Eine Botschafterin des Friedens
Die Erlacher haben Edith Stein als Co-Patronin ihrer Pfarrkirche auserkoren / Feierstunde am Freitag
Zur Verehrung Edith Steins, der neuen Co-Patronin der Erlacher Pfarrkirche, wurde bei der Oberkircher Glaskünstlerin Manuela Bijanfar ein Fenster in Auftrag gegeben. Am kommenden Freitag, 10. März, wird dieses der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die neue Co-Patronin der Pfarrgemeinde Erlach, Edith Stein, war immer auf der Suche nach dem Sinn und Urgrund des menschlichen Daseins Sie war wissenschaftlich erfolgreiche Philosophin und Lehrerin, politisch aktive Frauenrechtlerin und als Gott in der Stille begegnende Mystikerin bis zu ihrer Vergasung in Auschwitz leidenschaftlich engagiert.
Trotz ihres schweren Lebens war Edith Stein kein trauriger oder verbissener Mensch. Sie hatte Ernst und Verantwortlichkeit, doch zugleich hat sie in ihrem Leben auch das fröhliche, heilende und ausstrahlende Herz. Eine Botschaft des Friedens ging von ihr aus, selbst inmitten einer Atmosphäre des Todes, brutaler Gewalt. »Gerade in einer Zeit wie heute kann sie sehr viel Kraft geben, Lichtquelle übermitteln und Hoffnung geben«, so Pfarrer Albert Lehmann.
Edith Stein wurde am 12. Oktober 1891 als elftes Kind der Familie in Breslau geboren. Sie wurde im jüdischen Glauben erzogen. Als Gymnasiastin und Studentin ist sie ungläubig geworden. Sie wurde zur Frauenrechtlerin sowie Schülerin des Philosophen Edmund Husserl, bei welchem sie auch die Promotion und wissenschaftliche Assistentin machte. In dieser Zeit war sie auf der Suche nach unbedingter Wahrheit und findet nur begrenzte Antworten. Ein Riss durchzieht ihre Gestalt. Später wird sie sagen: »Wer die Wahrheit sucht, sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.«
Am 1. Januar 1921 wurde sie in Bad Bergzabern getauft und 1922 konvertiert sie zum Christentum. Sie ist anschließend tätig als Gymniasallehrerin und Dozentin eines wissenschaftlichen Instituts in Münster sowie Referentin auf europäischen Kongressen. 1933 erhält sie Berufsverbot und tritt in den Kölner Karmel ein
Sie hat den Namen Schwester Teresia Benedicta a Cruce angenommen, was »die vom Kreuz Gesegnete« bedeutet. Aus politischen Gründen erfolgt ein Wechsel in den Karmel von Echt/Holland. Anfang August 1942 wird sie, nach einem holländischen Hirtenwort zur Judenverfolgung, von der Gestapo abgeholt. Zusammen mit 986 Männern, Frauen und Kindern erfolgt die Inhaftierung. Am 7. August 1942 wird sie nach Auschwitz deportiert und bereits zwei Tage später folgt der Tod in einer Gaskammer. Am 1. Mai 1987 wird Edith Stein in Köln selig gesprochen. Und schon am 11. Oktober 1998 wird sie in Rom heilig gesprochen.
Besondere Verehrung
In Erlach gab es bereits im vergangenen Jahr zu Ehren von Edith Stein ein Kirchenkonzert, das unter dem Motto stand: »Durst nach Leben.« Es war ganz ihren Lebensstationen gewidmet. Künftig soll die Co-Patronin in Erlach besonders verehrt werden. Aus diesem Anlass erhält die Erlacher Kirche über dem Haupteingang ein neues »Edith-Stein-Fenster«, welches von der Oberkircher Künstlerin Manuela Bijanfar gefertigt wurde.
Im Rahmen einer besinnlichen Stunde wird am kommenden Freitag, 10. März, um 19 Uhr, in der Pfarrkirche dieses neue Fenster vorgestellt und eingeweiht. Orgelstücke und Lieder des Kirchenchores umrahmen diese »besondere Stunde«. Sie wird zugleich mit Gedanken und Texten von Pfarrer Albert Lehmann, dem Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Horst Öhler sowie der Künstlerin Manuela Bijanfar feierlich mitgestaltet.