36-Jähriger schlug älteren Mann krankenhausreif

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Offenburger rastete im Hotel aus / Opfer: »Eigentlich ist er ein lieber Mann«

Wegen vorsätzlicher Körperverletzung in drei Fällen ist ein 36-Jähriger vor dem Amtsgericht Oberkirch zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte in einem Hotel in Bad Peterstal-Griesbach grundlos drei Menschen verprügelt.

 

Der Abend des 10. September 2009 hatte für die Eigentümer eines Hotels in Bad Peterstal-Griesbach kein schönes Ende. Das war nun Gegenstand eines Gerichtsprozesses in Oberkirch Gegen 23 Uhr polterte ein 36-jähriger Offenburger an die Glastüre des Gastraums des Hotels, in dem er zu diesem Zeitpunkt wohnte. Der Eigentümer öffnete die Tür, worauf ihn der Beschuldigte laut der Anklageschrift in die Küche geschubst haben soll. Die Drohung des älteren Mannes und seiner Ehefrau, die Polizei zu verständigen, beeindruckte den Beschuldigten nicht. Als die Frau ins Erdgeschoss lief, um ein Telefon zu holen, folgte ihr der Angeklagte, beschimpfte und würgte sie. Ihr Mann ging dazwischen und bekam mehrere Faustschläge ins Gesicht.
Die Eheleute begaben sich nun wieder ins Obergeschoss, um in die Privaträume zu fliehen. Der Beschuldigte folgte ihnen und zertrümmerte auf dem Weg in die Wohnung die Eingangstür. Dort soll er dem Geschädigten auf den Kopf geschlagen haben, der benommen zu Boden ging. Weiterhin schlug und trat er auf sein Opfer ein, so dass dieses mit multiplen Prellungen stationär im Krankenhaus behandelt werden musste.
In seiner Panik rief der Geschädigte nach seinen Hunden, worauf der Angeklagte kurzfristig von ihm abließ. Dies nutzte der alte Mann und verließ das Haus, um von seinen Nachbarn aus die Polizei zu alarmieren – das eigene Telefon hatte der Beschuldigte mittlerweile zerstört.
Währenddessen schlug und trat der 36-Jährige auf die Frau ein, ließ dann aber von ihr ab. Als ihr Sohn nach Hause kam, traf er seine Mutter weinend an. Er ging nach draußen, wo der Angeklagte eine Zigarette rauchte, um diesen zur Rede zu stellen

Daraufhin soll der Beschuldigte wieder auch auf den Mann eingeschlagen haben.
Die Geschädigten konnten sich das aggressive Verhalten des 36-Jährigen nicht erklären. »Er ist eigentlich ein lieber Mensch und befand sich in einem abnormalen Zustand«, so der Ehemann. Der Angeklagte sprach von einem »schwarzen Punkt« in seinem Leben. An Einzelheiten der Tat konnte er sich nicht mehr erinnern. Er hatte neben Alkohol in erheblichen Mengen (rund 2,9 Promille) auch Schmerzmittel eingenommen. »Eine Alkoholverstärkung durch die Tabletten ist mir nicht bekannt«, schloss ein Sachverständiger aber die Kombination als Grund für den ungewöhnlichen Zustand aus. Er attestierte ihm allerdings eine – durch mehrere chronische Krankheiten bedingte – seelische Störung, die möglicherweise zu einer vorübergehenden Alkoholunverträglichkeit geführt haben könnte. Richterin Stefanie Riggert verurteilte den Angeklagten schließlich zu vier Monaten Haft auf Bewährung. Trotz der »gravierenden Körperverletzungen« erkannte sie eine positive Sozialprognose. Der Mann sei bisher noch nicht einschlägig in Erscheinung getreten und aufgrund des Alkohols in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert gewesen. Zudem habe er bereits den Schaden bezahlt und sich bei allen Beteiligten entschuldigt.

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Veröffentlicht in Bad Peterstal-Griesbach

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