Zweijährige erobern Kindergärten

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Mehrzahl der Eltern in Oberkirch nimmt U 3-Betreuung in Anspruch / Stadt weitet Angebot aus

Oberkirch schafft immer mehr Betreuungsplätze für Kleinkinder. Die Zahl der U 3-Plätze in den Kindergärten hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht. Die Stadt ist aber weiter gefordert, weil nun auch die ersten Einjährigen aufgenommen werden.

 

Stadelhofen hatte den Anfang gemacht. Vor neun Jahren entstanden dort die ersten fünf Plätze für Zweijährige in einem Oberkircher Kindergarten Inzwischen bringen laut Hauptamtsmitarbeiter Mathias Benz 60 bis 80 Prozent der Eltern in der Großen Kreisstadt ihr Kind schon vor dem dritten Geburtstag in den Kindergarten. Tendenz: steigend.
Ab 2013 haben sogar alle Kinder ab einem Jahr Anspruch auf einen Kindergartenplatz. »Das trägt den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung«, so Hauptamtsleiter Hermann Brüstle. Verändert hat sich auch die Situation in den Oberkircher Kindergärten: Seit 2005 hat sich die Zahl der
U 3-Plätze mehr als verdreifacht, von 39 auf 132.
2005 hatte die Stadt einen Kriterienkatalog aufgestellt, nach denen die Betreuungsplätze vergeben wurden. Bevorzugt waren Alleinerziehende und Berufstätige. »Bisher sind wir drumherum gekommen, die Kriterien knallhart anzuwenden«, schmunzelt Mathias Benz. Zwar gibt es weiterhin Wartelisten – allerdings entstehen die meist nur deswegen, weil im Wunschkindergarten gerade kein Platz ist. Mit ein bisschen Flexbilität lasse sich das Problem lösen.
Hoffnung auf St. Raphael
Nicht so gut sieht es bisher mit Ganztagsplätzen aus. Hoffnungen setzt die Stadt auf die Sanierung des Kindergartens St. Raphael: Dort wird ab September 2011 eine Ganztagsgruppe – die zweite in der Kernstadt nach dem Kindergarten Schwester Giovanna – eingerichtet. Zwölf Drei- bis Sechsjährige und vier Zweijährige können dort betreut werden. Im Neubau entstehen zudem 20 neue Plätze für Ein- bis Dreijährige, die bis zu sechseinhalb Stunden bleiben können

Die Kleinkindbetreuung muss nicht nur bei Personal und Gruppengröße, sondern auch beim Raumbedarf berücksichtigt werden. Werden die Zweijährigen länger als viereinhalb Stunden betreut, müssen die Einrichtungen einen Schlafraum nachweisen. Er ist auch bei der Betreuung Einjähriger nötig.
»Damit steht und fällt die
U 2-Betreuung«, ergänzt Brüstle. »Unser oberstes Ziel ist es, Schlafräume für weitere Betreuungsformen zu schaffen«, folgert Benz. Nicht immer sind dafür Investitionen im sechsstelligen Bereich nötig. Die Verwaltungsfachwirte sind sich sicher, dass die Stadt auch nach dem Bau des neuen St. Raphael-Gebäudes weiter erweitern und ergänzen muss.
Bei den Planungen müssen die Kindergärten darauf achten, nicht zu viele Kleinkinder aufzunehmen. Ein Zweijähriger belegt in einer altersgemischten Gruppe nämlich gleich zwei Regelplätze. Mathias Benz: »Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu viele Regelplätze verlieren.« Deshalb können nicht immer alle U 3-Plätze, die theoretisch zur Verfügung stünden, genutzt werden. In der Kernstadt sind deshalb aktuell alle Plätze belegt.
Bei der Schaffung der
U 3-Plätze hatte die Stadt die zurückgehenden Geburtenzahlen ausgenutzt: Da es weniger Drei- bis Sechsjährige gab, konnten gut U 3-Plätze geschaffen werden. Nebeneffekt: Gruppenschließungen waren trotz Geburtenrückgang nicht nötig.
Lesen Sie auf der vierten Lokalseite eine Reportage über die Kleinkindgruppe im Haslacher Kindergarten und weitere Beiträge zum Thema.

STICHWORT
U 3-Plätze
Die Plätze für Zweijährige in den Oberkircher Kindergärten und ihre aktuelle Belegung:
Kindergarten Schwester Giovanna Oberkirch: 5 von 5 Plätzen belegt
St. Gabriel Oberkirch: 17 von maximal 21 Plätzen
St. Raphael Oberkirch: 8 von 15
Käthe-Luther-Kindergarten Oberkirch: 14 von 25
Maria Goretti Haslach-Tiergarten: 10 von 15
Talblick Ödsbach: 1 von 9
St. Josef Nußbach: 5 von 15
St. Elisabeth Stadelhofen: 5 von 10
St. Wendel Bottenau: 4 von 5
St. Josef Zusenhofen: 10 von 12
Die Belegung schwankt ständig, weil die Kinder sofort ab ihrem dritten Geburtstag in den Regelgruppen zählen. Es können nicht immer alle U 3-Plätze ausgeschöpft werden, weil sonst zu viel Plätze für Drei- bis Sechsjährige verloren gingen.

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Kontinuierlich ausgebaut hat die Stadt Oberkirch die Kleinkindbetreuung in Kernstadt und Ortsteilen. Die Zahl der U 3-Plätze stieg von 39 auf 132 (blaue Linie), während die Zahl der Zweijährigen (rot) rückläufig ist.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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