Wasserpreise bleiben in Renchen stabil
Erhöhung um 0,6 Cent je Kubikmeter
Zufriedene Gesichter gab es in der Gemeinderatssitzung am Montagabend bei der Beratung des Jahresabschlusses 2006 des Zweckverbandes »Wasserversorgung Vorderes Renchtal« Verantwortlich hierfür war eine Aussage von Stadtkämmerer Karl-Heinz Moll, der den Abschlussbericht vorlegte und erläuterte: Der Preis je abgegebenem Kubikmeter Wasser erhöhte sich nur minimal von 61,1 auf 61,7 Cent und werde auch in den kommenden Jahren weitgehend konstant bleiben.
Zunächst legte Moll die Bilanz des Zweckverbandes vor: Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 140 000 Euro auf 6,055 Millionen Euro verringert. Die Finanzierung der Anlagenzugänge, Tilgungen der Darlehen und die Auflösung der Ertragszuschüsse konnte der Verband selbst leisten. Entsprechend der Satzung wurden die Verbandsmitglieder mit einer Investitionsumlage von 25 000 Euro belastet. Durch die Tilgung von 352 543 Euro verminderte sich der Darlehensstand auf 3,7 Millionen Euro.
Auch auf die Betriebskosten der Anlage ging der Kämmerer ein. Die Umlage für diese Kosten erhöhte sich um 8343 Euro auf 670 214 Euro. Die Eigenkapitalquote stieg leicht auf 27,6 Prozent an, die Ertragszuschüsse eingerechnet, liegt sie bei 33,54 Prozent statt 32,2 Prozent im Vorjahr. »Im Bereich der Wasserförderung und Wasserverteilung werden die Kosten für die kommenden Jahre gleichbleibend sein«, zitierte Moll aus dem Lagebericht. Durch die Ablagerung von Eisen und Mangan im Verteilungsnetz sei es erforderlich, dass das innerörtliche Netz einer Spülung unterzogen wird. Die Kosten hierfür wurden mit 20 000 Euro eingerechnet
Zur Inbetriebnahme des Wasserwerks »Waldbünd« im Juni 2005 führte Moll aus, dass das Regierungspräsidium für diese Aufbereitungsanlage insgesamt 667 400 Euro Zuschuss genehmigte, eine weitere Teilzahlung von 74 000 Euro erfolgte 2006. Mit Ende 2006 sind alle Anlagen des Verbandes fertiggestellt. Geplante Bauvorhaben betreffen die Ergänzung der Fernwirksoftware (6000 Euro), den Einbau von drei Unterstationen in den Behältern Nußbach, Bottenau und im Zwischenpumpwerk Bottenau (insgesamt 30 000 Euro) sowie die Umrüstung des Pumpwerks Boschmatten (5000 Euro).
Herbizidbelastung
Wolfgang Bär (FWV) begrüßte, dass die Kosten für das Wasser stabil bleiben. Er erkundigte sich auch nach der Herbizidbelastung einzelner Vorfeldpegel, die im Bericht genannt wurden und einer weiteren Überwachung bedürfen. Auch hier seien keine Veränderungen bekannt, so Moll.
Werner Bär (CDU) erkundigte sich nach dem Betrieb des neuen Wasserwerks. Hier laufe alles reibungslos, betonte Moll, die Anlage habe sich bewährt. Nach Abschluss dieser Maßnahme seien auch keine größeren Bauvorhaben mehr geplant, so dass er zuversichtlich sei, dass der Wasserpreis gehalten werden kann.
Wasserverluste
Von den Zahlen angenehm überrascht war auch Heinz Schäfer (SPD): »Vor dem Bau des Wasserwerks waren da erheblich höhere Wasserpreise im Gespräch.« Deshalb könne man froh sein, dass die Anlage so rund läuft und eine Erhöhung des Gestehungspreises um lediglich 0,6 Cent zu verzeichnen ist. Im Zusammenhang damit kamen auch die Wasserverluste zur Sprache, die sich nach Auskunft des Kämmerers besonders in Erlach und Ulm nachteilig auswirken. Dies hänge nicht mit den Netzen zusammen, die sind in allen drei Ortsteilen von ähnlicher Qualität. Aber im Unterschied zur Kernstadt, wo für die Wassergewinnung überwiegend nur die Stromkosten anfallen, muss für Erlach und Ulm für jeden Kubikmeter Wasser der Gestehungspreis von 61,7 Cent an den Verband bezahlt werden – unabhängig davon, ob er an die Verbraucher weitergeleitet wird oder aber als Wasserverlust verbucht werden muss.
Nach den unterschiedlichen Ausnutzungsgrad der Pumpen erkundigte sich Albert Zink (CDU). Diese Frage soll in der nächsten Verbandsversammlung geklärt werden.
Einstimmig segntete der Gemeinderat den Jahresabschluss 2006 ab.