Rätsel um Kaninchen-Kadaver

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Sind Tiere im Renchtal von tödlicher Seuche befallen? / Freiburger Befund steht noch aus

Unter den Wildkaninchen im Renchtal wütet vermutlich die »China«-Seuche. Dutzende Tiere sind bereits dem äußerst rabiaten Erreger in Stadelhofen, Erlach und Renchen zum Opfer gefallen. Ein Ende des Sterbens ist nicht abzusehen

 

Über die letzten Stunden eines von der »China«-Seuche befallenen Wildkaninchens weiß man nur so viel: Massive innere Blutungen führen zu einem schnellen Tod »Bei den rund drei Dutzend verendeten Kaninchen, die ich in den letzten drei Tagen an der Hochstade Rench gefunden habe, sieht man keine äußeren Merkmale.« Für Jäger Franz Schwarz war das ein Signal. Er schickte kurz entschlossen zwei der toten Tiere ins Tierhygienische Institut nach Freiburg – ein Ergebnis steht allerdings noch aus.
Dort weiß Hartmut Rang, Fachtierarzt für Pathologie, über die »China«-Seuche nichts Gutes zu berichten. »Nahezu 100 Prozent« betrage die Sterblichkeitsrate bei einer von dem Virus befallenen Kaninchenpopulation. Eine Möglichkeit, das Desaster in der freien Wildbahn zu begrenzen, sieht er nicht. »Das Virus wird per Tröpfcheninfektion übertragen.« Und da Kaninchen gesellige Tiere sind, wird ihnen genau dieser Umstand schnell zum Verhängnis.
Impfung schützt
Die »RHD« (Rabbit haemorrhagic disease), so ihr wissenschaftlich korrekter Name, trat in Deutschland das erste Mal 1988 auf. Seitdem ist sie in der Kaninchenwelt eine immer wieder aufkeimende Krankheit, die »auch auf Zwergkaninchen übergreifen kann«, wie Christoph Münch, Naturschützer aus Oberkirch, zu bedenken gibt. Allerdings können die Tiere dagegen wirksam geimpft werden, für rund 15 Euro, so ein Fachmann. Auch Münch fand einige tote Kaninchen und machte damit die selben Beobachtungen wie Frank Eisenloher, Kreisjägermeister von Offenburg, der etwa 100 Tierkadaver rund um den Gifiz-See und das Offenburger Messegelände registrieren musste und auch schon aus dem Renchtal Todesfälle zugetragen bekam

 

Woher die Seuche kommt, ist schwer nachzuvollziehen. Gerüchte, wonach das Virus sein Unwesen zuvor im Landkreis Rastatt getrieben hat, kann das dortige Veterinäramt nicht bestätigen. Bei den hiesigen Tierärzten ist das Auftauchen der »China-Seuche« zum Glück noch kein Thema. Und noch was Beruhigendes: Die Seuche kann weder auf Menschen noch auf andere Tiere übergreifen.

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Veröffentlicht in Erlach

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