Minister tankte Kraft in der Heimat

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Willi Stächeles Sommer-Fahrradtour mit CDU-Freunden führte am Mittwoch durch Renchen

 

Mittwoch, kurz vor 10 Uhr, in Renchens Seniorenhaus: »Stächele, ich komm aus der Gegend«, sagt Baden-Württembergs Finanzminister und schüttelt einer älteren Dame die Hand. Große Augen schauen ihn an, die nicht zu erkennen scheinen, wen sie vor sich haben
»Machen Sie sich auf Situationen gefasst, die nicht Ihrem Alltag entsprechen«, hatte Hausleiter Marcus Jogerst bei seiner Begrüßung kurz zuvor vorgefühlt. Stächele hat sich darauf eingestellt. Er marschiert mit seiner Eskorte (Ehefrau Sabine und geladene CDU-Freunde) durchs Haus. Schüttelt Hände. Lächelt. Plauscht. Übers Wetter. Übers Radeln. Über seine Oberkircher Zeit. »Das kann er. Mit den Leuten umgehen. Ein Minister zum Anfassen«, sagt denn auch Werner Bär, Vorsitzender der Renchener CDU begeistert.
Bei der Radtour durch die Grimmelshausenstadt zeigt sich Stächele so wie man ihn in der Region kennt: volksnah, flotte Sprüche klopfend, Autogrammkarten verteilend. »Im Wahlkreis beginnt und endet es«, sagt er. Der Wahlkreis sei für einen Politiker wichtig. Nicht nur wegen der Wählerstimmen. »Ich bin im ganzen Land eingespannt, aber die Kraftquelle geht zurück auf die Heimat«, so der Minister.
Seine fünfte Sommer-Radtour in der Ortenau sei dies, hat er am Morgen bei der Begrüßung im Renchener Rathaus gesagt. Der Kontakt zur Basis und ein Info-Tag wie dieser seien für seine Arbeit von »höchster Wichtigkeit«, um die Lebenswirklichkeit nicht aus den Augen zu verlieren.
Die Lebenswirklichkeit präsentiert sich ihm in Renchen im Seniorenhaus, wo er nicht nur einen »hervorragenden Eindruck« gewinnt, sondern mit Jogerst auch über die Sozial- und Förderpolitik diskutiert

Danach im Haus der Jugend und Vereine spaziert Stächele durch die Räume, versucht sich beim Verein »Kukuk« am Klavier und krallt sich beim MGV »Eintracht« ein Notenheft, um den »Bajazzo« zu trällern. Auf der Treppe zwischen den Stockwerken spricht er von »Zukunftspolitik«, die die Renchener mit diesem Haus betrieben hätten. Die Vereine würden in der globalisierten Welt wieder mehr Bedeutung gewinnen. »Kompliment. Lob.«
Selbiges verteilt er großzügig bei der heimatec GmbH – für den Einsatz der ELR-Fördermittel, die er seinerzeit noch als Agrarminister vergeben hatte (»ein Glücksgriff«), die Mitarbeiterführung und das internationale Auftreten des Unternehmens.
Dann geht’s nach Erlach. Ins Weinhaus Bimmerle. Nach einem Begrüßungsgläschen Sekt und einer Keller-Führung gibt’s Schnitzel. Zur Stärkung für den Nachmittag bei Stahlbau Spinner, in der Ulmer Brauerei und beim politischen Stammtisch im Braustübel, wo der Info-Tag für Stächele wieder endet.

ZITAT
Autogramm
Willi Stächele bei der heimatec GmbH, wo der Radtross mit Schnaps und Honig beschenkt wurde: »Das einzige, das ich geben kann, ist ein Autogramm. Die Karte ist aber im Wahlkreis ein Gutschein für ein Viertele – einzulösen in jeder Wirtschaft.«

STICHWORT 1
Stächeles Stationen
Die 5. Sommer-Fahrradtour von Willi Stächele führte am Mittwoch durch Renchen, Ulm und Erlach.
Mit seinen »Mitstramplern« von der CDU absolvierte der Finanzminister folgende Stationen:
? Rathaus Renchen
? Seniorenhaus
? Haus der Vereine
? heimatec GmbH
? Weinhaus Bimmerle
? Stahlbau Spinner
? Ulmer Pfarrmättle
? Brauerei Bauhöfer

STICHWORT 2
Politischer CDU-Stammtisch im Ulmer Braustübel
Die Fahrradtour von Willi Stächele endete mit einem politische Stammtisch im Ulmer Braustübel. 40 Bürger hatten sich eingefunden. Stächele sprach über aktuelle Aspekte der Landespolitik.
Er freute sich, dass in Renchen vieles in die Wege geleitet wurde. Für die Betriebe sah er die Globalisierung als Herausforderung und Chance. Die Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen. 
Neben zentralen Weichenstellungen wie die Entscheidung für eine dezentrale Politik und für die soziale Marktwirtschaft nannte er die Mittelstandspolitik, der in Baden-Württemberg eine zentrale Bedeutung des Erfolgs zukommt.
Für die Bildungsoffensive würden 530 Millionen Euro zusätzlich aufgebracht. Zum Erhalt von Hauptschulen führte er aus, dass die Mindestzahl von 85 Schülern sicher kein Dogma sei, wenn er an abgelegene Gebiete in Schwarzwaldtälern denkt. Unter dem Effizienzgesichtspunkt sei der Erhalt einzelner kleiner Hauptschulen aber nicht richtig. Als Beispiele für eine sinnvolle  Zusammenlegung nannte er Ödsbach und Lautenbach sowie Fautenbach und Önsbach.
Defizite sah er in der Verkehrsinfrastruktur und verwies darauf, dass Projekte für 1,2 Milliarden Euro planfestgestellt sind und nur darauf warten, dass die Finanzierung gesichert werden kann. Dies sei nicht einfach vor dem Hintergrund des strikten Spar- und Konsolidierungskurses »Seit 35 Jahren gab es in Baden-Württemberg keinen ausgeglichenen Haushalt mehr«, betonte er. Seine Herausforderung: Keine Schulden machen bei der derzeitigen Lücke von rund 700 Millionen Euro.

 

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Veröffentlicht in Erlach

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