Sausteg wird verlegt

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Der Erhalt der historischen Fußgängerbrücke ist beschlossene Sache

Gut 100 Jahre hat er bereits auf dem Buckel. Jetzt werden weitere hinzukommen: Der Sausteg bleibt den Oberkirchern erhalten. Eine Verlegung der historischen Fußgängerbrücke vom Schwimmbad in den Bereich des Friedhofs ist aber beschlossene Sache.

 

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/20604_1.jpgDie Stadt greift für den Erhalt des Saustegs tief in die Tasche: Rund 75 000 Euro lässt sich Oberkirch die Verlegung und Sanierung der alten, aber umso beliebteren Fußgängerbrücke kosten Bei zwei Gegenstimmen (Eveline Seeberger und Hermann Huber/beide CDU) und drei Enthaltungen der SPD stimmte der Gemeinderat am Montagabend mehrheitlich für die Versetzung der Stahlkonstruktion, die in Zukunft die Überquerung der Rench im Bereich der Tennisplätze zum gegenüberliegenden Friedhof ermöglichen soll.
Neue Renchbrücke
Die neue Renchbrücke ist das Kernstück der Querspange Ost. Die Stadt baut sie im Zuge der Umfahrung Oberkirch/Lautenbach als Verbindung von alter und neuer B 28 im Bereich von Schwimmbad und Koehlersiedlung. Die unmittelbare Nähe der Brücke zum Sausteg machte die neuerliche Diskussion über das Schicksal des Saustegs nötig. Zwar war auch der Erhalt des Stegs an Ort und Stelle eine Alternative: Da eine Sicherung des Bauwerks hier aber bereits 40 000 Euro verschlungen hätte und es von der neuen Renchbrücke praktisch zugedeckt worden wäre, war die überwiegende Anzahl der Oberkircher Volksvertreter der Ansicht, dass die Verlegung zum Friedhof hin die sinnvollste Lösung ist.
Damit verabschiedete sich der Rat auch von der Alternative, den Sausteg in den Bereich des Hans-Furler-Gymnasiums (HFG) zu verschieben. Dieser Wunsch war in der Vergangenheit von Schulleitung und dem Ex-TVO-Chef Hans-Jürgen Ziegler geäußert worden. Eine Verschrottung des Sausteg war dagegen nur für Eveline Seeberger die richtige Lösung. Ihre Begründung: nicht für Gehbehinderte geeignet, kein Gegenverkehr möglich, zu hohe Kosten

Die überwiegende Zahl der Stadträte machte sich für die Friedhof-Variante stark, »wenn die Kosten vertretbar sind«, bejahte CDU-Fraktionschef Michael Braun diese Position. »Der Sausteg gehört einfach zu Oberkirch«, unterstrich FWV-Fraktionsvorsitzender Rudolf Hans Zillgith, der auch die Verlegung unterstütze, da der Steg nicht zur wenige Meter entfernten neuen Renchbrücke gepasst hätte. Zillgith sprach sich zudem dafür aus, auch über eine Brücke beim HFG nachzudenken (»Wenn wir mal Geld haben«). Der Sausteg sei zu schmal und dort nicht die geeignete Überquerungshilfe: »Kinder verhalten sich in der Summe anders.«
Gegen Verschrottung
Bei der SPD herrschte Einigkeit: »Wir wollen nicht, dass der Sausteg verschrottet wird«, sagte Fraktionschef Hans-Jürgen Kiefer. Ein Erhalt am jetzigen Platz bringe nichts: »Er wird von der neuen Brücke optisch erschlagen.« Lediglich über den künftigen Standort war sich die SPD noch unschlüssig und beantragte deshalb eine Vertagung dieser Entscheidung.
Davon hielt die Ratsmehrheit aber nichts: Man habe jetzt dreimal nichtöffentlich über das Thema beraten, betonte etwa Birgitt Reinfarth und plädierte für die Friedhof-Variante. Georg Wolf (CDU) erinnerte an das wasserrechtliche Verfahren, dem OB Matthias Braun allerdings optimistisch gegenübersteht: »Ich bin davon überzeugt, dass wir das an beiden Standorten hinbekommen.«

HINTERGRUND
Sausteg
Die Verlegung des Saustegs ist seit fast drei Jahren Gesprächsthema in Oberkirch – ein hoch emotionales dazu. Der Steg stellt seit Jahrzehnten eine wichtige Verbindung für Fußgänger von Hesselbach in die Innenstadt dar. Mit dem Neubau einer großen Renchbrücke, vergleichbar mit der Matthias-Erzberger-Brücke im Gewerbegebiet Stadtmatt, rund zehn Meter vom Sausteg entfernt, wird es auch künftig für Fußgänger und Radfahrer eine Querungsmöglichkeit in diesem Bereich geben. Der Erhalt der am Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Stahlkonstruktion ist der Mehrzahl der Oberkircher dennoch wichtig. Die Stadt hat den Sausteg deshalb mehrfach sanieren lassen – zuletzt stand 2002 die Generalüberholung an. Da wurde die gut fünf Tonnen schwere Konstruktion komplett abgebaut, die Stahlteile nach Friesenheim zur Entrostung geschafft. Gleichzeitig bekam die Brücke neue Holzbohlen. Kostenpunkt der Aktion: 50 000 Euro.

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Der Oberkircher Sausteg wird in Richtung Tennisanlage verlegt und verbindet künftig die beiden Renchufer in Höhe des Friedhofs. Wir haben die Verlegung auf einer Fotomontage schon einmal vorweggenommen.

 

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Veröffentlicht in Oberkirch

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