Sentigsee ökologisch vertiefen

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Freude in Großweier über die lange geforderte Aufwertung des Gewässers / Viele Flachwasserbereiche

Nach langer Wartezeit war am Freitag offiziell Baubeginn für die Vertiefung des Sentigsees in Großweier. Bis März 2013 müssen 175 000 Kubikmeter Erdmassen bewegt werden.

 

»Der Sentigsee und ich sind gleich alt«, sagte OB Klaus Muttach am Freitag beim Baubeginn schmunzelnd. Schon vor 20 Jahren war eine Tieferbaggerung überlegt worden, nun investiert die Stadt in die ökologische Verbesserung des Sees Mit den zu erwartenden Konzessionsabgaben sollen die Kosten für dieses Großprojekt aufgefangen werden, so der OB.
Der Sentigsee mit einer Fläche von rund 2,7 Hektar und einer Tiefe von 1,50 bis nur vier Metern leidet seit Jahren unter ungünstiger Wasserqualität. Um ein Fischsterben zu vermeiden, wurde das Gewässer seit 1997 im Sommer per Schaufelradumwälzung künstlich belüftet.
Die Seevertiefung hatte die Anglergemeinschaft schon länger gefordert. Jetzt soll der Sentigsee auf 20 Meter vertieft und verbreitert werden. Die Seefläche erweitert sich dadurch um etwa 0,81 Hektar. Für die Erweiterung und die Ausgleichsflächen kaufte oder pachtete die Stadt rund 1,4 Hektar Gelände.
20 Monate Kiesabbau
Mit der Konzessionsabgabe von 220 000 Euro für den Kiesabbau sollen die Kosten für Grunderwerb, Planung, Seevermessung und Bodengutachten finanziert werden. Die Ökologie habe bei der Vertiefung Vorrang vor der Ökonomie, hieß es. Es baut die Firma Vogel-Bau aus Lahr. Der Mutterboden ist bereits abgetragen, im Bau sind derzeit die Förderanlagen. Der Kiesabbau soll von April 2011 bis Ende 2012 dauern. Zuvor werden Flachwasserzonen angelegt. Bis März 2013 folgt die restliche Renaturierung.
3000 Kubikmeter Mutterboden werden bewegt, rund 25 000 Kubikmeter Bodenmaterial werden für die Flachwasserzonen und als Unterboden benötigt. Das vermarktbare Volumen an Kies und Sand wird auf 135 000 Kubikmeter beziffert

Ökologisch aufgewertet wird im und am Gewässer sowie im näheren Umfeld. Am Südwest- und Nordufer werden 20 Meter breite ökologisch bedeutsame Flachwasserzonen angelegt. Am geschützten Ufer werden Röhricht-Initialpflanzungen ersetzt und mit Weidenanpflanzungen ergänzt. Die Inanspruchnahme von rund 640 Quadratmeter Laubwald wird durch eine annährend doppelte Fläche (1200 Quadratmeter) mit standortgerechtem Laubwald (Stieleiche, Hainbuche, Flatterulme, Wildkirsche) kompensiert. Der nicht mehr benötigte Oberboden wurde bereits auf einer Ackerfläche beim Grillplatz verbaut.
Freudiges Ereignis
»Für uns ist es heute ein schöner Tag«, so der Vorsitzende der Anglergemeinschaft Großweier, Alexander Schmidt. Im Sommer habe sich der See bis auf 28 Grad erwärmt, Fische, Muscheln oder Krebse drohten einzugehen. Richard Kiefer sagte, dass der See 1963 gebaut worden war, die Anglergemeinschaft pachtete ihn 1964. Es mussten viele bürokratische Hürden überwunden werden bis die Vertiefung starten konnte, so Kiefer
Bruno Schwendemann sagte, dass es für die Firma Vogel-Bau der Einstieg im Bereich Acherns sei und es bisher bestens funktioniert habe.
Werner Spang, der beratende Sachverständige für die Gewässerökologie, sagte, dass der See vertieft wird und deutlich mehr Flachwasserbereiche angelegt werden. Mit einem »Baggerseefescht« wurde das große Ereignis gebührend gefeiert.

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Den Beginn der Vertiefung des Sentigsees begleiteten Mitglieder der Anglergemeinschaft, des Ortschaftsrates, des Planungsbüros und der Bauunternehmung, links Ortsvorsteher Richard Kiefer, Sechster von rechts Projektleiter Rainer Herold, rechts daneben OB Muttach

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Veröffentlicht in Großweier

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