Als der Strom auch Oberkirch erreichte

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Alte Protokolle zeigen Entscheidungsprozess auf

In unserer Serie »Das Gedächtnis der Stadt« stellen wir interessante Dokumente aus dem Oberkircher Stadtarchiv vor. Heute: ein Ratsprotokoll aus dem Jahr 1894.

 

Eine wichtige Quelle für die Stadtgeschichte sind die Ratsprotokolle. In ihnen sind sämtliche Gemeinderatsbeschlüsse protokolliert. Daraus wird auch die technische Entwicklung der Stadt ersichtlich Besonders interessant ist ein Protokoll aus dem Jahr 1894, in dem es um die Einrichtung der elektrischen Beleuchtung Oberkirchs geht. »Die Zuschrift des Ingenieursbüros (Heinrich Taaks) aus Stuttgart wurde dem Gemeinderat zur Kenntnis gebracht« heißt es da, und weiter: »Der Gemeinderat beschließt, der Sache die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, und dass eine vorläufige, gelegentliche, mündliche Besprechung an Ort und Stelle wünschenswert sei.«
Es dauerte allerdings noch volle sieben Jahre, bis der Plan in die Tat umgesetzt wurde. Bei der Bevölkerung stieß das Vorhaben auf große Zustimmung, da zuvor der Preis von Petroleum beträchtlich gestiegen war. Der Fabrikant Adolf Linck übernahm die Vorreiterrolle: Er war der erste Oberkircher, der seine Fabrik und sein Wohnhaus bereits 1898 mit elektrischem Strom beleuchtet hatte.
Die Stadt Oberkirch zog 1901 nach. Sie erwarb die Stadtmühle, die dann mit einer Turbine versehen und zum Wasserkraftwerk für die Stromgewinnung umgebaut werden konnte. Im Januar 1901 wurde der Auftrag erteilt, und bereits im November konnte die Obere Linde erstmals eine Veranstaltung vom Museumsverein und dem Gesangsverein Liederkranz mit elektrischer Beleuchtung durchführen. Bald darauf erstrahlte ganz Oberkirch in elektrischem Lichterglanz. Die »alten Funzeln«, sprich Petroleumlampen, hatten von nun an ausgedient.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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