Renchtal hat sich mit A 5-Baustelle arrangiert
Die ARZ fragte bei Firmen nach, wie sie mit dem Stau-Problem umgehen
Seit Monaten geht’s auf der A 5 durch den Ausbau meist schleppend und manchmal gar nicht mehr voran. Wir wollten von Unternehmen im Renchtal mit täglichem Lieferverkehr wissen, wie diese mit dem Problem umgehen. Ergebnis: Begeistert ist keiner, aber man hat sich arrangiert.
Besser und breiter soll die A 5 nach dem sechsspurigen Ausbau sein, alles soll einmal schneller gehen auf der Autobahn. Doch bis es so weit ist, ist auf weiten Teilen der A 5 zwischen Offenburg und Karlsruhe Dauerbaustelle angesagt Bis Ende des Jahres datiert die Via-Solution Südwest die »geplanten und aktuellen Baustellen« zwischen Malsch und Offenburg. In der Praxis heißt das hin und wieder Vollsperrung, veränderte Verkehrsführung, schmale Behelfsfahrstreifen, Staus durch das hohe Verkehrsaufkommen plus vermehrter Unfälle. Sehr zum Leidwesen der Autofahrer.
Wenn die Hauptverkehrsader in südlicher und in nördlicher Richtung stockt, hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Unternehmen im Renchtal, die täglich Güter von A nach B transportieren. Wenn Waren zu einem bestimmten Termin geliefert sein müssen, reicht es nicht aus, auf freie Fahrt zu hoffen. Die Acher-Rench-Zeitung fragte bei einigen Firmen nach, wie sie mit dem Problem umgehen.
»Wir haben Verzögerungen«, verrät Rainer Heilmann, Vertriebsleiter bei »Freyersbacher Schwarzwaldquelle«. Im Regelfall seien täglich acht Laster Richtung A5 unterwegs, »die restlichen fahren über den Kniebis«. Nicht zuletzt um unvorhergesehene Widrigkeiten oder noch längere Verzögerungen in Kauf zu nehmen, hält man bei Freyersbacher jedoch an den herkömmlichen Routen fest: »Wir weisen unsere Fahrer an, keine Umleitungen zu fahren«, so Heilmann. »Ärgerlich« findet er die Situation schon. Er hofft einfach, dass der Ausbau bald vorüber ist.
Auch bei »Peterstaler« bekommen die Fahrer der 22 Lkw die Anweisung, nicht spontan auf andere Strecken auszuweichen
Zehn der Fahrzeuge müssen täglich auf die Autobahn, erläutert Marketingleiter Klaus Bähr. Wenn die Fahrten in Richtung Stuttgart oder Bodensee gingen, habe man es aber eingerichtet, dass diese über den Kniebis und das Kinzigtal führen, so Bähr. Die Widrigkeiten wegen der Autobahnbaustellen sind allerdings »nicht so stark, wie man annehmen möchte«, meint der Marketingleiter. »Abfedern« könne man Verzögerungen, indem die Lastwagen bereits morgens um fünf Uhr starteten. »Aber bei den Rückfahrten gibt’s schon Probleme«, ist Bähr eine verstopfte A 5 nicht fremd.
»Richtung Freiburg und zurück haben wir fast immer Probleme«, sagt Theo Bäuerle, Disponent bei SL-Logistik in Achern. Das Unternehmen übernimmt die Transporte von Schwarzwaldsprudel und ist jeden Tag mit Lkw in Richtung Autobahn unterwegs. »Terminwaren sind schwierig zu kalkulieren«, beklagt der Disponent. Auch bei SL-Logistik setzt man auf eingeplante Ausweichstrecken über den Kniebis und das Kinzigtal, wenn Ware beispielsweise nach Stuttgart muss.
»Lkw kommen immer mal verspätet«, bleibt Stephan Schwietzke, Pressesprecher beim Papierkonzern Koehler gelassen. Beim Personenverkehr, etwa zum Flughafen, müsse man eventuelle Verzögerungen berücksichtigen. Ein Großteil der Waren und Güter gehe jedoch über den Kehler Hafen, so Schwietzke. Offenbar keine Probleme mit Autobahnbaustellen sieht man beim Progress-Werk-Oberkirch. Frühzeitig habe man sich darauf eingestellt und alles entsprechend arrangiert, heißt es dort.