Wie ein Blitz aus heiterem Himmel
Frankreich überlässt Sasbacher Gemeinde Teilstück der Turenne-Allee / Termin der Übergabe noch offen
Bei seinem Besuch in Sasbach machte Generalkonsul Christian Dumon völlig überraschend den Vorschlag, ein Teilstück der Allee zu verkaufen. Nun bekommt es die Gemeinde von seinem Nachfolger Michel Charbonnier kostenlos überlassen.
Der Termin für die feierliche Übergabe eines Teils der Turenne-Allee der Republik Frankreich an die Gemeinde Sasbach steht noch nicht fest, aber ein
Schreiben aus dem Generalkonsulat in Stuttgart sorgte bei der Verwaltung und den Gemeinderäten für allergrößte Freude »Der kostenlosen Grundstücküberlassung wurde von unseren zuständigen Behörden nunmehr zugestimmt«, schreibt der neue Generalkonsul Michel Charbonnier, der kurz nach seiner Amtseinführung im September mit dem Sasbacher Anliegen vertraut gemacht wurde.
Ins Spiel gebracht
Dieses hatte eigentlich sein Vorgänger Generalkonsuls Christian Dumon im September 2007 bei seinem Besuch in Sasbach ins Spiel gebracht, als er beim Gang durch die Allee Bürgermeister Wolfgang Reinholz wie ein Blitz aus heiterem Himmel einen völlig überraschenden Vorschlag machte. Denn der Christian Dumon vom »Consulat General de France« in Stuttgart schlug vor, den unteren Teil der Allee zwischen der Straße auf Höhe des Friedhofes bis zur Hauptstraße an die Gemeinde zu verkaufen. Weiter hatte Christian Dumon der Gemeinde seine Unterstützung zugesagt, sich für das Turenne-Areal und die deutsch-französische Begegnungsstätte einzusetzen.
Die Allee mit dem Turenne-Denkmal ist nach wie vor in Besitz des französischen Staates, die Gemeinde ist Eigentümerin des Museums mit Nebengebäude und der Wiese unterhalb des Museums. Im Kaufvertrag ist die Verpflichtung der Gemeinde verankert, die Allee zu pflegen. Für die Gemeinde Sasbach und die angrenzende Heimschule Lender bedeutet die Überlassung dieses Teilstückes der Allee große Vorteile in planerischer und gestalterischer Hinsicht
»Den Ball nehmen wir gerne auf, müssen aber abwarten, wie sich der französische Staat entscheidet«, so Wolfgang Reinholz damals zu dem Verkaufsvorschlag. Nun kam die Entscheidung aus Stuttgart zur »kostenlosen Grundstücksüberlassung« und der Hinweis, dass ein Notar mit der Abfassung eines Vertrages beauftragt wird. Die Übertragung soll in Form eines Festaktes erfolgen. Im Schreiben wird weiter mitgeteilt, dass für das französische Außenministerium fest stehe, am Obelisk Instandsetzungsarbeiten vornehmen zu müssen. Zurzeit würden in dieser Sache Gespräche mit dem Kultus- und Verteidigungsministerium stattfinden, so der Generalkonsul.
Gespräche in Bahrain
»Unsere jahrelangen Bemühungen scheinen zu fruchten«, stellte Bürgermeister Wolfgang Reinholz erfreut fest. Einen wesentlichen Grund des Erfolgs sah er in den Gesprächen des deutschen Botschafters in Bahrain Hubert Lang, der in diesen besagten Angelegenheiten nach Stuttgart reiste und Gespräche im Generalkonsulat führte.
Der Ex-Ortsvorsteher Albert Doll (von links), der frühere Mitarbeiter im Haus der Geschichte Baden-Württemberg Stefan Feucht, Alt-Konsul Christian Dumon, Bürgermeister Wolfgang Reinholz und Museumsbeauftragter Kurt Degen begehen das geschenkte Teilstücke.
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