Wagshurst wird nicht Tempo-30-Zone
Ortschaftsrat will bald entscheiden / Straße bei der Kirche wird saniert / Neue Gespräche wegen Gestank
Mit dem »Gässel«, Tempo-30-Zonen und dem Forst befasste sich der Ortschaftsrat Wagshurst am Mittwoch.
Mit Björn Eiselt, Elke Köhler und Markus Gutmann besuchten am Mittwoch gleich drei Referenten und auch viele Zuhörer die Sitzung des Wagshurster Ortschaftsrates
Björn Eiselt, Leiter des Fachbereichs Sicherheit, Recht und Ordnung der Stadt, hatte mit Ortsvorsteher Ulrich Berger im Vorfeld kritische Verkehrspunkte inspiziert. Für die Kreisstraße werde man beim Kreis kaum eine Reduzierung etwa auf Tempo 40 erreichen. Eine in Erwägung gezogene komplette 30er-Zone für den ganzen Ort sei ebenfalls nicht möglich. Eiselt riet davon ab, einzelne 30er-Bereiche auszuweisen, wie etwa von Gabriele Dresel gefordert.
Keinen Schilderwald
Laut Straßenverkehrsordnung dürfe nirgends schneller gefahren werden, als es die Sicherheit zulasse, begründete Eiselt, dass damit etwa beim Kindergarten, der Schule und in der Maiwaldstraße schon jetzt keine 50 km/h erlaubt sind. Zudem mache ein Schild Kontrollen notwendig und man erhalte den von den Räten nicht gewünschten Schilderwald. Konkrete Beschlüsse, so der Ortsvorsteher zum Ende der engagiert geführten Diskussion, werde man in der nächsten Sitzung fassen.
Alois Berger-Köppel nutzte die Anwesenheit des Ordnungsamtsleiters, ein Problem deutlich zu machen, dass insbesondere in Zeiten des Mulchens auftrete. Die landwirtschaftlichen Maschinen machen die Wege kaputt, es werde oft über die Seitenstreifen hinaus gefahren und zudem seien Radwege oft hoch mit Grasschnitt bedeckt, ärgerte sich Berger-Köppel über einen »saugefährlichen« Zustand. Ulrich Berger sagte, dass die Landwirte das Fegen der Wege nach den Arbeiten zugesagt hätten
Im Gässel wird saniert
Diplomingenieurin Elke Köhler stellte die Neugestaltung der Straße »Im Gässel« zwischen Kirche und Rathaus vor. Man will eine neue Schwarzdecke und auf beiden Seiten jeweils ein 0,5 Meter breites Pflasterband aus Naturstein einbauen. Um das Bord zu belassen, werde man die Straße dort hochnehmen, wo es der Untergrund zulässt.
Bei der Kirche werde somit eine gefährliche Stolperfalle beseitigt. Gerd Boschert forderte einen schlanken Baum in der Kurve und wollte die Zufahrt komplett gepflastert haben, um die Einheit Rathaus-Kirche zu verdeutlichen. Einheitlich stimmten die Räte für eine geteilte Ausschreibung. Die Submission, erklärte Krämer, könne im Dezember sein, Baubeginn im Frühjahr.
Revierleiter Markus Gutmann stellte den Forstplan für 2011 und das Ergebnis 2009 vor. Alois Berger-Köppel hinterfragte das Minus von 13 500 Euro. Der Revierleiter erklärte die Vorgaben des Gemeinderats, im Wald für eine schwarze Null zu sorgen. »Das kann ausschließlich mit Naturverjüngung und Lichtsteuerung gehen, zudem achten wir konsequent darauf, das Holz zur Submission zu bringen, wo wir etwa doppelt so viel Erlös erzielen, als wenn es im Wald verkauft wird«, so Gutmann.
Kaputte Eichen nördlich des Sportplatzes sollen entfernt werden und zwei einzelne Pappeln. »In zwei Jahren brächten die angeschlagenen Eichen keinen Ertrag mehr«, erläuterte Gutmann. Für 1600 Jungpflanzen, die 2011 gesetzt werden, wolle man wieder mit den Jagdpächtern kooperieren.
Eichen brauchen Licht
Weitere Pappeln sollen an der Grenze zu Renchen hin geschlagen werden, am Schollenhof bräuchten die wertvollen Eichen mehr Licht, so dass hier Buchen und Eschen geschlagen werden müssen. »Für die Holzversteigerung verspreche ich genug Holz und Schlagräume für Wagshurst«, kündigte Gutmann an. Erster Termin: 27. Dezember.
Ulrich Berger informierte am Ende, dass für die Festhalle eine neue Gläserspülmaschine angeschafft wurde und eine weitere Gesprächsrunde mit der Firma Fischer, dem Landratsamt und dem Bürgermeister eine Verbesserung der Geruchsituation erwarten lasse. Dass er selbst dazu von der Firma ausgeladen worden sei, habe er nicht akzeptiert, »jetzt reden wir wieder miteinander«. Schon in der nächsten Sitzung, erläuterte Berger, werde ein Bauantrag für eine neue Filteranlage vorliegen.
Der Kindergarten zählt neben Schule und Maiwaldstraße in Wagshurst zu den besonders kritischen Punkten.
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