Aggressor sorgt für viel Unfrieden

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Amtsgericht verhandelt vier Stunden – und vertagt

Vier Stunden wurde gestern beim Amtsgericht Achern gegen einen 50-jährigen Arbeitslosen aus dem Achertal überwiegend wegen Körperverletzung und Beleidigung verhandelt. Ein Sachverständiger von der Achertalklinik Ottenhöfen erstattete nichtöffentlich ein Gutachten Danach entschied Richter Michael Tröndle, dass am 29. November weiter verhandelt wird.
Die Sitzung dauerte deshalb so lange, weil über ein Dutzend Zeugen aussagten. Ein Zeuge erschien nicht und bekam 150 Euro Ordnungsgeld auferlegt.
Der Angeklagte war 20-mal vorbestraft, überwiegend wegen Körperverletzung und Diebstählen, und war schon mehrmals in Haft. Der Mann ostdeutscher Herkunft hat ein Alkoholproblem.
Angefangen hatten die Straftaten 1985 noch in seiner alten Heimat. Gestern wurden einige Strafbefehle von Baden-Baden und Oberkirch nach Achern zur Mitverhandlung eingereicht. Der Angeklagte konnte sich an fast alle Anklagepunkte ziemlich detailliert erinnern.
Staatsanwältin Nicole Sucher warf dem Achertäler vor, im April 2009 in Kappelrodeck ein Springmesser eingesetzt zu haben. Er sprach zwar von einem normalen Messer, aber der Richter führte das Tatwerkzeug vor. Im August 2009 soll der Mann in der Renchtalklinik in Renchen einem Mitpatienten zwei Schläge auf die Ohren versetzt haben. Im März 2010 sei es mit der Vermieterin zum Streit gekommen. Bei einer Zugfahrt habe er zudem einen Fahrgast übel beleidigt.
Einer schlug zurück
Im Juli 2010 verlangte der Angeklagte in der Achertalbahn Ruhe von Kindern, denen ein 51-jähriger Kappelrodecker zur Hilfe kam, der gleich einen Schlag erhielt. Der Kappelrodecker schlug darauf hin aber den Angeklagten zu Boden.

Als der Zeuge den Gerichtssaal verließ, gab er dem Angeklagten mit auf den Weg: »Das machst Du nicht nochmal.« Der Richter musste gar schlichten.
Die 56-jährige Lehrerin, die die Schüler in der Achertalbahn begleitet hatte, war mit Kraftausdrücken beschimpft worden. Bei allen Vorfällen war der Angeklagte betrunken, einmal wurden 2,36 Promille festgestellt.

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Veröffentlicht in Achern

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