Verkehrserziehung in der Lkw-Kabine

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Round Table Ortenau klärt Grundschüler über den toten Winkel auf / Ortenauweites Projekt geplant

Wann stehe ich im toten Winkel? Dieser Frage der Verkehrserziehung gehen Schüler aus Stadelhofen, Zusenhofen und Erlach am Donnerstag, 29. November, in der Führerkabine eines Lkw nach. Möglich macht es der Serviceclub Round Table Ortenau, der dieses Projekt gerne auch kreisweit anbieten würde.

 

Ein großer Lastwagen samt Auflieger wird am Donnerstag, 29. November, zwischen 8 und 13 Uhr, auf dem Stadelhofener Schulhof stehen. Kein Falschparker, sondern überdimensionales Unterrichtsmaterial in der Verkehrserziehung. Vermittelt hat ihn der Round Table Ortenau Der Name seines Projektes ist Programm: »Raus aus dem toten Winkel.«
Der tote Winkel gibt jenen Bereich vor und an den Seiten des Fahrzeuges an, den der Lkw-Fahrer weder direkt noch über die Spiegel einsehen kann. Europaweit sterben laut Angaben des Europaparlamentes jährlich 400 Menschen im toten Winkel – erfasst von nach rechts abbiegenden Lastwagen.
Wie groß dieser Gefahrenbereich ist und wie man ihn umgeht, können Grundschüler aus Erlach, Zusenhofen und Stadelhofen beim Projekt des Round Table Ortenau selbst sehen. Mittels Banderolen wird der tote Winkel abgesteckt. »Da können ganze Schulklassen darin verschwinden«, weiß Marcus Krämer, Initiator des Projekts.

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Im toten Winkel, hier gelb markiert, können ganze Schulklassen verschwinden, ohne dass der Lkw-Fahrer sie sehen kann. Round Table Ortenau will Schüler deshalb über die Gefahren aufklären, die vor und neben Lastern lauern.

In Round Tables haben sich Männer zwischen 18 und 40 Jahren zusammengeschlossen, die sich regelmäßig treffen und sich für andere einsetzen. Der Aufklärung über den toten Winkel hat sich die Organisation schon in Norddeutschland und in Freiburg verschrieben. Krämer hat das Modell in die Ortenau importiert.
»Wir stehen dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber«, sagte Schulleiter Gottfried Fieß gegenüber der ARZ. Durch den PWO-Werksverkehr und den Durchgangsverkehr gebe es in Stadelhofen viel Lkw-Verkehr.
Das Progress-Werk Oberkirch (PWO) war auch der Grund, weshalb die Veranstaltung in Stadelhofen stattfindet. Es sponsert die Aktion des
Round Table Ortenau. Marcus Krämer ist die Nahtstelle zwischen Firma und Schule

Zum einen ist er Vetter von PWO-Personalchef Matthias Mono, der selbst Mitglied eines Round Table war. Zum anderen steht Krämer selbst als Lehrer vor der Klasse, im Gymnasium Achern.
PWO liefert für die Aktion nicht nur Geld, sondern auch Arbeitskräfte in Form von Auszubildenden. Die sind laut Krämer einerseits nötig, um den Kindern beim Einsteigen in die Lkw-Kabine zu helfen. Sie beobachten von dort aus ihre Klassenkameraden, die den Lkw umrunden und dabei im toten Winkel seitlich und direkt vor dem Fahrzeug verschwinden. Sowohl in der Kabine als auch beim Rundgang um den Lkw werden sie andererseits von je einem weiteren Helfer begleitet. Die vierte Person, üblicherweise der Lehrer, beaufsichtigt den wartenden Rest der Klasse.
30 bis 45 Minuten pro Klasse veranschlagt Krämer für die Aktion. Fünf bis sechs Klassen sollten sich an einem Vormittag beteiligen, damit sich der Einsatz der Helfer organisatorisch lohnt. »Die Leute müssen sich freinehmen oder freigestellt werden«, erläutert Krämer.
»Ein Erlebnis«
Dass sich die Aktion pädagogisch lohnt, davon gehen die Lehrer Krämer und Fieß unisono aus. Die Zusammenhänge selbst aus dem Führerhaus heraus zu erleben, »diese Praxis ist ganz wichtig«, so Fieß. »Wann haben die Schüler schon diese Möglichkeit?«, fragt Krämer und ergänzt: »Es ist per se ein Erlebnis, in diesen Lkw zu klettern. Auch für Erwachsene.«
Stadelhofen soll für die Ortenau die Pilotfunktion übernehmen. Der Round Table will das Projekt auf die ganze Ortenau ausweiten, nächstes Ziel sei eine größere Schule in Kehl, Achern oder Oberkirch. Doch dazu braucht der Round Table weitere Sponsoren, um Infomaterialien für die Kinder und einen Lkw besorgen zu können. Kontaktmann ist Marcus Krämer (? 0 78 41 / 66 73 35).
Den Auflieger für Stadelhofen liefert eine Appenweierer Spedition. An ihm sollen die Kinder sehen, wie viel Platz ein Lkw beim Abbiegen braucht. Der Triebwagen kommt von einem Oberkircher Händler. Die Spedition brauchte alle ihre Lkw selbst. »Der Bahnstreik war da ein echtes Problem«, so Krämer.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/11871_1.jpgIm toten Winkel, hier gelb markiert, können ganze Schulklassen verschwinden, ohne dass der Lkw-Fahrer sie sehen kann. Round Table Ortenau will Schüler deshalb über die Gefahren aufklären, die vor und neben Lastern lauern.

 

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