichen möchten bislang auch neun Vereine in das HdV einziehen – und zwar: die Kibb’l Schisser, Galgenberghexen, der FSC Erlach, die Kleintierzuchtverein Renchen, Narrhalla, der Männergesangverein Renchen, die Mörchwaldhexen, Werbegemeinschaft und der Kinderchor »Wirbelwind«.
»Die Vereine haben sich verpflichtet, in Eigenleistung die ihnen zugeordneten Vereinsräumlichkeiten zu sanieren, und einen jährlichen Mietzins zu bezahlen«, informierte Siefermann. Wie die genaue Belegung und Nutzung letztendlich aussieht, wollte er am Montagabend noch nicht festlegen: »Diese Modalitäten sollen in einer weiteren Sitzung getroffen werden.« Auch die Planung stellte Siefermann vorerst nur sehr vage vor. Deutlich wurde allerdings, dass man nicht allzu viele Eingriffe vornehmen will, lediglich einige Wände einreißen, um die Räume (ein Teil davon soll auch der Stadt zur Verfügung stehen) zu vergrößeren. Zudem müssen ein Aufzug und sanitäre Anlagen errichtet werden. »An der Fassade werden wir so gut wie gar nichts verändern«, so Siefermann, der dadurch mit dem »fast historischen Gebäude« an die frühere Zeit, als die Franzosen in der Stadt lebten, erinnern will.
Blockheizkraftwerk
Das Gelände eigne sich – laut Siefermann – auch bestens zur Errichtung eines Blockheizkraftwerkes, für das sich ein privater Investor gemeldet habe. »Der Strom würde ins Netz eingespeist werden, die Abwärme bekämen wir kostenlos zur Beheizung des Vereinshauses und im Sommer des Freizeitbades«, so Siefermann. Die Stadt hätte nur einmalig 50 000 Euro zu bezahlen, dem stünde eine jährliche Betriebskosten-Senkung im HdV von 11 000 Euro gegenüber.
»Tapfer sein und die Chance ergreifen für die Vereine und ein gesundes Gemeinwesen«, ermutigte Siefermann in Anlehnung an Victor Hugo am Ende seines Vortrags die Gemeinderäte zur Zustimmung. Diese folgten ihm nach einiger Diskussion (siehe dazu Bericht an anderer Stelle) auch mehrheitlich bei einer Enthaltung (Ralf König, FWV) und zwei Gegenstimmen (Hans Murrack, Doris Schlecht, beide SPD). Jan Balkin, Wolfgang Bär und Corinna Höfinghoff (alle FWV) waren befangen. Die Jugend nahm den Beschluss mit Beifall auf.

 

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Veröffentlicht in Erlach

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