Kosten steigen bei »Lauf 21«
Neues Bürgerzentrum wird teurer / Gemeinderäte besprechen die Vorhaben nach den Großprojekten
Auch 2011 wird sich das Gesicht der Gemeinde Lauf verändern. Einige Gebäude werden abgerissen, Raiffeisengelände und neues Bürgerzentrum werden neu gestaltet. Das alles war nun Thema im Gemeinderat.
Zu einer Mammutsitzung kam am Dienstag der Gemeinderat Lauf zusammen. Noch vor dem ersten der 13 Tagesordnungspunkte beantragte Siegfried Huber (FBL), alle Punkte die nach 20 Uhr noch nicht abgearbeitet sind, zu vertagen. Letztlich schafften sie acht Punkte (die ARZ berichtet heute und morgen) Der Rest wurden auf nächstes Jahr vertagt, bevor das Gemeinderatsjahr mit dem Weihnachtsessen zu Ende ging.
»Wir müssen uns beeilen und sollten Ende 2011 die Projekte zum Landessanierungsprogramm abschließen«, sagte Siegfried Huber, als Bürgermeister Oliver Rastetter die Projekte nach Abschluss der Sanierung Alte Schule vorstellte. Priorität habe die Außenanlage rund um das neue Bürgerzentrum.
Über künftige Aufgaben hatte der Gemeinderat nicht-öffentlich Anfang Oktober beraten. Die Verwaltung legte nun einen Übersichtsplan vor. Demach werden in den nächsten Jahren über 420 000 Euro benötigt für Stellplätze, Vereinsunterkünfte und den Jugendtreff Schickeria – alles sei zu 50 Prozent zuschussfähig, erläuterte Rastetter. Er hat für das Landessanierungsprogramm eine Verlängerung bis 2012 beantragt, bis Februar soll ein Bescheid vorliegen.
Anträge aufgestockt
Die Gestaltung des Raiffeisengeländes ist mit 180 000 Euro, die Außenanlagen des neuen Bürgerzentrums sind mit 240 000 Euro veranschlagt. Die Investition in das neue Bürgerzentrum ist damit von geplanten 2,7 auf über 3,2 Millionen Euro gestiegen. Wohlweislich hat der Bürgermeister einen Aufstockungsantrag im Sanierungsprogramm gestellt. Die Gemeinderäte wollten sich nicht auf eine Prioritätenliste einlassen. Siegfried Huber (FBL) mahnte fehlende Gesamtkostenrechnungen an und nannte das System scherzhaft Lauf 21. »Wir dürfen nur verwirklichen, was wir auch schultern können«, hieß es bei den anderen Sprechern.
Siegfried Postler (LM) sah die Liste nur als Strategiepapier, an das man sich nicht zwingend halten muss. So wurde das Papier einstimmig zur Kenntnis genommen, aber nicht in vollem Umfang gebilligt.
Gleich zwei Planer arbeiten an den Außenanlagen (Architekt Reinhold Goldenbaum) und dem Raiffeisengelände (Gabriele Zimmermann, Zink-Ingenieure). Rudi Stange (LM) mutmaßte, dass sich die beiden nicht abgesprochen hätten, was jene aber verneinten. Da die Geschmäcker verschieden sind, seien jedoch unterschiedliche Vorlagen entstanden.
Während das Büro Zink die günstigeren Betonpflastersteine und schlichte Straßenlaternen für die 24 Parkplätze beim Raiffeisengelände vorsah, hatte Goldenbaum für die vordere Außenanlage Natursteinpflaster und eine moderne Halogenleuchte ausgewählt. Während Goldenbaum dort einen Baum pflanzen und eine Mauer bauen wollte, schlug Zimmermann für das Raiffeisengelände eine harmonische Begrünung vor.
Siegfried Huber, der mit Architekt Goldenbaum schon einmal Meinungsverschiedenheiten hatte, erinnerte an seiner Meinung nach unsinnige Planungen wie das Tonnendach für die Alte Schule. Dafür heimste er sich eine Mahnung des Bürgermeisters ein, der ihn bat »nicht in die Vergangenheit, sondern nach vorne zu schauen«. Die Abgrenzung hinter der Alten Schule durch eine Mauer missfiel Huber, der stattdessen Pflanzen vorschlug. Josef Graf (FBL) und Siegfried Postler (LM) wiedersprachen ihm jedoch, die angrenzenden Gebäude hätten ein Recht auf Privatsphäre und Sichtschutz.
Anschluss für draußen
Goldenbaum erläuterte, dass in der Mauer ein Carport integriert wird und ein Elektrokasten angebracht wird, um auch für Veranstaltungen im Freien gewappnet zu sein. Im hinteren Bereich des neuen Bürgerzentrums sollen auch Parkplätze geschaffen werden.
Ein Beschluss wurde am Ende nicht gefasst. Die Gemeinderäte beauftragten die Planer, bei den Bodenbelägen und Lampentypen Alternativen anzubieten. Allerdings besteht Zeitdruck. Eigentlich sollte die Ausschreibung im Januar starten.
STICHWORT
Einige Häuser verschwinden
Nach den Gestaltungen der Außenanlage Alte Schule und des Raiffeisengeländes steht der Abriss des Wohnhauses Schönmetzler an (Kosten 32 000 Euro). Ende 2011 soll die Gaststätte Gallheimer abgerissen werden (derzeit DRK), wo ein Parkplatz auch für das Josefshaus entstehen soll (60 000 Euro). Die Kleiderkammer des DRK hat noch keinen neuen Standort.
Auch 2011 wird der alte Bauhof abgerissen (33 000 Euro). Laut Rastetter sei auch ein Verkauf des Geländes inklusive Gebäude möglich. Eine Anfrage liege vor. Im Herbst beginnt die Umgestaltung des Rathauses in ein Vereinshaus (157 000 Euro). Einziehen werden Jugendzentrum, Turnverein, Wanderfreunde, Rebdaifl, Burgfalken, Groddelochhexen und Dämmerdämonen.
Das ehemalige Gasthaus Gallheimer wird 2011 einem Parkplatz weichen.
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