OGM erlebte Berg- und Talfahrt

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Obstgroßmarkt Mittelbaden blickt bei einem Umsatz von 36,5 Millionen Euro auf ein Rekordjahr

Als ein außergewöhnliches Jahr wird 2010 in die Geschichte des Obstgroßmarktes (OGM) Mittelbaden eingehen. Noch nie habe er ein so turbulentes Jahr, solch »ein Wechselbad der Gefühle« erlebt, resümierte Vorstandsvorsitzender Wendelin Obrecht.

 

Dass ausgerechnet das desaströs begonnene Jahr ein Rekordjahr werden sollte, hätte er nie gedacht, erklärte Vorstandsvorsitzender Wendelin Obrecht im Rahmen einer Mitarbeiterfeier am Freitagabend. Die OGM rechne nun mit einem Jahresumsatz von gut 36,5 Millionen Euro Die Umsätze der Vorjahre lagen im Schnitt zwischen 30 und 32 Millionen Euro. »Das ist ein guter Start für 2011«, bilanzierte Obrecht das wirtschaftliche Ergebnis der OGM, das vor allem den Erzeugern und den Mitarbeitern zu verdanken sei.
Bedingt durch die leicht verderbliche Ware herrsche vor allem zu Erntezeiten Stress. Nach einem langen Winter habe die Vegetation recht spät eingesetzt, der schließlich das wärmere Klima im April zu Gute kam. Im Frühjahr habe sich dann in allen Kulturen eine ordentliche Ernte abgezeichnet.
Es herrschte vorsichtiger Optimismus – bis zum 11. Mai. Der dann einsetzende Hagelschlag sei für ihn der »emotionale Tiefpunkt« gewesen, gestand Obrecht. Zufällig sei man an jenem Mittag zu einer Erntebesprechung auf einem Erdbeerfeld gestanden. »Es traf uns alle – Erzeuger wie Verantwortliche der OGM. Viele gestandene Männer hatten Tränen in den Augen«, berichtete Obrecht.
Von Zukunfts- und Existenzsorgen sprach auch Geschäftsführer Raphael Sackmann. Die Geschäftsführung sei gefordert gewesen, Maßnahmen zu entwickeln und Möglichkeiten auszuloten, wie die Lage in den Griff zu bekommen sei. Die anschließend gute Witterung sorgte für die Wende. Die Erzeuger stellten die Rettung ihrer Kulturen in den Vordergrund. Und wider Erwarten konnte der höchste Umsatz der Geschichte bei der Erdbeerernte verzeichnet werden. »Wir hatten eine durchschnittliche Erntemenge, aber das große Glück, dass wir lange Zeit bestimmender Anbieter auf dem Erdbeermarkt waren«, meinte Sackmann. Die Mittelbadener stießen in die Lücke zwischen spanischer und norddeutscher Ware.
Zweiter Hagel
Auf das große Aufatmen folgte eine erneute Ernüchterung mit weiterem Hagelschlag im Juli, der nochmals zu einer ordentlichen Reduktion bei der Apfel- und Zwetschgenernte geführt habe. Am Jahresende konnten Obrecht nun zufrieden feststellen, dass auch die Apfelvermarktung bestens lief und sich der Einsatz für alle gelohnt habe. Insgesamt habe man dieses Jahr auf dem Markt eine Ausnahmesituation erlebt. Der gute Umsatz sei der guten Nachfrage und einem knappen Angebot zu verdanken gewesen. »Nur durch Tatkraft, Flexibilität, Durchhaltevermögen und viel Engagement aller ist das Jahr, das einer Achterbahnfahrt glich, zu bewältigen gewesen«, resümierte Sackmann.
Ein großes Anliegen war es dem Vorstandsvorsitzenden, wie auch dem Geschäftsführer, den Mitarbeitern für ihren nicht selbstverständlichen Einsatz, der oft bis spät in die Nacht dauerte, zu danken.
Ein besonderes Dankeschön gab es für langjährige treue Mitarbeiter des Obstgroßmarktes Mittelbaden. Seit 20 Jahren arbeiten der stellvertretende Geschäftsführer und Verkaufsleiter Eberhard Hofer sowie Uta Boschert und Meinrad Sutterer für die OGM. Auf zehn Jahre Treue zum Obstgroßmarkt konnten Inge Hildenbrand, Siegfried Busam, Markus Litterst, Manuel Blechinger, Anna Seifermann-Walther und Marc Gabel zurückblicken.

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Langjährige Mitarbeiter ehrte die OGM Mittelbaden eG durch ihren Vorstandsvorsitzenden Wendelin Obrecht (links) und Geschäftsführer Raphael Sackmann (rechts).

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Veröffentlicht in Oberkirch

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