»Erlach hat schon gewonnen«

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Jurybesuch für den Landeswettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« / Zufriedener Ortsvorsteher König

Von seiner besten Seite zeigte sich Erlach gestern, als die Kommission des Bezirksentscheides von »Unser Dorf hat Zukunft« den Ort unter die Lupe nahm. Auf das Ergebnis müssen die Erlacher allerdings etwas warten. Ob sie sich für den Landesentscheid qualifiziert haben, erfahren sie nicht vor Ende nächster Woche

 

Gestern, 10.45 Uhr, in Erlach: Vor der Ortsverwaltung weht die Fahne, die Straßen sind blitz-blank geputzt, an der Einfahrt Kirchstraße wird ein Schild montiert, im Bürgerhaus gibt der Ortsvorsteher letzte Anweisungen: Wer fängt wann wie an und hat wie viel Redezeit Und vor allen Dingen fordert Herbert König: »Handys aus.« Dann beginnt das Warten auf die Bewertungskommission. Für 11 Uhr hatte sie sich angesagt.
Der Chor der dritten und vierten Klasse der Aurainschule hat Aufstellung genommen, etwas unruhig hüpfen die Kinder von einem Bein aufs andere. Unruhig scheinen auch Vertreter des Ortes samt Ortsvorsteher und Bürgermeister Bernd Siefermann. Als Vorhut kommt dann schließlich Hansjörg Haas vom Landratsamt. Er sieht sich an diesem Tag als »Rückhalt, Stütze und Tranquilizer« und steht in dieser Funktion auch den drei Ortenauer Kandidaten (Mösbach, Erlach, Oberharmersbach) zur Seite.
Gut oder schlecht?
Den Erlachern berichtet er, dass sich die Kommission etwas verspäten werde. Sie berät noch über die Eindrücke, die sie in Mösbach gesammelt hat. Grübeln darüber, ob das nun gut oder doch eher schlecht sei, mag man aus den Gesichtern ablesen. Jürgen Lüpke stimmt derweil mit dem Hinweis »uns ist langweilig« mit seinen Kindern ein Lied an. Es ist 13.17 Uhr als die erste Strophe vom »Sperling« erklingt, und just jemand ruft: »Sie kommen.«
Kuchenteller und Obstkörbe werden nochmals zurechtgerückt. Die Erlacher beziehen Stellung, Lüpke stimmt nun das eigentliche Begrüßungslied an. Die Kinder holen ihren Punkt heim. Wohlwollend und mit einem Lächeln nehmen die sechs Jurymitglieder ihren Gesang zur Kenntnis

 

Am Ende spendieren Dieter Kainz, Monika Loddenkemper, Helga Monke, Wolfgang Homburger, Hans Götz und Michael Würth auch noch Applaus.
Es ist 11.20 Uhr als sich Herbert König von seinem Platz erhebt und »ich heiße Sie alle hier bei uns in Erlach herzlich willkommen« sagt. Impressionen aus dem Dorf laufen an der Leinwand vorne im Saal ab und König spricht über Motivation und Vision: »Durch das positive Ergebnis aus den zwei Kreiswettbewerben waren die Bürger ermutigt und motiviert«, sagt er. Und dass die vielfältigen Veränderungen keine kurzfristigen Aktionen seien, sondern ein andauernder Prozess. Es fallen Schlagworte wie »Leitbild« und »Dorfentwicklung«. Dabei stellt der Ortsvorsteher das Motto, das sich die Erlacher seit Jahren auf die Fahne schreiben, heraus: »Nicht nur Fassaden gestalten, sondern auch das Gemeinwohl.« Wenn das nicht zählt?!
Aktionen und Projekte
In der folgenden halben Stunde gehen Siefermann und König anhand der fünf Bewertungskriterien abwechselnd Erlacher Aktionen und Projekte durch. Unterstützt werden sie von Karola Sukup-Rafalski (FSC), Maria Stech (Mesnerin) und Egon Busam (Landwirt). Bei den Vorträgen immer wieder zu hören sind »freiwillige Arbeitseinsätze«, »Ehrenamt«, »bürgerschaftliches Engagement«. Am Ende wird der Bürgermeister auch noch auf 70 000 Euro, die die Stadt dem Ort für »Unser Dorf hat Zukunft« zur Verfügung gestellt hat, und über 5500 ehrenamtlich geleistete Stunden verweisen. Und er wird sich zuversichtlich zeigen, dass man auch künftig auf die Begeisterungsfähigkeit der Erlacher und ihren »Motor« Herbert König zählen könne.
Dreieinhalb Minuten
Die Jurymitglieder stellen am Ende noch Fragen zum Gestaltungskonzept und Ausgleichsflächen, dann geht’s nach draußen: Es ist 12.06 Uhr als Herbert König den Startschuss zum Dorfrundgang gibt. Vorbei an Grünflächen und dem Dorfbrunnen geht es in die Kirche. Horst Öhler hat exakt dreieinhalb Minuten Zeit für die Erlärung, warum in Erlach die Kirche mitten im Dorf steht und wie sich in ihr Gegenwart und Vergangenheit vereinen. Pünklich wird die Kirche durch den Seitenausgang verlassen. Noch rasch präsentiert König Gärten und Beete, ehe es um 12.16 Uhr – zwischendurch mit dem Bus – weitergeht.
Auf der Tour durchs Dorf wird nichts ausgelassen – Biotope, Renchdamm, Kindergarten, Rathaus, Schule, Friedhof, Baggersee, Neubaugebiet und und und. Zwischendurch gibt’s auch Stärkung bei Karl Männle. Viel Zeit bleibt aber nicht. Der Ortsvorsteher blickt streng auf die Uhr.
Es ist 12.57 Uhr als die Truppe beim Spielplatz fröhliche Kinder mit gesundem Picknick erlebt. Entspannter wirkt nun der Ortsvorsteher, der sich zu einem Scherz über die Kronenhalle hinreißen lässt. Der Abschluss in der ehemaligen Warengenossenschaft naht. Auf dem Weg dort hin liegt nur noch das Alte Waaghäusel. Das stellt Fernand Merck vor.
13.09 Uhr: Das Ziel, die Ausstellung »Das historische Erlach« ist erreicht, der Zeitplan eingehalten. Da gesteht König Wendelin Spraul sogar ein paar Extraminuten zu. Am Ende
gibt’s noch Most, Speckbrote, für die Jury ein druckfrisches Exemplar des Ortsrundgangs und von deren Leiter, Michael Würth, Lob und Anerkennung – allerdings noch keine Entscheidung, ob Erlach den Sprung in den Landesentscheid geschafft hat. Die gibt’s »nicht vor nächster Woche«.
Dem »erleichterten« Ortsvorsteher und Schultes scheint’s recht. Denn sie sind sowieso überzeugt: »Erlach hat schon gewonnen.«

 

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Veröffentlicht in Erlach

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