Ein Stück mehr Sicherheit für Oberkirchs Schulen

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Für den Fall eines Amoklaufes existieren Krisenpläne / Technik soll helfen

Auch an den Oberkircher Schulen existieren Notfallpläne für den Fall eines Amoklaufs. Das Land hat sie in einer Verordnung vorgeschrieben. Die Stadt will ihre Schulen zudem mit baulichen Maßnahmen noch sicherer machen.

 

Ein Patentrezept, wie Schulen und Behörden mit einem möglichen Amoklauf umgehen sollen, gibt es nicht. »Es gibt keine Vorgaben, wie man einen Amoklauf erkennen oder verhindern kann«, fasst Klaus Lienert, der geschäftsführende Rektor der Oberkircher Schulen, zusammen Trotzdem gibt es an den Schulen seit längerem Krisenteams.
Damit ist für den Krisenfall festgelegt, wer welche Aufgaben koordiniert. Gleichzeitig, so Lienert, übernehmen die Teams vorbeugende Maßnahmen und sind erste Ansprechpartner für den Fall, dass es Hinweise auf eine mögliche Tat gibt. Die theoretischen Maßnahmen sind nur im Kollegium besprochen worden, nicht aber mit den Schülern. Lienert: »Das wäre das kritischste, was wir tun könnten«, weil Panik entstehen und es Trittbrettfahrer auf den Plan rufen könnte.
Sollte es wirklich zu einem Gewaltakt kommen, gilt für die Lehrer ein Gebot: »Dem Amokläufer so viele Menschen wie möglich zu entziehen«. Den Täter aufzuhalten, ist dann Aufgabe der Polizei, die detaillierte, digitale Lagepläne von allen Schulen vorliegen hat.
»Die Sicherheit an den Schulen hat höchste Priorität«, ergänzt auch Ordnungsamtsleiter Christoph Lipps. Beim Regierungspräsidium Freiburg gibt es zudem ein Kriseninterventionsteam, das per Hotline zu erreichen ist.
Planung abgestimmt
Krisenpläne für Gewaltvorfälle sind landesweit vorgeschrieben für jede Schule und mit dem Schulträger, der Stadt, ebenso abgestimmt wie mit Polizei und Feuerwehr. Alle Details will Lipps nicht nennen: »Man kann nur bis zu einem gewissen Grad Informationen geben, weil die Sicherheitsmaßnahmen sonst ins Leere laufen.«
Die Stadt selbst prüft gerade, wie man die Sicherheit durch bauliche Maßnahmen verbessern kann

»Wir sind schon recht weit, Ende des Monats wird es genauere Informationen geben«, so Lipps. Im Falle der Realschule sind sie schon erfolgt. Details will Rektor ­Lienert nicht nennen. Sie hätten aber »die gefühlte Sicherheit ein Stück weit erhöht.«
Eines steht für Lipps und ­Lienert bei den Planungen unisono fest: »Du kannst eine Schule nicht in einen Hochsicherheitstrakt verwandeln.«

Hintergrund
»Drohung« sorgte für Aufregung
Für »mächtig Wirbel gesorgt« hat an der Oberkircher Realschule die Morddrohungen, die ein Schüler auf der Internetplattform »Facebook« erhalten hat, so Rektor Klaus Lienert. »Das wurde so weitergegeben, als wenn hier ein Amoklauf stattfinden sollte.« Diese Befürchtung war glücklicherweise »völlig unbegründet«, so Lienert.
Ein anonymer Hacker hatte sämtliche Facebook-Mitglieder bedroht, die nicht nur ihren Freunden, sondern allen Teilnehmern weltweit erlaubt hatten, sie zu kontaktieren.

 

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