Oberkirch arbeitet »produktorientiert«

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Gemeinderat hatte über die Darstellung seines neuen Haushaltssystems zu entscheiden / Schulung geplant

 

Zum 1. Januar 2012 wird Oberkirch sein Haushalts-Buchungssystem, die Kameralistik, umstellen. Gemeinsam mit Achern, um bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgabe Synergien nutzen zu können Das künftige System der doppelten Buchführung in Konten, kurz Doppik, wird nicht nur die Einnahmen und Ausgaben, sondern sämtliche Verbrauchswerte eines Jahres erfassen.
Bürgermeister und Kämmerer Franz Müller wird die Einführung des neuen Buchungssystems bereits im Ruhestand erleben, der für ihn im Spätjahr 2011 beginnt. In die Details der Doppik arbeitet sich bei der Stadtverwaltung bereits Müllers Kollegin Geraldine Doninger ein. Die Vorstellung ihrer Vorlage im Gemeinderat übernahm am Montagabend indes Müller. Das Ratsgremium hatte zu entscheiden, ob der ab 2012 in Produkte gegliederte Haushalt »produktorientiert« oder »organisationsorientiert« dargestellt werden soll. »Ich bin überfordert«, sprach Frank Hellstern (FWV) möglicherweise einigen Ratskollegen nach den Ausführungen Müllers aus der Seele. Er war indes der Einzige, der dies öffentlich sagte und enthielt sich bei der Abstimmung.
»Was sind Produkte?«
Ansonsten war das Gremium für die »produktorientierte« Darstellung und folgte der Verwaltungsvorlage. Nach deren Informationen haben sich bisher alle Kommunen für diese Variante entschieden. Was denn Produkte in einer Stadt seien, wollte Rudolf Hans Zillgith (FWV) wissen? Schließlich verkaufe man keine Waren. Zu den Produkten gehören nach Auskunft Müllers Kindergärten, Schulen oder Straßen. Rund 70 Produkte werde der neue Haushalt wohl umfassen. Jedes Produkt kann untergliedert werden, das Schulprodukt beispielsweise in Einheiten für einzelne Schulen

Laut Müller ermöglicht es die Doppik, alle Kosten und Leistungen, auch die, die erst in den Folgejahren anfallen, zu erfassen. Das war bisher nicht möglich. Grundlage für die Doppik ist eine Bewertung des gesamten Oberkircher Vermögens. Dies wird die Gemeindeprüfungsanstalt 2011 übernehmen. Diese Bewertung bildet die Basis für die Haushaltsberechnungen.
Doch zurück zur »produkt-orientierten Darstellung«. Nach Angaben des Bürgermeisters ermöglicht sie Stetigkeit und über die Jahre eine bessere Vergleichbarkeit. Denn Organisationsänderungen, die in einer Verwaltung im Laufe der Jahre unausweichlich seien, wirken sich nicht direkt auf den Haushaltsplan aus, weil sich der Haushalt an den Produkten orientiert. Bei der »organisationsorientierten Darstellung« wäre eine Anpassung des Haushaltes erforderlich. Bei der Auswahl der »Produkte« gibt es eine Vorgabe des Landes, um einen Vergleich zu ermöglichen. Für den Gemeinderat gibt es 2011 eine Schulung, um das neue Buchungssystem kennenzulernen.

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Bürgermeister Franz Müller stellte das neue Buchungssystem vor, das ab 2012 im kommunalen Haushalt gilt.

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