Wasser marsch im Werk Waldbühnd
Wasserzweckverband Vorderes Renchtal nimmt neues Wasserwerk in Betrieb / 2,5 Millionen Euro teuer
Im Renchener Wald wird seit gestern ein Rohstoff noch reiner gefördert. Der Wasserzweckverband Vorderes Renchtal hat das neue Wasserwerk Waldbühnd in Betrieb genommen.
Nicht mit Champagner, sondern mit Leitungswasser stießen die Verantwortlichen des Wasserzweckverbandes Vorderes Renchtal gestern auf ihr 2,5 Millionen Euro teures Bauprojekt am Waldrand südlich von Renchen ein. Das neue Wasserwerk Waldbühnd hatte auch das Feiergetränk gefördert Oberkirchs Bürgermeister Matthias Braun wertete das als »weitere Qualitätsverbesserung« beim »regionalen Lebensmittel Wasser«.
Floss das Fluidum, das in 60 Metern Tiefe gepumpt wird, früher direkt Richtung Oberkirch, macht es jetzt einen Abstecher über Mehrschichtfilter und weitere Anlagen im Wasserwerk. Es wird so von Eisenmangan, das sich trübend im Wasser absetzt, und Kohlendioxid, das die Leitungen angreift, befreit – physikalisch, ohne Chemie, wie der Gastgeber, Renchens Bürgermeister Bernd Siefermann, betonte.
Rund 30 000 Menschen können vom noch klareren Wasser profitieren – so groß ist das Einzugsgebiet des Zweckverbandes, der neben Oberkirch auch Teile Renchens und Lautenbachs sowie Erlach und Ulm versorgt. Laut Braun erhöht sich die Versorgungssicherheit für Trinkwasser, weil das neue Werk schneller und damit auch größere Mengen Wasser fördern kann als bisher. In Spitzenzeiten pumpt es 300 Kubikmeter Wasser pro Stunde – mit anderen Worten 3000 Badewannen mit einem Fassungsvermögen von 100 Litern.
Finanziert wird der Bau durch den Wasserpreis. »Der Zweckverband ist verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten«, begründete Braun die Preiserhöhung in Oberkirch. Laut Wolfgang Klattig, Geschäftsführer der Stadtwerke Oberkirch, hatte der Zweckverband den günstigsten, weil billigsten Zeitpunkt für den »historischen Ausbau« gewählt
Dieser wird vom Oberkircher Wassermeis-ter Thomas Kohler betreut. Er überwacht die Anlage von Oberkirch aus, säubert sie und testet die Wasserqualität jede Woche vor Ort, in Notfällen wie bei Bränden springt auch sein Renchener Kollege ein.
Wie das Werk funktioniert, erklärt Kohler am Sonntag, 23. Oktober, bei einem Tag der offenen Tür. Das neue, frische Wasser können die Bürger schon heute probieren, an anderer Stelle: am heimischen Wasserhahn.