Botschafter der Meere kommt

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

David Hettich berichtet am 5. Januar in der Erwin-Braun-Halle über die spektakuläre Unterwasserwelt.

 

David Hettich berichtet seit Jahren als Botschafter der Meere von seinen Begegnungen mit Haien, Delfinen und Teufelsrochen Seine Leidenschaft für das Wasser entdeckte der gebürtige Freiburger, Mitglied der Ocean Geographic Society, schon mit 13 Jahren – heute führt sein Logbuch über 2500 Tauchgänge in aller Welt. Mit seinen Kameras geht er regelmäßig auf Tuchfühlung mit den größten Bewohnern der Meere – und das mit Erfolg. Seine Bilder erscheinen in Werbekampagnen, Kalendern, Magazinen. Wir sprachen mit David Hettich, der am 5. Januar, 20 Uhr, in der Oberkircher Erwin-Braun-Halle gastiert. Karten gibt es im Bürgerbüro, • 07 80 2 / 82 700.
Um was geht es bei »Abenteuer Ozean«?
David Hettich: In den letzten vier Jahren habe ich mit meinen Kameras alle Ozeane unserer Erde porträtiert und von den spektakulärsten und schönsten Begegnungen mit der einzigartigen Natur erzähle ich in der neuen Live-Reportage und dem Bildband »Abenteuer Ozean – Geheimnisse der Weltmeere«. Der Untertitel verrät schon, dass es um verschiedene, sagenumwobene Geheimnisse des Wassers geht: Wieso wandern Wale über Tausende von Kilometer durch die Ozeane? Bei welchen Tieren werden die Männchen schwanger? Was frisst der größte Hai der Welt? Was hat es mit dem »Sardine Run« in Südafrika auf sich und wo genau wachsen die größten und teuersten goldenen Südseeperlen im Meer?
Das klingt spannend, aber gab es auch gefährliche Situationen während der Dreharbeiten?
Hettich: Wir hatten teilweise mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen: Wellen, Strömungen, Sturm und Regen können auf dem offenen Ozean schnell zur Gefahr werden, weil man abgetrieben wird oder vom »Mutterschiff« nicht mehr gefunden werden kann. Wir sind deshalb meist mit Funk-Peilsendern getaucht. Von Tieren gingen eigentlich nie Gefahren aus: Haie sind beispielsweise sehr scheue Tiere und ich war glücklich, wenn sie nicht schon meterweit vor meiner Kameralinse das Weite gesucht haben. Einmal sind vor den Galapagos-Inseln drei Killerwale, Orcas, plötzlich aufgetaucht – das war ein mulmiges Gefühl, aber sie sind schnell wieder im Blau verschwunden.
Ihre schönste Erfahrung im Meer?
Hettich: Ein Wahnsinns-Gefühl war das Tauchen mit Buckelwalen – ich habe mich letztes Jahr im Südsee-Paradies Tonga verliebt in diese sanften Riesen. Sie sind bis zu 30 Tonnen schwer und trotzdem uns Menschen so gleich: Wir haben stundenlang verspielte Teenager beobachtet, eine Walmutter, die ihr junges Kalb in die Brustflossen geschlossen hat und immer wieder Wale, die uns bis auf Zentimeter nahe kamen, um uns mit ihren kleinen Augen ganz genau zu inspizieren. Hinzu kam der wunderschöne, durchdringende Walgesang, dem wir lauschten.
Wie steht es um den Schutz der Meere?
Hettich: Die Ozeane sind das größte Ökosystem unserer Erde und über 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Durch Überfischung, Verschmutzung und den Klimawandel sind alle Ozeane und Millionen von Tierarten bedroht. Der Untergang der Ölbohrplattform »Deepwater Horizon« im Golf von Mexiko zeigt, wie Katastrophen im Ozean passieren können. Es trifft nicht nur die großen Fische, Seevögel und Schildkröten, sondern vor allem auch Mikroorganismen, die für die Atmung der Ozeane verantwortlich sind: Sie nehmen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und verwandeln es in Kohlenstoff, der wieder in den Boden gelangt. Wenn das Meer »umkippt«, haben auch wir Menschen kaum mehr Überlebenschancen.
Sie präsentieren also eine Bestandsaufnahme der Meere. Was ist Ihr Resümee?
Hettich: Während den 2000 Stunden, die ich in den letzten Jahren unter Wasser verbracht habe, durfte ich viel Schönes erleben, musste aber auch immer wieder negative Erfahrungen machen: Ich hörte Explosionen von Dynamitfischerei, sah abgestorbene Korallenbänke und vor allem Plastikmüll, der in den Ozeanen treibt. Die Menschen beuten leider den Lebensraum der Ozeane mehr und mehr aus und denken dabei zu wenig an die Folgen für das fragile Ökosystem der Meere. Auch wenn der Satz banal klingen mag: Wir können nur schützen, was wir kennen. Und in diesem Sinne, zeige ich einem breiten Publikum die einzigartigen Schätze der Weltmeere, die es heute zum Glück noch zu sehen gibt. Ich hoffe, damit einen Beitrag zum richtigen Umgang mit den Ressourcen der Meere zu leisten.

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Haie sind nach Auskunft von David Hettich sehr scheue Tiere: »Ich war glücklich, wenn sie nicht schon meterweit vor meiner Kameralinse das Weite gesucht haben.«  

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Veröffentlicht in Oberkirch

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