Jetzt geht’s rund in Önsbach

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Gemeinde bekam diese Woche die endgültige Zusage für den Bau des lange umkämpften Kreisverkehrs

Als »Tag der Freude für Önsbach« wertete Klaus Bär das Ergebnis einer Pressekonferenz, zu der am Dienstagmorgen in die Ortsverwaltung eingeladen war. Vom Baulastträger gab es die verbindliche Zusage, dass der Bau des Kreisverkehrs an der Kreuzung B 3 / K 5311 im Frühjahr beginnt.

 

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/20731_1.jpgAn der Pressekonferenz im Sitzungssaal des Rathauses nahmen neben Ortsvorsteherin Christine Rösch und Roland Gäßler vom Landratsamt Ortenau auch Oberbürgermeister Klaus Muttach, Bürgermeister Dietmar Stiefel, Sachgebietsleiter Tiefbau Ralf Volz sowie Mitglieder des Ortschaftsrates und ein Bürger teil
»Wir hoffen, dass wir heute neue Informationen zum wichtigsten Verkehrsprojekt unserer Ortschaft bekommen«, betonte Rösch zum Auftakt und ging auf die lange Vorgeschichte des Kreisverkehrs ein. Nach der Genehmigung der Planung habe die Ortsverwaltung intensive Gespräche mit Grundstückseigentümern und Anliegern geführt, und das mit positiven Ergebnissen.
Das Interesse an der Durchführung der Maßnahme sei sehr groß, zumal die Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt bei Sperrungen der Autobahn noch erheblich verschärft werde.
Die Notwendigkeit der Maßnahme wurde auch von Oberbürgermeister Muttach unterstrichen. Er stellte vor allem die Rolle von Frank Scherer heraus, der sich schon als Regierungsvizepräsident beim Bund für das Projekt einsetzte und nach der Wahl zum Landrat auch auf Kreisebene positive Akzente setzte.
Die Finanzierung erfolge weitgehend über Bund und Kreis, Aufgabe der Stadt waren bislang die Vorbereitungen und Grundstücksverhandlungen, beim Bau sei sie für die Gehwege ab Bordsteinkante zuständig und Kostenträger. Zu überprüfen sei, ob im Zuge der Maßnahme auch einzelne Abwasserkanäle saniert werden müssen.
Mit Staus ist zu rechnen
Auf die »fast unendliche Geschichte« ging Roland Gäßler für die Baulastträger ein und machte deutlich, dass die Ausschreibungen der Maßnahme noch in diesem Jahr veröffentlicht werden

