Schranke legt Verkehr lahm
Defekt am Bahnübergang beim Oberkircher »Pfauen« sorgte gestern Morgen für Frust bei Autofahrern
Kleine Ursache mit großer Wirkung: Eine defekte Sicherung hat gestern Morgen in Oberkirch für erhebliche Behinderungen im Berufsverkehr gesorgt. Beim Bahnübergang am Gasthaus »Pfauen« ging fast eine halbe Stunde nichts mehr. Eine Gefahr soll laut Bahn aber nicht bestanden haben.
Nach rund zwei Stunden war der Spuk endgültig vorbei: Eine ausgefallene Sicherung hatte gestern Vormittag, kurz nach 8 Uhr, für teilweise chaotische Verhältnisse am Bahnübergang Josef-Geldreich-Straße/Oberdorfstraße in Oberkirch gesorgt Durch den Ausfall zeigte die Ampel dauerhaft Rot, eine Schranke bewegte sich unablässig von oben nach unten, bis sie irgendwann endgültig geschlossen blieb.
Polizeibeamte des Reviers Achern/Oberkirch waren schnell vor Ort und regelten nach einer guten Viertelstunde den Verkehr. Zuvor hatten einige Autofahrer versucht, trotz roter Ampel den Bahnübergang zu passieren. Derweil staute sich der Verkehr in alle Richtungen: Auf der inneren Umfahrung ging zeitweise gar nichts mehr. Zahlreiche Autofahrer wollten wenden, um dem Stau zu entgehen.
Bei der Stadt Oberkirch weiß man um die Schwachstelle, an der Kreuzungsbereich und Bahnübergang aufeinandertreffen: »Das ist sicher der neuralgische Punkt der inneren Umfahrung«, sagte Ordnungsamtsleiter Christoph Lipps gestern gegenüber der Acher-Rench-Zeitung. Rathausmitarbeiter hatten die Bahn nach Erkennen der Problematik auf den Defekt hingewiesen, die Verantwortlichen wussten da aber bereits Bescheid. »Wichtig ist, dass der Stördienst der Bahn schnellstmöglich verständigt wird«, betont Lipps, der froh ist, dass solche Störfälle selten auftreten. In diesem Jahr habe es am »Pfauen«-Übergang jedenfalls noch keinen vergleichbaren Fall gegeben.
Bei der Deutschen Bahn gibt es für derartige Störfälle auch keine Statistik, meinte Roland Kortz, Sprecher der Bahn in Stuttgart. Kortz bestätigte auf Anfrage der ARZ, dass eine ausgefallene Sicherung für den Ausfall verantwortlich war. Kommt es zu Störfällen an Bahnübergängen, erhalten Zugführer umgehend Informationen über Funk und den Befehl, auf Sicht beziehungsweise mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Der Zug nähere sich in solchen Situationen langsam dem Übergang, halte kurz davor an, um dann ganz langsam seine Fahrt fortzusetzen. »Eine Gefährdung können wir deshalb absolut ausschließen«, unterstrich der Bahnsprecher.
Um 8.15 Uhr wurde die Störung gemeldet, um 10.17 Uhr war sie behoben. Die Staus in Oberkirch hatten sich allerdings vorher bereits aufgelöst, der Ärger der Autofahrer war da längst verflogen – zumindest bis zum nächsten Stau. Denn Sicherungsausfälle kommen immer mal wieder vor: »Es gibt keine Technik«, so Kortz, »die störungsfrei läuft.«
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