Stadt entwickelt sich schnell und positiv
Bürgermeister Siefermann stellte den Gemeinderäten die Veränderungen der letzten Jahre vor
Eine Zusammenfassung zur Entwicklung der Stadt legte Bürgermeister Siefermann dem Gemeinderat am Montag vor. Neben Projekten, die Amtsvorgänger Brodbeck umgesetzt bzw. in die Wege geleitet hat, blickte Siefermann auch auf künftige Projekte.
»Die Stadtentwicklung ist heutzutage zu einem wichtigen Standortfaktor geworden«, sagte Bürgermeister Bernd Siefermann, bei einer Präsentation im Gemeinderat Diese hatte er bereits bei einer Tagung der Wirtschaftsregion Ortenau vorgestellt und Erstaunen ausgelöst, wie schnell und positiv die Entwicklung Renchens zum heutigen Erscheinungsbild vollzogen werden konnte.
Siefermann verwies auf die verkehrsgünstige und landschaftlich schöne Lage, die intakte Infrastruktur und die Bevölkerungsentwicklung. Einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung brachte die Stadtkernsanierung in den 90er-Jahren, mit der eine sinnvolle Verzahnung von traditionellen und modernen Elementen erreicht werden konnte. Ziele waren damals, der Ortsdurchfahrt den »Charakter einer vierspurigen Rennstrecke« zu nehmen, Grün in die Innenstadt zu bringen, attraktive Plätze zum Verweilen zu schaffen. Bilder belegten die gravierenden Veränderungen für das Ortsbild, zu der auch Besitzer privater Flächen und Gebäude mitgezogen haben.
Erweiterung der Schule
Standortverbessernd hätte sich auch die Gestaltung der »Eingangstore« (Kreisel an der B 3, Sanierung des Bahnhofsvorplatzes) ausgewirkt. Der Bürgermeister erwähnte auch Kindergärten und Schulen. Die Erweiterung der Grimmelshausenschule habe die räumliche Situation deutlich verbessert. Er verwies auf das vielfältige Vereinsleben und das Freizeitbad, das in den letzten Jahren saniert wurde und künftig beheizt werden kann. Als nächster Schritt sei die Sanierung und Erweiterung des Kleinkinderbereichs geplant
Nach dem »Betreuten Wohnen« im Martha-und-Franz-Reibel-Haus entstand im Zentrum das Seniorenhaus Renchen, womit auch ein städtebaulicher Problembereich einer sinnvollen Nutzung zugeführt und eine Zersiedlung vermieden werden konnte. Die Grimmelshausenstadt habe auch kulturell einiges zu bieten, etwa das Simplicissimus-Haus und die Kulturwoche. Eine wichtige Rolle spiele in der Stadtentwicklung der Natur- und Landschaftsschutz. Hier zeigte Siefermann Beispiele für die Biotopvernetzung, Extensivierung von Flächen und den Wiesenbrüterschutz (Kiebitz und Brachvogel). Die Entwicklung beschränke sich nicht auf die Kernstadt, wie die Dorfsanierung in Erlach und nun auch in Ulm zeigten.
Die Ortsteile sollen durch ein Radwegenetz verbunden werden. An eine letzte Lücke erinnere Ulms Ortsvorsteher Peter Spraul kontinuierlich: das Verbindungsstück zwischen dem Kreisverkehr an der Landstraße und Ulm. Dort endet der Radweg von Erlach derzeit. Sobald es die Finanzen erlauben, werde die Lücke geschlossen, so Siefermann, für den neben der Sicherheit auch die Symbolik (Zusammenwachsen der Ortsteile) eine Rolle spielt.
Neue Gewerbegebiete
Einen wesentlichen Impuls für die Stadtentwicklung gaben die 15,45 Hektar Konversionsflächen, die seit 1994 zur Verfügung stehen. Gewerbegebiete konnten erschlossen werden. Im Rahmen des Landessanierungsprogramms erwarb die Stadt drei Gebäude auf dem ehemaligen Militärgelände. Zwei marode wurden abgerissen. Die ausgewiesenen Gemeindebedarfsflächen stehen für einen Festplatz und die Erweiterung des Freizeitbades zur Verfügung. Im dritten Gebäude (es hat eine gute Bausubstanz) entsteht nun das »Haus der Vereine«. In den nächsten Wochen wird es für ca. 550 000 Euro hergerichtet, so dass 15 unterschiedliche Nutzer vom Jugendhaus »Bunker« bis zu den Vereinen ihre Räume gestalten können. »Nicht zuletzt ermöglichen wir hier eine Vernetzung von Jugend und Vereinen«, so Siefermann. Seine Ausführungen wurden vom Gemeinderat zustimmend aufgenommen.