Keller contra Kist: Streit in Oberachern

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Der Stadt- und Ortsrat von der CDU wirft dem Kollegen vom Bürgerforum Populismus vor

CDU-Stadrat Bernhard Keller aus Oberachern, gleichzeitig Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVO), hat im Bauausschuss am Montag das Verhalten von Roland Kist (Bürgerforum), ebenfalls aus Oberachern, kritisiert. Keller wirft ihm unter anderem übertriebene Selbstdarstellung vor.

 

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/20657_1.jpgEigentlich, so könnte man meinen, sollte der Einsatz für ihren Heimatort die beiden Oberacherner Stadt- und Ortsräte Bernhard Keller (CDU) und Roland Kist (Bürgerforum) über Fraktionsgrenzen hinweg verbinden. Doch tatsächlich wirken die beiden seit Monaten wie Gegner Jüngstes Beispiel: eine Stellungnahme Kellers am Ende der Sitzung des Bauausschusses am Montag.
Obwohl Kist dem Bauausschuss gar nicht angehört, nahm Bernhard Keller auf einen in der ARZ am 1. Oktober veröffentlichten Antrag von Roland Kist Bezug, in dem Kist die zügige Umsetzung erster Schritte der Ortskernsanierung einforderte. Zudem hatte Kist davon abgeraten, einzelne Bereiche wie den Rathausplatz herauszunehmen, wie es der HVO um Bernhard Keller vorhat.
Keller warf nun Kist Populismus vor, dessen Antrag wiederhole nur das, was in der jüngsten Ortsratssitzung einstimmig beschlossen worden sei – unter anderem, dass das Sanierungsgebiet nur in einer Gesamtlösung überplant werden soll. »Es kann beim besten Willen nicht angehen, dass einer die gemeinsam beratenen Punkte zu seinem geistigen Eigentum erklärt«, trug Keller am Montag vor. Dies sei ein Schlag ins Gesicht der Ortsräte und kein guter Stil, kritisierte Keller.
Der Heimat- und Verschönerungsverein will laut Keller mit ehrenamtlichen Leistungen helfen, einen Teil des Gesamtplans zu übernehmen, den Rathausplatz. Der Verein habe Vorschläge gemacht, wie dies dank Sponsoren und Eigenmitteln zu finanzieren sei. Der Plan würde in Kooperation mit der Stadt entwickelt – dies allerdings »nicht nach Kist-Manier zuerst zur Presse«, sagte Keller, vielmehr habe der Verein zuerst das Gespräch mit der Stadtverwaltung gesucht

Guter Grundgedanke
Keller sagte, dass das »Zerreden des an sich guten Grundgedankens« nicht förderlich sei. Das Angebot des HVO sei kein Muss. »Wir werden uns sicher nicht vor Langeweile erschießen«, so Keller wörtlich.
In Abwesenheit von Roland Kist nannte dessen Fraktionskollege Rolf Glaser die Stellungnahme Kellers »nicht fair«. Glaser sagte, dass »kein Mensch die Arbeit des HVO in Misskredit bringen« möchte, er selber will als Pensionär dort aktiv sein. Roland Kist gehe es darum, das wichtige Projekt in jedem Fall ganzheitlich zu planen und keine isolierten Aktion anzugehen. OB Klaus Muttach sagte, dass Stadtplaner Wolfgang Becker wie verabredet baldmöglichst das Konzept vorstellen wird.
Keller hätte eigentlich nur einen Wunsch oder Antrag abgeben dürfen, sagte der OB. Eine Stellungnahme sei nur zur Abwehr eines Vorwurfs möglich. Und ob ein Antrag aus der Vorwoche dazu ausreicht, das müsste der OB erst nachprüfen. »Das mache ich, wenn ich alle anderen wichtigen Probleme Acherns gelöst habe«, so der OB gestern zur ARZ.

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