Gastwirte begrüßen längere Öffnungszeit
Hauptversammlung des Dehoga-Bezirks Achern in Önsbach / Investitionen von rund 19 Millionen Euro
Als große Erfolge wertet man beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) die Absenkung des Mehrwertsteuersatzes in der Hotellerie von 19 auf sieben Prozent und die Verkürzung der nächtlichen Sperrzeiten 16 der 90 Mitglieder des Bezirks Achern kamen am Mittwoch zur Hauptversammlung in die Grillstube Rose in Önsbach.
»Die Hotellerie hält Wort«, sagte Bezirksvorsitzender Willi Prestel aus Sasbachwalden in seinem Jahresbericht. Die Einführung des geringeren Mehrwertsteuersatzes zum 1. Januar habe dafür gesorgt, dass in den Hotels dringend notwendige Investitionen angepackt und neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Im Ortenaukreis seien Investitionen von rund 19 Millionen Euro und 66 neue Mitarbeiter an den Verband gemeldet worden. »Das bezeugt, dass es höchste Zeit war«, so Prestel. Er hofft, dass sich eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes in Zukunft auch für die Gastronomie erreichen lasse.
Von einem »großartigen Investitionsverhalten der Hoteliers im Ortenaukreis, welches eventuelle Steuerausfälle eigentlich kompensiert«, sprach der Geschäftsführer der Dehoga Karlsruhe, Hans-Christoph Bruß. Er beklagte eine »Geldgier mancher Kommunen«, die den Hoteliers die Steuererleichterung über eine Bettensteuer oder Kulturförderabgabe wieder entziehen wollten. Dies sei in Karlsruhe und Stuttgart abgewehrt worden, in anderen Regionen bundesweit aber bereits in den Startlöchern.
Noch kein Aufschwung
Als Erfolg bewertete Hans-Christoph Bruß die Verkürzung der Sperrzeiten seit 1. Januar von vorher 1 Uhr auf 3 Uhr von Sonntag bis Donnerstag und auf 5 Uhr am Freitag und Samstag. Ausnahmen seien nur in Kurorten (bis 2 Uhr) und über kommunale Satzungen möglich
Die Betriebe sparen dadurch die Antragstellung auf Verkürzung der Sperrzeit und die damit verbundenen Gebühren.
Derzeit bietet die Branche in Baden-Württemberg 9600 Ausbildungsplätze, davon allein 4000 für Köche. Hier wünscht sich der Berufsverband der Gastwirte und Hoteliers eine Änderung im Jugendarbeitsschutz. Bisher dürfen Auszubildende nur bis 22 Uhr beschäftigt werden. Eine Ausdehnung auf 24 Uhr sei wünschenswert, so der Geschäftsführer. Ein wirtschaftlicher Aufschwung, so Bruß weiter, sei noch nicht in der Hotellerie und erst recht nicht in der Gastronomie angekommen.
Die Zahl der Mitglieder im Dehoga-Bezirk Achern liegt seit rund zehn Jahren um die 90. Willi Prestel wünscht sich hier einen Aufwärtstrend.
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