Achtung Illenau: »De Zuch kütt!«

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Satirische Jahresvorschau: Glück im Unglück für Jupp und Gabi S. aus Gelsenkirchen / Sensationsfund in Mösbach.

 

SATIRE ZUM JAHRESBEGINN
Der Blick in das Jahr 2011
Wie immer in der ersten ARZ-Ausgabe des neuen Jahres blickt die Acherner Redaktion mit viel Augenzwinkern ins gerade begonnene Jahr
Was wird aus dem Autobahnausbau, was aus der Seehotel-Ruine, wie funktioniert die Zusammenarbeit im Oberacherner Ortsrat und klappt der Umzug der Acherner Stadtverwaltung in die Illenau?
Die Acher-Rench-Zeitung wagt einen satirischen Blick voraus mit verblüffenden Antworten auf witzige Fragen. Lassen Sie sich auf eine nicht ganz ernst zu nehmende Reise ins Jahr 2011 mitnehmen.


Selbst eine große Suchaktion mit Einschalten von Radio und Zeitungen hilft nichts – die Narrenzunft Kappelrodeck muss ihr Jubiläum ohne ein Gründungsmitglied feiern. »Selbst Hexen werden offenbar nicht so steinalt wie unsere Zunft«, muss Präsident Josef Müller klein begeben. Und die Erinnerungsstücke aus der Bevölkerung, die angeblich aus dem Gründungsjahr 1811 stammen sollen – darunter ein Foto der Gründungsversammlung, ein 5-Mark-Stück, ein Telefon und ein Fahrschein der Bundesbahn – stellen sich als nicht tauglich heraus.

FEBRUAR
Machen die Wagshurster Houmocken bei den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 875-jährigen Ortsgeschehen mit oder nicht? Nach der Meinung der Wagshurster Narren steht nämlich erst in 13 Jahren ein richtiges Jubiläum an, wenn Wagshurst 888 Jahre jung wird. Schließlich gibt es einen Kompromiss: Die Jubiläumsveranstaltung mit den Houmocken wird auf den 11.11.11 terminiert.

MÄRZ
Acherner Frauen haben für den Weltfrauentag, 8. März, wieder jede Menge Aktivitäten geplant: einen Vortrag, einen Film und eine kleine Demonstration. Erschreckt stellen sie fest, dass 2011 der 8. März auf den Fasnachtsdienstag fällt. Und an diesem Tag findet traditionell der große Acherner Fasnachtsumzug statt. Also veranstalten die Frauen ihre Demonstration integriert in den Umzug, halten vom Umzugswagen aus ihren Vortrag vor den über 25000 Besuchern und verschieben den Filmabend auf Aschermittwoch, um noch in Ruhe Kehraus feiern zu können.

APRIL
Glück im Unglück kann man da nur sagen: Für Jupp und Gabi S. aus Gelsenkirchen wird die Fahrt in den Osterurlaub bei Achern jäh unterbrochen. Ihr Auto streift in der Baustelle einen Lieferwagen. Der linke Außenspiegel ist hinüber, hinter dem Kleinstunfall bildet sich ein ewig langer Stau. Doch statt eines Strafzettels durch die herannahenden Polizisten gibt es einen Blumenstrauß für Gabi und einen Gutschein für Jupp. Ein Fotograf schießt ein Bild für die ARZ. Denn das Ehepaar verursachte den 25000. Kleinstunfall auf der Strecke Rastatt – Ettenheim seit Beginn der Bauarbeiten an der Autobahn – ein Jubiläum, das würdig gefeiert werden muss.

MAI
Der Rekordwinter macht es möglich: Erst Anfang Mai werden die Skilifte am Ruhestein und Seibelseckle nach einer Supersaison geschlossen. Dies aber nicht, weil es zu wenig Schnee gibt, sondern weil so langsam die Freibadsaison vorbereitet werden muss und die Schneekanone vom Seibelseckle im Ottenhöfener Freibad als attraktive Dusche dienen soll.

