Lob für »Schlanke Produktion«
PWO erhält als erster Zulieferer zum zweiten Mal den Automotive Lean Production Award
Der Heimatstandort des Progress-Werkes Oberkirch gehört zur Spitze der Automobilzulieferer in Europa. Die Verleihung des Automotive Lean Production Award bestätigt dem Unternehmen effiziente Strukturen. Sie sind die Voraussetzung, um ausgezeichnet zu werden.
Die Progress-Werk Oberkirch AG wurde am Standort Oberkirch erneut mit dem renommierten Automotive Lean Production Award in der Kategorie »Mittelstand national« ausgezeichnet. Der Preis wird von der Agamus Consult Unternehmensberatung und der Fachzeitschrift Automobil-Produktion vergeben Der Lean Production Award stellt nach Auskunft von Winfried Blümel die maßgebliche Vergleichsgröße, wie erfolgreich die europäische Automobilindustrie effiziente Strukturen eingeführt hat und Verbesserungen vorantreibt. Wie der Vorstand für Produktion und Materialwirtschaft im Gespräch mit der ARZ erläuterte, hat PWO das Lean-Management-System 2004 am Standort Oberkirch eingeführt. Seither wurde das System auf den gesamten Konzern ausgeweitet. Die Auszeichnung bestätigt PWO eine Umsetzung der Lean-Management-Prinzipien in allen relevanten Bereichen. Blümel: »Insbesondere der Punkt Flexibilität wird als hervorragend bewertet. Die schlanken Prozesse, die kurze Reaktionszeiten auf veränderte Kundenanforderungen ermöglichen, wurden vom Gutachterteam besonders hervorgehoben.«
Sprung in der Effizienz
PWO hatte den Preis erstmals 2007 gewonnen und ist der erste Automobil-Zulieferer, der ihn zum zweiten Mal erhält. »2007 hat der Preis speziell auf die Produktion abgehoben. Den Preis in diesem Jahr gab es für den gesamten Betrieb in Stadelhofen. Denn inzwischen arbeite PWO in allen Bereichen des Standorts »lean« – im Werkzeugbau, in Entwicklung und Vertrieb, in der Logistik und in der Verwaltung. Was Blümel freut: »Damit ist uns ein Quantensprung in der Effizienz gelungen.«
Lob vergaben die Gutachter dafür, mit welcher Geschwindigkeit das Progress-Werk Schwachstellen in seinem System beseitigt habe. Man sei sich bei PWO nicht sicher gewesen, ob man mit den eingeführten Verbesserungen auf dem richtigen Weg gewesen sei. Die Bestätigung habe man jetzt durch die neuerliche Auszeichnung erhalten. Den Preis ein drittes Mal zu gewinnen, werde sehr schwer werden, vermutet Blümel.
Um den Wert des Awards einzuschätzen, gibt das Vorstandsmitglied folgendes Beispiel: »Die Din Iso 16001 Qualitätsnorm umfasst einen Bruchteil von dem, was man für den Preis tun muss, den wir jetzt erhalten haben.«
Kosten gespart
Auch wenn es für die Auszeichnung kein Preisgeld gibt, Kosten gespart hat das Progress-Werk nach Auskunft Blümels bereits im Vorfeld. Durch die Umsetzung der Kriterien für die »Schlanke Produktion« (siehe Stichwort) – und dies werde man auch in Zukunft fortführen.
Karl M. Schmidhuber, Vorstandsvorsitzender von PWO, ist stolz auf die Auszeichnung: »Wir setzen auf Hightech und positionieren uns an der Spitze des Marktes. Permanente Verbesserungen sind bei uns selbstverständlich.« Es freue ihn sehr, dass die PWO-Anstrengungen mit einer zweiten Auszeichnung bestätigt worden seien. Der Standort Oberkirch sei das Technologie- und Kompetenzzentrum des Konzerns – die anderen Standorte übernehmen diese Prinzipien entsprechend ihren lokalen Anforderungen.
STICHWORT
Lean Production
Die Lean Production (»Schlanke Produktion«) wurde erstmals in Japan beim Autobauer Toyota entwickelt. Es handelt sich um ein Bündel von Prinzipien, wobei die angestrebten Effekte durch deren Zusammenspiel entstehen. Folgende Prinzipien gibt es:
In Netzwerken arbeiten.
Kompetenz und Verantwortung zusammenführen.
Verschwendung und Fehler vermeiden.
Sich um kontinuierliche Verbesserung bemühen.
Den Automotive Lean Production Award 2010 nahmen stellvertretend für das Progress-Werk Oberkirch (von links) Thomas Schadt (Technologiemanagement), Gerhard Klumpp (Leiter Produktion), Christian Elison (Leiter Production System), Matthias Köhninger
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