Goldene Zeiten für Anleger
Preis für Edelmetall bricht alle Rekorde / Barren und Münzen als Geldanlage trotz Risikos geeignet
Seit Jahren erreichen die Preise für Gold neue Höchststände. Viele Kunden sind verunsichert, ob sie noch in das Edelmetall investieren sollen. Nach Meinung von Experten ist Gold in größeren Mengen als sichere Wertanlage geeignet. Trotzdem: Ein gewisses Risiko bleibt!
Gerade zur Weihnachtszeit sind die Städte in goldenes Licht getaucht. Seit jeher fasziniert die Atmosphäre, die vom Glanz des Edelmetalls ausgeht. Nun kommt noch dazu, dass der Wert des Goldes seit Jahren stetig steigt Nicht verwunderlich, dass auch der Stadtmarketingverein Oberkirch im diesjährigen Gewinnspiel mit einem Goldbarren im Wert von 6000 Euro lockt.
Doch ist Gold als Wertanlage überhaupt geeignet und was raten Experten Kunden, die ihren Schmuck, Zahngold, Münzen oder einen Barren verkaufen wollen? Gold sei als Kapitalanlage »durchaus interessant«, so die einhellige Meinung, und eine Alternative zu Aktien. »Wer sich überlegt in Gold zu investieren, sollte dies in Form von Goldbarren oder Münzen machen. Der Sammlerwert bei letzteren liegt aber oft deutlich über dem reinen Goldpreis. Grammweise Gold zu kaufen lohnt sich nicht«, erklärt Volker Börsig, zuständig für das Marketing der Goldschmiede Busam in Oberkirch.
Den Anlagewert von Schmuck könne man nicht primär über den Goldpreis festlegen. »Durch die individuelle Herstellung sollte man den Goldschmuck mehr als ideelle Wertanlage betrachten«, sagt Börsig. Was Juwelier Hermann Fritz, Inhaber von »Zipf-Fritz – Optik und Uhren« unterstreicht. »Schmuck hat zumeist einen höheren, individuelleren Wert.« Wer sich eine größere Menge Gold kaufen will, kann das bei einer Bank machen. Dort wird nur handelsfähiges, unbeschädigtes Feingold als Barren, Münzen – wie der südafrikanische Krügerrand – oder Medaillen angeboten wie Rolf Jürgen Vogt, Abteilungsdirektor für Marketing der Volksbank Offenburg erklärt.
»Spekulatives Geschäft«
Durch den hohen Goldpreis sei die Nachfrage 2010 deutlich gestiegen, so Vogt. Obwohl es keine Zinsen gebe, hat Gold den Vorteil, dass man »etwas in der Hand« habe, und es sich als sichere Wertanlage bewährt habe, glaubt auch Fritz. Einig sind sich alle Experten, dass es sich weiterhin um ein »spekulatives Geschäft« handelt und man schwer voraussagen könne, wie sich der Preis weiterentwickelt. »Es kann auch schnell wieder nach unten gehen«, warnt Vogt vor überhöhten Erwartungen.
Beim Kauf/Verkauf von Gold entfällt die Umsatzsteuer, wenn es sich um Gold zu Anlagezwecken handelt. Kauft ein Privatanleger Gold, sollte er mindestens ein Jahr abwarten, wenn er es wieder verkaufen möchte – erst dann sind die Gewinne steuerfrei.
Hintergrund
Vorsicht beim Goldverkauf ist oberstes Gebot
»In den letzten Jahren kommen verstärkt Kunden zu uns, um ihr Alt- oder Feingold verkaufen«, erzählt Juwelier Hermann Fritz. Er mache zwar keine Werbung, trotzdem sei das Interesse groß. Eine erhöhte Nachfrage von Leuten, die ihr Gold verkaufen wollen, kann Volker Börsig, Marketingbeauftragter der Goldschmiede Busam dagegen nicht erkennen. »Bei uns kann man den Wert des Goldes schätzen lassen. Wer mit Schmuck erscheint, dem bieten wir an, ein neues Schmuckstück aus dem alten anzufertigen, der Goldwert wird verrechnet.« Will man sein Altgold aber verkaufen, sollte man sich an seriöse Ankäufer wenden. »Ein guter Käufer muss immer einen Festpreis garantieren und diesen auch öffentlich nennen, zum Beispiel in einer Werbeanzeige. Das verhindert eine Willkür bei der Preisgestaltung«, erklärt Edelmetallhändler Gerd Stetter aus Sasbachwalden, der seit sechs Jahren eine Filiale in der Renchtalpassage betreibt. »Wir kaufen alles, was Gold enthält«, so Stetter, Inhaber von rund 70 Filialen. Nach dem Ankauf wird das Edelmetall eingeschmolzen und aufgearbeitet.
Aus Schmucklegierungen wird das Gold zum Beispiel in einer Edelmetall-Scheideanstalt wieder zurückgewonnen. »Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wenn der Preis steigt, weniger Leute ihr Gold verkaufen wollen – mit der Hoffnung auf weitere Steigerung. Fällt der Preis bekommen einige Panik und wollen ihr Gold schnell loswerden«, resümiert Stetter. Für die drei Goldexperten ist Vorsicht oberstes Gebot: »Im Moment gibt es sehr viele Aufkäufer, manchmal wird die Not der Leute ausgenutzt und sie zum Verkauf gedrängt«, meint Börsig. »Da sollte man aufpassen.«
Der Wert für eine Feinunze Gold, das sind 31,1 Gramm Feingold mit 99,9 Prozent Goldgehalt steht aktuell auf einem Rekordniveau von über 1000 Euro. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Goldpreis mehr als verdreifacht, im Vergleich zu 2008 ist der Wert um nahezu das Doppelte gestiegen.
Gold: Seit über 5000 Jahren wird Gold von Menschen gefördert und verarbeitet – zu Ringen, Ketten, Münzen oder Goldbarren. Die Faszination für das Edelmetall ist ungebrochen, sein Wert steigt seit langem an.
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