PWO steuert »mit Vollgas aus der Krise«

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Vorstandvorsitzender Bernd Bartmann informiert im Rahmen einer Feier über positive Unternehmensentwicklung / Ehrung langjähriger Mitarbeiter

Die Progress-Werke Oberkirch bekommen Aufwind. Der Umsatz sei 2010 stärker gestiegen als erwartet, der Standort Stadelhofen werde weiter wachsen, informierte Vorstand Bernd Bartmann die Mitarbeiter bei der Weihnachtsfeier.

 

Karl M Schmidhuber, Vorstandvorsitzender der Progress-Werke Oberkirch, ließ sich bei der Mitarbeiterfeier am Freitagabend vor Jubilaren und Rentnern entschuldigen, da er aufgrund der Wetterverhältnisse bereits am Nachmittag nach Düsseldorf gefahren war, wo seine Tochter am Samstagvormittag heiratete. In seinem Namen hieß Vorstandsmitglied Bernd Bartmann die Besucher in der voll besetzten Renchtalhalle willkommen. »2008 sind wir mit Volldampf in die Krise gefahren, 2009 waren wir im Tal der Tränen und 2010 sind wir wieder mit Vollgas herausgekommen«, fasste Bartmann die jüngste Entwicklung zusammen und machte deutlich, dass auf die Krise schnell und mit Umsicht reagiert wurde. Ziel war es, die Stammbelegschaft am Standort Oberkirch zu halten, was sich als gut erwies. »Ohne unsere Mitarbeiter mit ihrem Können und Engagement könnten wir den momentanen Aufschwung gar nicht bewältigen«, betonte er.
Allerdings schlug sich die Krise an der Ergebnisrechnung und der Bilanz nieder. In den zurückliegenden drei Jahren liege der Ertragsausfall bei rund 15 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote im Konzern sei von 40 auf 30 Prozent gesunken. Diese negativen Veränderungen gelte es so rasch wie möglich zu korrigieren, betonte Bernd Bartmann. Im laufenden Geschäftsjahr werde der Umsatz statt der geplanten 15 Prozent um 25 Prozent gegenüber dem Krisenjahr 2009 steigen, informierte Bartmann. Trotz der guten Entwicklung werde jedoch noch nicht das Niveau vor der Krise erreicht. Der Jahresüberschuss werde deutlich positiv ausfallen, so dass es Weihnachtsgeld und Gewinnbeteiligung gebe. Investiert werden im Konzern in diesem Jahr 20 Millionen Euro, 40 Prozent am Standort Oberkirch. Im Schnitt werden hier 1160 Mitarbeiter beschäftigt, 109 davon sind in Ausbildung.
Deutlicher Gewinn
Bartmann schloss mit einem Blick in die Zukunft. Der Standort Oberkirch werde weiter wachsen, aber relativ langsam. Bei den Gesellschaften in Kanada und Tschechien erwarte er schon 2011 deutliche Gewinnbeiträge, dank des zweistelligen Wachstums seien die Standorte Mexiko 2012 und China 2013 soweit. »Wir sind gestärkt aus der Krise hervorgegangen und sehen uns für die Zukunft gut aufgestellt«, schloss Bartmann.
Oberbürgermeister Matthias Braun lobte, dass die Krisenjahre »hervorragend gemanagt« wurden. Dies beruhe nicht nur auf den staatlichen Regelungen zur Kurzarbeit, sondern auch auf den Einsatz der Unternehmer und Arbeitnehmer, die wie bei PWO eng zusammen arbeiten und flexible Lösungen suchen. Anerkennung galt für die hohe Beschäftigungs- und Ausbildungsquote bei PWO auch in der Krise.
Die Gemeinde verwende die Gewerbesteuer dazu, den Standort attraktiver zu machen – auch für die Unternehmen, deren Mitarbeiter und deren Familien. »Wir sitzen da alle in einem Boot«, betonte Braun. Die Konjunkturbelebung müsse von den Gemeinden dazu genutzt werden, Schulden abzubauen und Rücklagen zu bilden. Angesichts der Löcher, welche die Krise auch in die kommunalen Haushalte gerissen habe, und der vielfältigen Aufgaben, die in den Bereichen Schule, Bildung und soziale Leistungen auf die Gemeinden zukämen, sei vorgesehen, in Oberkirch den Hebesatz der Gewerbesteuer erstmals seit 20 Jahren wieder anzuheben – um 20 Punkte. Nur sei es möglich, die Haushaltsprobleme nachhaltig und aus eigener Kraft zu lösen.
Wissen und Erfahrung
Gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Bernd Bartmann und Winfried Blümel nahm Oberbürgermeister Matthias Braun die Ehrung der Betriebsjubilare vor. Auf ihr Wissen und ihre Erfahrung könne keine Volkswirtschaft verzichten. »Wenn ein Unternehmen, wie die Progress-Werke Oberkirch, so viele langjährige Beschäftigte hat, spricht das für beide Seiten – für die Mitarbeiter, aber auch für den Betrieb.«
Die Glückwünsche der Belegschaft an die Jubilare überbrachte der Betriebsratsvorsitzende Herbert König. Sie hätten in diesen vielen Jahren Wissen und Können, Einsatzbereitschaft und Flexibilität bewiesen. Dies sei mit die Voraussetzung dafür, dass sich PWO zu einem leistungsfähigen und weltweit agierenden Unternehmen entwickeln konnte.
Gleichzeitig dankte König auch im Namen des Sprechers des PWO-Rentnerstammtisches Siegfried Ell dafür, dass die Jubilar- und Rentnerfeier wieder im gewohnten Rahmen in der Renchtalhalle stattfand. Eröffnet und musikalisch umrahmt wurde die Feier von der PWO-Blech-Press-Band unter Leitung von Berthold Nell.

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Die Vorstandmitglieder Winfried Blümel (links) und Bernd Bartmann (4. von rechts) sowie Oberbürgermeister Matthias Braun (2. von rechts) gratulierten den Mitarbeitern, die 40 Jahre bei PWO beschäftigt sind

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Veröffentlicht in Stadelhofen

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