JUNI
Die Ruinen des Seehotels und der Eishalle sind dunkle Flecken im Stadtbild. Dieser Meinung sind nicht nur die Stadträte. Eine Acherner Künstlerinitiative bietet an, diesen Zustand künstlerisch zu nutzen und gleichzeitig das Erscheinungsbild kreativ zu verändern. Im Stil von Christo sollen die beiden Gebäude verpackt werden. »Das ist eine gute Idee«, so Klaus Muttach. »Dann muss man das Elend nicht tagtäglich sehen.« Als günstiges Verpackungsmaterial stehen unter anderem aus alten Bundeswehrbeständen Planen in Tarnfarben zur Verfügung.

JULI
Am Festwochenende »625 Jahre Mösbach« präsentiert der Museumverein einen absoluten Sensationsfund: Unweit der Ortschaft wurde in einem Waldstück der so genannte »Mösi« entdeckt, eine rund 625 Jahre alte Männerleiche. Der Museumsverein ist sich sicher, dass es sich hierbei um einen Ureinwohner des Kirschendorfs und nicht einer anderen Ortschaft handelt. Denn im ­Inneren der mumifizierten Leiche werden jede Menge gut erhaltene Kirschkerne gefunden.

AUGUST
Die provisorische Filter- und Pumpanlage im Acherner Freibad gibt mitten in einer Hitzeperiode ihren Geist auf. Was nun? Die Acherner Stadtverwaltung reagiert prompt: Das Freibad wird mit Rücksicht auf die 18 Dauerkartenbesitzer nicht geschlossen. Damit das Wasser aber den ganzen Tag über ausreichend gechlort ist, wird der Wasserspiegel drastisch abgesenkt und das gesamte große Becken zum Planschbecken
für jung und alt um­funktioniert.

SEPTEMBER
Na, ist denn schon Fasnacht?, fragen sich die Acherner im Spätsommer. Mit dem rheinischen »De Zuch kütt« eröffnet Acherns OB Klaus Muttach den Umzug des Rathauses in die Illenau. Die Stadtverwaltung hat gerne die Anregung der Narrhalla aufgenommen, den Umzug auch als richtigen Umzug vorzunehmen. So ziehen denn die Beamten vom Rathaus durch die Straßen in Richtung Illenau, begleitet vom Bott, dem Narrenrat, Fanfarenzügen und Hästrägern von den Großweirer Fröschen bis zu den Önsbacher Hellauen. Statt Bonbons werfen die Beamten Bleistifte, Radiergummis und Stenoblöcke ins begeisterte Publikum.

OKTOBER
Der Ortsrat Oberachern besteht seit zwei Jahren. Eigentlich ein Grund zum Feiern, meinen auch die Ratsmitglieder, sogar Roland Kist und Bernhard Keller unisono. Doch sie können sich weder auf einen Ort der Feier, auf einen Festredner, ja nicht einmal auf ein Festessen einigen, so dass sie sich schließlich nur in einem einig sind: Das Jubiläumsfest fällt flach.

NOVEMBER
Der Doppelhaushalt 2012/13 der Stadt Achern wird vorbereitet. Zur Einstimmung schauen sich die Räte den Film »Mission impossible« an. Bei der Einbringung des Haushalts sind die Zauberer »Fun Tastico«und »Bogini« als Berater geladen. Sie sollen den Räten helfen, trotz enormer Schulden und geringer Gewerbesteuereinnahmen Gelder für wichtige Projekte hervorzuzaubern.

DEZEMBER
Via Solutions und die Stadt Achern ziehen eine positive Zwischenbilanz des Autobahnausbaus. Dieser habe – neben der allgemeinen Wirtschaftslage – die Acherner Wirtschaft deutlich angekurbelt. Neben den Abschleppdiensten, die von den vielen Kleinstunfällen profitieren, hätten auch die Psychologen Hochkonjunktur. Sie müssten sich mit durch ständige Staus traumatisierten Autofahrern beschäftigen. Riesige Umsatzzuwächse verzeichnen auch Pizza-Service-Dienste, die auf Motorrädern und Fahrrädern ausliefern und im Stau gerne von den Autofahrern angefordert werden.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/21410_1.jpg

Juli 2011: Noch ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist für die Mösbacher der Anblick ihres Vorfahren, des so genannten Mösis.  

Jetzt klicken und 10 Tage kostenlos Zeitung lesen

 

www.pricecrash24.com

 

Werbung

Veröffentlicht in Achern

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post