Straßburg-Konzert im Visier

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Singakademie unter Leitung des Acherners Olaf Fürderer / Im Grenzbereich zur Professionalität

Noch bevor der erste Kyrie-Ruf einstudiert war, erfuhren jetzt die Aktiven der neuen Singakademie Ortenau, dass sie nächstes Jahr in Straßburg auftreten werden. Rund 70 Sängerinnen und Sänger aus der Region wollen bei zwei Aufführungen der »Großen Messe in c-Moll« von Mozart mitwirken.

 

Organisiert werden die Probenarbeiten und Auftritte der Singakademie von dem Wahl-Acherner Olaf Fütterer. Er gründete die Singakademie Ortenau für außergewöhnliche Gesangsprojekte im Grenzbereich zur Professionalität. Sein Wunsch: Das kulturelle Angebot der Region ergänzen »Ich trage diese Idee schon fünf Jahre mit mir herum«, berichtet der ausgebildete Kapellmeister und Musiktheaterregisseur, der sich seinen Lebensunterhalt als selbständiger Personal- und Unternehmensberater verdient: »Ich brauche die Arbeit mit einem Chor. Sie ist wie ein Lebenselixier für mich.«
Neue Herausforderung
Seinem Aufruf zu Beginn der Probenarbeiten im Atelier der Illenau-Werkstätten folgten rund 70 Interessierte. Viele sind bereits in Chören aktiv und suchen die besondere Herausforderung.
Außer 15 Euro für die Noten müssen sie kein Geld mitbringen. Zwei Termine dürfen sie sich schon jetzt freihalten: Am Samstag, 23. Juli, soll die »Große Messe in c-Moll« von Wolfgang Amadeus Mozart in der Èglise Saint-Paul in Straßburg und am Sonntag, 24. Juli, in der Klosterkirche Erlenbad in Obersasbach aufgeführt werden.
Olaf Fütterer nutzte persönliche Kontakte, um die Mozart-Messe in Straßburg aufführen zu können. »Ich muss zwar nicht nur die Künstler, sondern auch das Publikum mitbringen, aber das wird mir gelingen«, zeigt er sich zuversichtlich. Professionelle Unterstützung für das Projekt hat er bereits gefunden. Die Singakademie Ortenau tritt gemeinsam mit dem Prager Sinfonieorchester Bohemia und dem Pavel Kühn Chor aus Prag auf.
Aus allen Stimmlagen
»Ich benötige natürlich noch mehr Sängerinnen und Sänger aus allen Stimmlagen, besonders noch den einen oder anderen Tenor«, wünscht sich der Dirigent

Das Klavier, das er für die Probenarbeit in den Illenau Werkstätten benötigt, ist inzwischen dort angekommen. Wer bei ihm singt, hat keine weiteren Verpflichtungen und muss sich nicht an die Singakademie binden. Dieses Konzept kommt an. Die knapp 70 Interessenten waren nicht alle in der ersten Probe. »Das wird toleriert und akzeptiert, da berufliche und familiäre Gründe oft ausschlaggebend sind«, erklärte der Chorleiter den Anwesenden. Die Zeit bis Juli werde er brauchen und sie sei bereits durchgeplant. Einen Terminplan mit 42 Proben, davon acht mit »Gruppenstimmbildung«, händigte er aus. Außerdem bekamen die Mitwirkenden den deutschen Text der lateinischen Messe und teilweise ihre Übungs-CD, mit deren Hilfe sie ihre Stimme auch zu Hause üben können.
Los ging die Probenarbeit mit dem Aufwärmen, bei dem die Schultern ebenso gelockert werden wie die Stimmbänder. Dann erarbeiteten sich die Sopranistinnen, Altistinnen, Tenöre und Bässe die Kyrie-Rufe – die ersten drei Seiten der Partitur. Wer noch einsteigen möchte, ist jederzeit willkommen. Geprobt wird immer mittwochs von 20 bis 21.30 Uhr.

STICHWORT
Èglise Saint-Paul
Die protestantische Paulskirche liegt auf einer Insel in der Ill und gehört zu den beliebtesten Fotomotiven in Straßburg. Der neugotische Bau beherbergt zwei Orgeln, von denen eine zu den größten der Region zählt. Die Kirche ist bekannt für ihre Orgelkonzerte.

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Veröffentlicht in Achern

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