Ein Mensch mit Vorbildcharakter

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Landrat Klaus Brodbeck verlieh gestern Abend Heinz Schäfer das Bundesverdienstkreuz am Bande

Etwa 150 Freunde, Bekannte und Weggefährten von Heinz Schäfer feierten gestern Abend im Bürgersaal des Rathauses mit dem engagierten Renchener. Für seine Verdienste um das Gemeinwohl bekam er das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

 

»Es ist die höchste Form der Anerkennung und des Dankes der Bundesrepublik Deutschland für hervorragende Dienste und Leistungen um das Gemeinwohl«, sagte Bürgermeister Bernd Siefermann zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande und hob Heinz Schäfers »enormen Einsatz« hervor: »Wir sind stolz auf ihn.«
Die Liste von Schäfers ehrenamtlichen Tätigkeiten ist lang (siehe dazu »Zur Person«) – sie reicht von Ämtern in Kommunalpolitik, Sport, Kultur bis zur Kirche. Einen Blick auf Leben, Berufsweg und sein öffentliches Wirken warf Landrat Klaus Brodbeck, für den Schäfer ein »langjähriger kommunalpolitischer Weggefährte und Freund« ist. Brodbeck lieferte auch eine Erklärung für Schäfers Motivation: »Sein einzigartiges Engagement ist auf seine feste Verbundenheit und Liebe zu Renchen zurückzuführen.« Der Landrat bezeichnete Schäfer als »überzeugten Sozialdemokraten«, der aber stets die Sache vor die Parteipolitik stelle.
Zudem hob er Schäfers schriftstellerisches Talent (»mit ausdrucksvoller Sprache und gezielter Ironie«) hervor: »Es gelingt ihm Geschichte anschaulich und lebendig darzustellen.« An »Originalität und Humor kaum zu überbieten« seien Schäfers Fasentsauftritte. Schließlich resümierte Brodbeck: »Sein ehrenamtliches Wirken geht weit über das hinaus, was gemeinhin als normal bezeichnet wird.« Mit dem Wink, »sich nicht auf seinen Lorbeeren auszuruhen« heftete der Landrat schließlich Schäfer das Bundesverdienstkreuz am Bande ans Revers.
»Als Paradebeispiel bürgerschaftlichen Engagements« sieht auch die SPD-Kreisvorsitzende Elvira Dobrinksik-Weiß, MdB, Heinz Schäfer. Allerdings hatte sie kurzfristig abgesagt. Laut Siefermann wurde sie »in Berlin gebraucht«

 

Über den Bürgermeister ließ sie aber ausrichten: »Menschen mit Vorbildcharakter wie Heinz Schäfer bräuchten wir noch mehr.«
»Er ist seit 24 Jahren weit mehr als nur ein aktives Mitglied der SPD«, lobte die Vorsitzende der Renchener Sozialdemokraten, Christa Winkler, ihren Parteigenossen. Als »Vorbild für die Jugend«, »Mann mit Ideen« und »Allrounder, der überall gebraucht wird«, bezeichnete Kreisbrandmeister Günther Wurth seinen Feuerwehrkameraden. Attribute wie »gründlich, gewissenhaft, ehrlich, humorvoll und ironisch – doch stets dem Anlass angepasst; korrekt, loyal, kritisch und kooperativ« hatte Wolfgang Bär, zweiter Bürgermeister Stellvertreter für den Ratskollegen parat, dem er auch ein »Helfersyndrom« zuschrieb.
Einen treffenden Vergleich zog Augustin Hodapp, Präsident des SC Önsbach. Er verwies auf den »Abenteuerlichen Simplicissimus«, wo es heißt »vom Schäferstock zum Grafen«. Hodapp sah die eindeutige Parallele: »vom Kinderturnen zum Bundesverdienstkreuz«.
Als einer, »der äußerlich ruhig wirkt, innerlich aber die Hände über den Kopf zusammenschlägt«, bedankte sich schließlich Heinz Schäfer bei jenen, die ihn auf seinem Weg bisher begleitet haben – allen voran Ehefrau Doris und der Familie: »Ohne ihren Rückhalt und ihre Unterstützung wäre das alles nicht möglich gewesen.«

Zur Person

Der Renchener Heinz Schäfer ist seit 1958 ohne Unterbrechung bei Grundbau-Keller beschäftigt. Durch ein Abendstudium hat er die Fachschulreife und staatliche Prüfung als Techniker absolviert. Anlässlich seines 60. Geburtstag im Dezember vergangenen Jahres wurde er zum Betriebsingenieur ernannt. Seit Jahrzehnten ist er in vielen Bereichen ehrenamtlich in Renchen tätig, wovon eine Reihe Urkunden, Ehrennadeln und sonstige Auszeichnungen und Titel zeugen.
So war er 1960 Gründungsmitglied des Spielmannszuges, in dem er bis heute aktiver Spieler der Tenor-Flöte ist. Weiterhin ist er ein engagiertes Vorstandsmitglied. Seit 1961 ist er aktives Mitglied der Feuerwehr Renchen, wo er sich unter anderem 1985/86 beim Umbau des ehemaligen Farrenstalls in einen Schulungsraum verdient gemacht hat. 1986 wurde er zum Brandmeister befördert. Seit 1967 kümmert er sich im Sportclub Önsbach um die Jugendarbeit, Schäfer ist Übungsleiter im Kinder- und Jugendturnen, zwischenzeitlich betreute er auch die Frauengymnastik. Im Förderverein Grimmelshausenfreunde und Grimmelshausenarchiv sowie im Grimmelshausen-Spielkreis ist er seit 1977 ehrenamtlich tätig. Viele Texte für Theaterstücke stammen aus seiner Feder. Als zweiter Vorsitzender des Fördervereins zeichnet er mitverantwortlich für das Simplicissimus-Haus, er ist Hauptinitiator des Museumsfestes. Auch in der Gemeinschaft der örtlichen Vereine Renchen, Ulm und Erlach wirkt Schäfer aktiv mit, darunter etwa bei der Stadtfestorganisation. Schäfer ist Vorsitzender des Förderververeins der katholischen Kirche, Pointengarant in der Renchener Fasent und und und...
Einen wichtigen Platz in seinem Leben nimmt die Kommunalpolitik ein. Seit 1980 ist der Renchener im Gemeinderat und aktives Mitglied des SPD-Ortsvereins. Insbesondere war er vom 1. November 2000 bis 31. Januar 2001 in seiner Funktion als erster stellvertretender Bürgermeister gefordert, da Klaus Brodbeck damals die Stelle als Landrat antrat, dessen Nachfolger als Bürgermeister, Bernd Siefermann, die »verwaiste« Position in Renchen aber erst zum 1. Februar 2001 übernehmen konnte. In Schäfers Amtszeit wurde u. a. der Haushaltsplan für 2001 erstellt.

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Veröffentlicht in Erlach

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