Bürger sollen hilfsbedürftige Familien unterstützen

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Familienbeirat diskutierte über Sozialarbeit und ein Beispiel für Integration

Die Jugend- und Sozial arbeit in Oberkirch stand im Mittelpunkt der Sitzung des Familienbeirats am Dienstag. Im Jugendzentrum diskutierten die Teilnehmer auch über Integration.

 

Der Veranstaltungsort war mit Bedacht gewählt: Im Jugendzentrum gaben Juze-Leiterin Julia Huber und Stadtjugendreferent Christian Kron den Mitgliedern des Oberkircher Familienbeirats einen anschaulichen Einblick in ihre Arbeit. Die war ohnehin Thema der Sitzung
»Manchmal veranstalten wir Freizeitaktivitäten, zum Beispiel Klettern oder Bogenschießen, wobei wir immer versuchen, bestimmte Themen – wie Angst oder Konzentration – mit den Jugendlichen zu bearbeiten«, erzählte Christian Kron. Als Leiter des Jugendbüros ist er, unterstützt durch Polizei und soziale Dienste, ein ständiger Ansprechpartner der Jugendlichen.
Die Nachfrage sei groß, so Julia Huber, bis zu 30 Jugendliche kommen meist im Laufe eines Tages, die meisten seien zwischen 13 und 15 Jahre alt und kommen aus den Oberkircher Kernstadtschulen. Oberbürgermeister Matthias Braun lobte die Arbeit der Jugend- und Schulsozialarbeit in Oberkirch. Mit Julia Huber und Christian Kron, Birgit Ulrich-Stöfele, Jutta Kempf (beide Schulsozialarbeit August-Ganther-Schule) und Anna Janosch (Schulsozialarbeit Johann-Wölfflin-Schule), sei die Stadt in diesem Bereich »hervorragend aufgestellt«. Sie sind Ansprechpartner für alle Schulen. »Wir wollen das Angebot auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten keinesfalls zurückfahren«, betonte Braun. Jugend- und Schulsozialarbeiter könnten nur gemeinsam mit Lehrern und Eltern, aber auch mit dem Jugendgemeinderat, geeignete Konzepte bei Problemstellungen entwickeln. Am Ende des Abends berichtete Ortschaftsrätin Beate Hilzinger, dreifache Mutter aus Stadelhofen, von einem ganz persönlichen Beispiel gelungener Integration: Zusammen mit Christine Ell aus Stadelhofen unterstützt sie zwei kosovo-albanische Kinder, Klassenkameraden ihrer Kinder, die schulische Probleme hatten. Zweimal die Woche bekamen die Kinder ein Mittagessen, Hilfe bei den Hausaufgaben, kreative Angebote, wie Basteln oder Backen, oder gemeinsame Aktivitäten mit den Kindern der Familie.
Auch der Familie griffen die Frauen bei Behördengängen, Kinderarztbesuchen oder Kontakten zur Schule und Kindergarten unter die Arme. »Es war zeitintensiv, aber es hat sich gelohnt«, erzählte Beate Hilzinger. »Die Noten wurden besser und die Kinder zu anerkannten Mitgliedern der Klassengemeinschaft.« Sie wolle etwas bewegen, um ein Netzwerk, zum Beispiel aus Lehrern, Eltern und Sozialarbeitern, aufzubauen, damit diese gelungene Sache Nachahmer findet – auch für deutsche Kinder und Familien, die Unterstützung brauchen.
Ein erster Schritt in diese Richtung scheint getan: »Wir vom Kinderschutzbund bilden bereits Familienpaten in Offenburg aus, die ersten werden in einem halben Jahr fertig sein«, erzählte Familienbeirätin Irene Peter. »Hier sieht man, wie durch bürgerliches Engagement konkrete Integrationsarbeit geleistet wurde. Es wäre schön, wenn dadurch einige Leute Anregungen mitnehmen würden«, appellierte Matthias Braun an die Bevölkerung. Erste Kontakte sind geknüpft, eine konkrete Zusammenarbeit mit einem gemeinsamen Ziel ausformuliert.

STICHWORT
Das Angebot des Jugendzentrums
Das Jugendzentrum (Juze) in der Straßburger Straße ist mittwochs und donnerstags von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Neu ist, dass auch Acht- bis Zwölfjährige das Angebot von 14 bis 17 Uhr nutzen dürfen.
An jedem ersten Samstag im Monat ist das Juze von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für Schüler der vierten bis sechsten Klassen aller Oberkircher Schulen gibt es freitags von 13 bis 17 Uhr in Kooperation mit der Schulsozialarbeit Hausaufgabenbetreuung, Freizeitaktivitäten und Mittagessen. Ziel ist es, »auffälligen« Kindern einen strukturierten Nachmittag zu bieten. Statt zwölf können nun 14 Schüler betreut werden.

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In den Räumen des Jugendzentrums diskutierten die Mitglieder des Familienbeirats mit den Vertretern der städtischen Jugend- und Sozialarbeit.  

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