Schuften für die Jugendkirche
Vor allem die jungen Männer Kevin Knopf und Dominik Krabbe arbeiten am Umbau der Illenau-Kapelle
Es tut sich was in der Illenau-Kapelle. Von außen zu sehen ist der Schornstein einer neuen Heizung, innen hat sich noch viel mehr bewegt: Die evangelische Kirche entwickelt aus dem fast ungenutzten Gebäude, Baujahr 1938, die »Jugendkirche Illenau«. Zwei junge Leute haben schon viele Hundert Stunden geschuftet.
»Die Gemeinde wächst und wir sind räumlich in Enge. Die Kapelle, die der Stadt Achern gehört, ist wie ein Geschenk für uns«, erklärt Pfarrer Hans-Gerd Krabbe. Sie ist ein Geschenk, das mit größeren Investitionen verbunden ist. Im jüngsten Gemeindebrief »Die Brücke« ruft er zu Spenden auf »Die Jugendlichen sollen ja keine Absteige haben«, deutet er den vorher schlechten Zustand des Gebäudes an.
»Die Elektrik wurde auf den neuesten Stand gebracht und eine neue Heizungsanlage eingebaut. Im Winter konnte die Kapelle wegen der alten Heizung praktisch nicht genutzt werden«, beschreibt Krabbe. Dass das Gebäude in die Obhut der Kirche genommen wird, werde auch von der Stadt Achern begrüßt. Das große Ausmisten wurde vom Bauhof der Stadt unterstützt.
Mehr geben als nehmen
Zwei junge Leute, die sich im Frühjahr 2009 kennen lernten und »dicke Kumpels« wurden, schmiedeten die Umbaupläne und präsentierten sie in den Gremien ihrer Gemeinde: Dominik Krabbe (18) aus Achern, Sohn des Pfarrerehepaars Krabbe, und Kevin Knopf (19) aus Oberachern, jüngstes Mitglied im Kirchengemeinderat. »Wir wollen hier später auch aktiv sein und dabei nicht nur nehmen, sondern auch geben. Und wir hoffen, dass die jungen Leute sich hier wohlfühlen«, so die beiden Schüler, die 2011 am Wirtschaftsgymnasium der Lender und am Technischen Gymnasium Bühl ihr Abitur ablegen wollen.
Mit dem Bau eines zwei Meter hohen Kreuzes aus hellem Holz für den Altarraum fingen sie vor mehr als einem Jahr an. Danach bauten sie Einbauschränke aus Holz und richteten Boden, Wände und Deckenbalken der Empore her. Sie demontierten alte Leitungen und Heizungsrohre und verspachtelten die Löcher
Nachdem ein Schlosser und ein Stuckateur eine neue Wand eingezogen hatten und die Fenster repariert waren, gingen die beiden jungen Männer an die Malerarbeiten – in den Sommerferien. »Wir haben mindestens 40 Rollen Klebeband und ungefähr 100 Liter Farbe verbraucht«.
Noch in diesem Jahr
Derzeit schleifen die beiden unter Anleitung von Roland Baßler aus Sasbach in ihrer Freizeit den Parkettboden der kleinen Kirche ab. Für das neue Foyer wollen sie noch eine Theke bauen, außerdem müssen Türen und Windfang erneuert werden. Vor Weihnachten, da sind sie zuversichtlich, kann der erste Jugendgottesdienst stattfinden.
Außerdem soll in der kleinen Kirche künftig Musik gemacht, Theater gespielt und ein Treffpunkt eingerichtet werden. »Die Jugendarbeit liegt mir eben am Herzen«, begründet Kevin sein Engagement. »Wir wollen eine Atmosphäre schaffen, in der Jugendliche zum Glauben kommen können«, sagt sein Freund Dominik. Beide haben noch einen Herzenswunsch: eine neue Glocke für den Dachreiter auf dem Kapellen-Dach. Doch dazu bräuchten sie einen Sponsor.
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