Ringelbacher unterrichtet Schüler in Chile

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Sein Anderer Dienst im Ausland hat Johannes Frammelsberger nach Südamerika geführt / Große Kontraste zwischen Arm und Reich

Ein ganzes Jahr lang hat es Johannes Frammelsberger aus Ringelbach nach Chile verschlagen. Mit dem Projekt an einer Grundschule in der Hauptstadt Santiago will er mithelfen, die Bildungsunterschiede im südamerikanischen Land zu verringern.

 

Vielen ist Chile spätestens seit dem Grubenunglück und der Rettung von 33 Bergleuten im Oktober ein Begriff. »Das Thema war hier omnipräsent Die Begeisterung über die Rettung war grenzenlos, es gab Autocorsos und Feuerwerke«, berichtet Johannes Frammelsberger aus Ringelbach, der für ein Jahr lang im spanischsprachigen Land am Pazifischen Ozean lebt.
Begonnen hatte das »Abenteuer Chile« im Rahmen eines Anderen Dienst im Ausland (AIDA) für den 20-Jährigen schon früher: Nach seinem Abitur am Technischen Gymnasium in Offenburg im Sommer, wollte er nicht direkt ins Studium »schlendern« (Ziel: Bauingenieurwesen in Karlsruhe), ohne etwas von der Welt gesehen zu haben. »Ich wollte dieses Jahr in einem neuen Land und durch die Arbeit in einem Entwicklungsprojekt erfahrungsreich und sinnvoll gestalten.«
Über das Programm »Weltwärts« und den Sozialen Friedensdienst Kassel hatte er schließlich das Glück ein Projekt in Chile zu bekommen. »Es gibt viel mehr Bewerbungen als Stellen, leider hat die Bundesregierung die »Weltwärts- Stellen« aus Kostengründen nicht wie versprochen erhöht. Einige Jugendliche konnten deshalb ihren Freiwilligendienst nicht antreten oder mussten die kompletten Kosten selbst bezahlen.«
25 Prozent der Gesamtkosten musste der junge Mann über Spenden aufbringen. »Ich war überrascht, wie viele Menschen bereit dafür waren«, ist er dankbar. Und so startete Johannes Frammelsberger voller Vorfreude am 15. August nach Santiago de Chile. Mit drei Freiwilligen aus Deutschland wohnt der 20-Jährige im Armenviertel »La Florida« im Südosten der Hauptstadt, nahe den Anden. Die gemeinsame Wohnung sei zwar besser als erwartet, musste aber doch noch ein paar »Verschönerungen« überstehen.
»Es ist unglaublich, wie strukturiert und kontrastreich diese Stadt ist: der reiche Norden und der arme Süden. Die Menschen in den Armenvierteln ›Problaciones‹ leben zwar am Existenzminimum, haben aber alle zu essen und ein Dach über dem Kopf«, berichtet er. Sein Projekt führte Frammelsberger ebenfalls in den Süden der Stadt. Dort betreibt die evangelisch-lutherische Gemeinde »La Reconciliación« (Die Versöhnung) – die meisten Mitglieder sind Deutsche oder haben deutsche Vorfahren – den Kindergarten und die Schule »Escuela Belén O’Higgins« mit rund 380 Erst- bis Achtklässlern. In seiner Freizeit musiziert der Ringelbacher gerne in der Kirche, geht joggen oder lässt sich vom Einfluss deutscher Auswanderer beeindrucken: »Begriffe wie Freiwillige Feuerwehr, Apfelstrudel oder Schwarzwälder Kirschtorte, aber auch Bier- und Oktoberfeste, zeigen, dass vor allem im Süden viele Dinge aus Deutschland kommen.«
Noch bis zum 27. Juli hat der junge Mann die Gelegenheit, »so viel wie möglich von Chile und den umliegenden Ländern zu sehen und zu erfahren«. Über die Feiertage waren seine Eltern und sein Bruders zu Gast– Chile-Rundreise inklusive.
Frammelsberger würde gerne noch mehr von der Mentalität und der Lebenseinstellung der Menschen »mitbekommen und verinnerlichen«. Der Patriotismus sei hier stärker ausgeprägt als in Deutschland, was er vor allem beim 200. Jubiläum der Unabhängigkeit Chiles erlebt habe, und man nimmt alles etwas lockerer. »Chilenen sind zum Beispiel selten pünktlich.«

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Zusammen mit seiner dritten Klasse aus Santiago de Chile und einer Lehrerin besuchte Johannes Frammelsberger ein Eisenbahnmuseum – zur Freude der Kinder.  

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Veröffentlicht in Ringelbach

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