Koehler baut in Kehl neues Heizkraftwerk

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Arbeiten liegen im Zeitplan / Nach sechs Monaten Richtfest gefeiert

Halbzeit beim Bau des zweiten Heizkraftwerks für die Koehler Papierfabrik: »Wir liegen genau in der Zeit und im Budget«, sagte ein zufriedener Thomas Seibel, Geschäftsführer der RWE Innogy Cogen GmbH, die zusammen mit Koehler das neue Kraftwerk betreibt.

 

Noch ist es nicht so weit, aber lange wird es sicher nicht mehr dauern Dann werden sich die gereimten Worte des Poliers auf dem stählernen Koloss in der Bremerwörtstraße bewahrheiten: »Dieses Bauwerk, das ihr hier seht, liefert Energie von früh bis spät.« Nach einer Turbobauzeit von nur sechs Monaten sind die Rohbauarbeiten am neuen Biomasse-Heizkraftwerk nun beendet und das Richtfest wurde gefeiert.
Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage »Kehl II«, so der offizielle Name des Kraftwerks, soll Strom für rund 6000 Haushalte produzieren. Dafür werden Althölzer der Kategorien A I und A II (nicht oder nur gering mit Schadstoffen belastete Hölzer) sowie Frischholz verbrannt. Die Wärme, die dabei entsteht, wird in die benachbarte August Koehler AG geleitet und dient dort zur Trocknung von Spezialpapieren.
»Gute Nachricht«
Während derzeit die Wogen um das geplante Biomasse-Heizkraftwerk in der Weststraße hochschlagen, scheinen sie sich hier, nur mehrere hundert Meter entfernt, geglättet zu haben. In der Vergangenheit war auch der Bau von »Kehl II« wegen befürchteter höherer Schadstoff-Emissionen in die Kritik geraten. »Wir haben uns mittlerweile zu einem gutem Miteinander entwickelt«, versicherte Kehls Oberbürgermeister Günther Petry anlässlich des Richtfestes am Mittwoch und sprach von »einer guten Nachricht für Kehl«. Man habe sich beim Genehmigungsverfahren nicht nur an die »gesetzlich notwendigen Grenzen gehalten, sondern auch an die technisch und wirtschaftlich machbaren«

Wolfgang Furler, geschäftsführender Gesellschafter der Koehler Holding, klopfte den Machern der Papierfabrik noch einmal sprichwörtlich auf die Schulter: »Ohne die erfolgreiche Papierherstellung in Kehl wäre das zweite Heizkraftwerk nie in Erwägung gezogen worden.« Er und Thomas Seibel von RWE Innogy Cogen wollen mit diesem Projekt ein »Zeichen für Klimaschutz und Energieeffizienz in der Region Baden setzen«. Laut Seibels Berechnungen wird die neue Anlage im Vergleich zur bisherigen Lösung, die auf Erdgas als Brennstoff basiert, rund 25 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen. Durch die Erzeugung von Strom einerseits und der zusätzlichen Nutzung der Prozesswärme (das sind etwa 160 000 Tonnen Dampf im Jahr) soll das Kraftwerk einen Nutzungsgrad von bis zu 90 Prozent erreichen. Die Investitionskosten für die Anlage belaufen sich auf 25 Millionen Euro.

 

 

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Veröffentlicht in Oberkirch

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