Für den »genetischen Zwilling« Stammzellen gespendet

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Harald Ganter aus Bottenau gibt mit seiner selbstlosen Aktion einem Leukämiekranken neue Hoffnung / Spenderdatei vermittelte

Der Bottenauer Harald Ganter hat Stammzellen für einen Leukämiekranken gespendet. Er hofft nun, dass die Therapie bei seinem »genetischen Zwilling« anschlägt.

 

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/20598_1.jpgUm Leukämiekranken Hoffnung zu geben, ließ sich Harald Ganter im Jahr 2004 in die Stammzellspenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung aufnehmen Der Angestellte aus Bottenau nutzte die Gelegenheit, als sein Arbeitgeber eine Typisierungsaktion zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung veranstaltete. Eine Einverständniserklärung ausgefüllt, ein kleiner Piks, um fünf Milliliter Blut zu gewinnen, und die Aufnahme in die Datei, in der heute 400 000 mögliche Spender registriert sind, war komplett.
Im März 2010, sechs Jahre später, erhielt der 43-Jährige die Nachricht von der Stiftung, dass er in die engere Auswahl für einen Patienten gekommen sei: Seine genetischen Merkmale stimmten mit denen eines Leukämiekranken überein, so dass er diesem mit einer Stammzellspende womöglich das Leben retten könnte. Zu helfen war für ihn selbstverständlich: »Ich war auf der Sonnenseite des Lebens, gesund, und da gab es einen Menschen, der mit meiner Hilfe eventuell wieder Lebenskraft und Gesundheit zurückbekommen konnte.«
Nach einem kompletten Gesundheitscheck war es Ende Juni so weit und Harald Ganter reiste nach Birkenfeld an. Begleitet wurde der zweifache Familienvater von seiner Frau und seinem jüngsten Sohn, der unbedingt sehen wollte, wie solch eine Spende abläuft.
Nach einem Frühstück ging’s morgens los: In einem ständigen Kreislauf wurde das Blut des Spenders aus der Armvene durch einen Zellseperator geleitet und über eine andere Vene zurückgeführt. Bei diesem mehrstündigen Verfahren werden Stammzellen aus dem Blut »herausgewaschen«

Zellen »herausgewaschen«
Außerdem musste sich der Hobby-Sportler in einer kurzen Vorbereitungszeit, ein paar Tage vor der eigentlichen Spende, ein Medikament selbst spritzen, das die Produktion der Stammzellen im Körper anregt. Oft können dabei Nebenwirkungen, wie Knochen- und Gliederschmerzen, die einer Grippe gleichen, auftreten. Auch Harald Ganter bekam sie zu spüren. Er hatte starke Kopfschmerzen: »Es ging mir zwei Tage lang recht schlecht, aber nach dem Beginn der Spende verflogen die Schmerzen und ich spürte, als nach viereinhalb Stunden alles vorbei war, nichts mehr.« Trotz all der Strapazen, die Harald Ganter auf sich nehmen musste, würde er wieder spenden, auch wenn er noch gar nicht weiß, wie sein »genetischer Zwilling« die Transplantation vertragen hat. Erst nach Monaten können über den Gesundheitszustand des Patienten genauere Aussagen gemacht werden. Ein Kennenlernen ist bei beiderseitigem Einverständnis erst nach zwei Jahren möglich – aus Gründen des Datenschutzes.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/20598_1.jpg

Harald Ganter aus Bottenau spendete Stammzellen für einen Leukämiekranken. Den ersten Schritt dazu hatte er schon vor sechs Jahren unternommen, als er sich als Spender registrieren ließ.

Jetzt klicken und 10 Tage kostenlos Zeitung lesen

www.pricecrash24.com

Werbung

Veröffentlicht in Bottenau

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post