Kindergartengebühren steigen in Renchen
Mehr Betreuung kostet auch mehr Geld
Mit der Anpassung der Gebühren für die Kindergärten und die kommunale Zusatzbetreuung im Rahmen der »Verlässlichen Grundschule« hatte sich der Gemeinderat am Montag zu befassen. Sprecher aller Fraktionen bezeichneten die vorgeschlagene Erhöhung als moderat.
Wie Kämmerer Karl-Heinz Moll in der Gemeinderatssitzung am Montag erläuterte, orientieren sich die Kindergartengebühren in Renchen an den Empfehlungen der kommunalen Landesverbände und der Kirchen, die sich auch für die Anpassung der Entgelte jeweils zum Beginn eines neuen Kindergartenjahres aussprechen Bei den empfohlenen Gebührensätzen wird ein Deckungsgrad von 20 Prozent der Elternbeiträge an den gesamten Betriebsausgaben für die Kindergärten angestrebt. Obwohl sich die Stadt Renchen seit Jahren an diesen Empfehlungen ausrichtet, werden in den beiden städtischen Kindergärten nur Deckungsgrade von 12,5 und 14,9 Prozent erreicht. Die personellen Anforderungen für das Angebot der verlängerten Öffnungszeit sowie der Kleinkinderbetreuung seien deutlich höher als erwartet. Deshalb werde in diesen Bereichen eine entsprechend höhere Anpassung erforderlich. Zudem soll in Zukunft die Ermäßigung für Zweit- und Drittkinder bei den Entgelten für die Kleinkindbetreuung entfallen.
Zusatzentgelt
Die neuen Nutzungsentgelte sehen ab dem 1. September für das 1. Kind 77 Euro (bisher 75 Euro) und für das 2. Kind 41 Euro (40 Euro) vor. Ein drittes und weitere Kinder einer Familie, die gleichzeitig den Kindergarten besuchen, bleiben frei. Das Zusatzentgelt für die erweiterte Öffnungszeit um eine Stunde täglich soll von 18,75 auf 19,25 Euro steigen. Die erweiterte Frühgruppe soll künftig 85 Euro (75 Euro) kosten, beim 2. Kind 45 Euro (40 Euro).
Dazu kommen differenzierte Gebühren für Kinder, die nur vormittags oder nur nachmittags in den Kindergarten kommen
Für Kinder unter drei Jahren mit maximal 6,5 Stunden Betreuungszeit sollen künftig 154 Euro (150 Euro) monatlich erhoben werden, bei einer Betreuungszeit unter vier Stunden täglich 95,50 Euro (92 Euro). Insgesamt wird die Erhöhung der Stadt Mehreinnahmen von rund 4000 Euro im Jahr bringen. Moll sagte, dass die Kindergartengebühren in Renchen nur für elf Monate jährlich erhoben werden. Dies sei beim Vergleich mit den Gebührensätzen anderer Gemeinden wichtig, die teilweise zwölf Monate kassieren.
»Gengenbacher Modell«
Wolfgang Bär (FWV) und Werner Bär (CDU) verwiesen darauf, dass die Kindergartengebühren in Renchen weiterhin vergleichsweise günstig sind im Vergleich zu anderen Gemeinden. Der Deckungsgrad zeige, dass die Stadt weiterhin den größten Teil der Kosten trägt, was ja auch richtig sei. So sah es auch Heinz Schäfer (SPD), der gleichzeitig an seine Anfrage erinnerte, ob die Kindergartengebühren einkommensabhängig gestaffelt werden könnten. Diese Überlegungen werden in der Verwaltung nicht verfolgt, so Moll. Er sei aber gerne bereit, den Fraktionen Unterlagen über dieses »Gengenbacher Modell« zur Verfügung zu stellen.
Familie und Beruf
Seit dem Schuljahr 2002/03 findet in den Kindergärten Renchen und Erlach auch eine Betreuung der Kinder im Rahmen der »Verlässlichen Grundschule« statt. Die entsprechenden Gebühren orientieren sich an der Gebührensatzung der Kindergärten. Da der Betreuungssatz pro Stunde monatlich auf 19,25 Euro angehoben wird, kostet die zweistündige Betreuung im Rahmen der verlässlichen Grundschule ab dem neuen Kindergartenjahr 39 Euro monatlich und das elf Monate im Jahr. Die Sprecher der drei Fraktionen begrüßten das Betreuungsangebot als Möglichkeit, Familie und Beruf besser in Einklang bringen zu können. Das Angebot werde erfreulich gut genutzt, erfordere aber auch einigen Aufwand, der sich in den Kosten niederschlägt. Die neuen Gebühren für die Kindergärten und das Betreuungsangebot wurden einstimmig beschlossen.