Die Genehmigung des Fachausschusses und die Auftragsvergaben werden am 1. Februar erfolgen, so dass je nach Witterung im Frühjahr 2011 begonnen werden kann. Die Dauer der Bauzeit bezifferte er auf 10 bis 12 Wochen. Vorgesehen sei, die Kreisstraße im Knotenbereich zu sperren und den Verkehr auf der B3 einseitig über eine Ampelregelung zu führen Das werde sicher nicht einfach, mit Rückstaus sei in diesen Wochen zu rechnen. Die ursprüngliche Absicht, bereits in diesem Herbst zu beginnen, musste aufgegeben werden - die häufigen Sperrungen der A5 wären für eine Baumaßnahme an der B3 fatal geworden.
Im Frühjahr sei das anders, da im Winter der Verkehr auf der A5 auf die bis dahin fertig gestellte neue Fahrbahnseite überführt werde, sie sei dann breiter als der bisherige Fahrbahnstreifen, auch Sperrungen für Sanierungsmaßnahmen seien dann nicht mehr notwendig. Abschließend stellte Gäßler die Planung des Kreisverkehrs vor, der einen Durchmesser von 32,5 Metern aufweist.
Ein Aushängeschild
Dieser Durchmesser liege an der unteren Grenze, normal seien 35 bis 40 Meter. Die Reduzierung erfolgte, so Gäßler, weil man mit möglichst wenig Grunderwerb auskommen wollte. Für den Schwerlastverkehr reiche der vorgesehene Durchmesser aber aus. Der Abbruch der Brücke Richtung Wagshurst werde mit Sicherheit erst erfolgen, wenn der Kreisverkehr fertig gestellt sei, versicherte er auf Anfrage von Reinhard Brenneisen.
Klaus Bär freute sich über die Durchführung der Maßnahme und regte an, das Innere des Kreises dann auch als »Aushängeschild der Ortschaft und der Großen Kreisstadt« schön zu gestalten. Für die Art der Gestaltung sei der Ortschaftsrat zuständig, so der OB. Zentrale Frage sei, ob es jetzt noch unvorhersehbare Hürden geben könnte, betonte Klaus Pflüger und verwies auf die große Skepsis im Ort, die sich angesichts der Verzögerungen breit machte.
Einige Probleme bleiben
»Viele glauben erst dann an den Bau des Kreisverkehrs, wenn die Bagger dastehen«, meinte er. Dass der Kreisel auch zur Verringerung der Geschwindigkeit im Ort beitrage, sah der OB als positiven Nebeneffekt. Möglicherweise gehe das in Spitzenzeiten zu Lasten des Durchgangsverkehrs, wichtig sei aber auch der Verkehrsfluss auf untergeordneten Straßen, so Gäßler.
Eine Chance, während der Bauzeit auf eine Ampelregelung auf der B3 zu verzichten und den Verkehr zweispurig zu führen sah er nicht - dies gehe zu sehr zu Lasten der Bauzeit und der Qualität der Ausführung.
Angespochen wurden auch die Umleitungen für die Kreisstraße. Mit Betrieben, die viel Lastwagenverkehr haben, soll im Vorfeld gesprochen werden. Auch mit den Anliegern werden Gespräche geführt.
So sehr er den Kreisverkehr begrüßte, warnte Klaus Bär vor zuviel Euphorie. Alle Probleme werden dadurch nicht gelöst, meinte er im Hinblick auf den Durchgangsverkehr und die Probleme der Anlieger im südlichen Teil der B3, die es in Spitzenzeiten des Verkehrs weiterhin schwer haben werden, aus ihren Grundstücken auszufahren.

STICHWORT I
Kostenteilung
Amtsleiter Roland Gäßler als Vertreter der Baulastträger Regierungspräsidium (Bund) und Kreis bezifferte die Kosten der Baumaßnahme auf 275000 Euro. Hiervon entfallen nach aktuellem Stand der Zahlen 144000 Euro auf den Bund und 120000 Euro auf den Kreis, die Stadt Achern wird 11000 Euro aufzubringen haben. »Diese Zahlen wurden im Hinblick auf den Haushalt 2008 errechnet«, so Gäßler, eine Erhöhung sei nicht auszuschließen. Genaueres lasse sich sagen, wenn die Angebote vorliegen und sie Submission erfolgt.

STICHWORT II
Eine unendliche Geschichte
Sowohl Ortsvorsteherin Christine Rösch als auch einige der Diskussionsteilnehmer gingen auf die lange Vorgeschichte des Kreisverkehrs in Önsbach ein. Die Idee wurde erstmals vor 25 Jahren vom inzwischen verstorbenen Ortschaftsrat Egon Friedrich vorgetragen, fand aber keine Mehrheit. Ab Mitte der 90-er Jahre gab es dann aber angesichts der absoluten Notwendigkeit parteiübergreifend Bemühungen um die Realisierung des Projekts. Mit dem Amtsantritt von Oberbürgermeister Klaus Muttach und der Wahl von Landrat Frank Scherer sei Bewegung in die Sache gekommen, die erforderlichen Mittel wurden bereitgestellt und der Plan Ende Juli 2009 genehmigt. Der anvisierte Baubeginn nach den Ferien 2010 verzögerte sich angesichts der Verkehrssituationen beim Ausbau der A5, im Frühjahr 2011, so die klare Zusage, gehe es jetzt los.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/20731_1.jpg

Eine erhebliche Entlastung der Verkehrsproblematik in Önsbach versprechen sich alle Beteiligten vom nun endgültig genehmigten Kreisverkehr.

Jetzt klicken und 10 Tage kostenlos Zeitung lesen

 

www.pricecrash24.com

 

Werbung

Veröffentlicht in Önsbach

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post