Weit mehr als nur Speiseservice
»Essen auf Rädern«: Pfarrer Lehmann und Bürgermeister Siefermann dankten Erich Huber
Für die Caritas organisierte Erich Huber jahrelang »Essen auf Rädern« in Renchen. Aus gesundheitlichen Gründen musste der 81-Jährige das Ehrenamt abgeben. Am Donnerstag wurde er für sein Engagement im Rathaus geehrt.
Jahrelang liefen bei Erich Huber die Fäden für »Essen auf Rädern« zusammen. Er nahm Bestellungen entgegen. Gelegentlich auch Änderungen und Sonderwünsche. Gab die Speisen beim Kreiskrankenhaus Achern in Auftrag. Erledigte die Abrechnung. Rekrutierte Fahrer und teilte deren Routen ein Dabei meistert er auch manch Schwierigkeit: Fiel ein Fahrer kurzfristig aus, musste Ersatz besorgt werden, damit auch alle ihr Essen tagtäglich pünktlich auf den Tisch hatten.
»Trotz des enormen Arbeitsaufwandes erledigte Herr Huber all diese Arbeit sehr sorgfältig und Tag für Tag mit großer Hingabe«, lobte Bürgermeister Bernd Siefermann am Donnerstagvormittag bei einer kleinen Feier im Rathaus. Gemeinsam mit Pfarrer Albert Lehmann (»ein herzliches Vergelt’s Gott im Namen der Seelsorgeeinheit«) dankte er Huber für sein jahrelanges Engagement für »Essen auf Rädern«.
Nicht mehr schaffen
Dass der ehemalige Renchener Bürgermeister in seinem Ruhestand aber noch weit mehr geleistet habe, als bloß Essen auszuliefern, verwies sein Nachfolger: »Er war immer für ein persönliches Gespräch mit den älteren Mitbürgern offen und hat auch noch weitere Hilfsdienste, wie Post-, Bank- oder Rentengeschäfte, getätigt«, so Siefermann.
1992 hatte Huber die Hauptorganisation für »Essen auf Rädern« in Renchen übernommen. In »Notfällen« von 1994 bis 2000 auch Speisen nach Ulm, Erlach und Wagshurst geliefert. In diesem Jahr musste der 81-Jährige das Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. »Der Doktor hat gesagt, ich darf nicht mehr schaffen«, erklärte Huber. Und es war seiner Rede anzumerken, dass er nur ungern den Rat des Arztes befolgt
Mit Zahlen verdeutlichte Siefermann, was hinter der Caritas-Initiative steckt: »2004 zum Beispiel wurden 9046 Essen von 16 ehrenamtlichen Helfern ausgetragen.« Huber fügte noch an, dass einzelne Fahrer seit 1992 über 20 000 Kilometer im Dienste von »Essen auf Rädern« zurückgelegt hätten. Von dem zeitintensiven Ehrenamt kann auch Erich Hubers Ehefrau Maria ein Lied singen: »Er war immer unterwegs.«
»Essen auf Rädern« geht aber auch nach Hubers Ausscheiden weiter. Zwischenzeitlich war Heinz Greter als Organisator eingesprungen. Er selbst ist seit zehn Jahren als ehrenamtlicher Helfer aktiv, seine Frau Anneliese seit 18 Jahren. Eingesprungen sei er, damit »das Vermächtnis von Herrn Huber nicht im Sande verläuft«. Als Fahrer werde Greter aber auch weiterhin aktiv sein, wenn auch die Hauptorganisation am 29. Dezember auf Jörg Ewert übergehe.
Bei der kleinen Feierstunde im Rathaus waren auch Greter und Ewert anwesend. Ihnen galt ebenfalls die Anerkennung des Pfarrers und Bürgermeisters. »Fast verzweifelt« wäre Albert Lehmann, wenn sich nicht Jörg Ewert bereiterklärt hätte, die »segensreiche Einrichtung« weiterzuführen. Nicht minder anerkannte der Pfarrer aber auch Greters »spontane Bereitschaft«, mit der die Einrichtung ohne größere Einbrüche nahtlos weitergeführt werden konnte.
Nach vielen Lobes- und Dankesworte wurden noch Präsente (Wein für die Herren, Blumen für die Dame) überreicht.