Renchtäler Heimatlied für 20 Stimmen komponiert

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Klaus-Dieter Ruf vertonte das Lied von Karl Ebert

Oberkirch. Große Resonanz erfuhr Klaus-Dieter Ruf, Vorsitzender des Musikvereins Zusenhofen, nach der Uraufführung des Renchtäler Heimatliedes im Rahmen des Seniorennachmittags. »Es ist eine einfache Melodie, die gut ins Ohr geht«, erzählt er. Für ihn bedeutete jedoch auch die einfache Melodie viel Arbeit und Können. Nachdem er gemeinsam mit Autor Karl Ebert vergeblich nach einem Komponisten gesucht hatte, nahm er selbst die Feder in die Hand. Er schrieb 20 Stimmen – die Partitur für eine komplette Blaskapellenbesetzung. Beim Arrangement half ihm der Oberkircher Musiker Walter Tuschler. »Es hat einige Monate gebraucht, bis das Stück fertig war«, erzählt Ruf. Nicht zuletzt, da Ebert das Heimatlied seit der ersten Niederschrift vor einem Jahr um einige Verse ergänzte. Nun beschreiben die 17 Strophen alle Gemeinden und Ortschaften im Renchtal.

 

Renchtäler Heimatlied

 

1 Die Sonne strahlt am Schwarzwaldkamm
Auf stille Wälder überall.
Nur wild durchtost die Felsenklamm
Der Allerheiligen-Wasserfall

2 Der Kranke steigt ins Kurheilbad
In Griesbach oder Peterstal
Und schreitet dann gestärkt den Pfad
Zum Wandern über Berg und Tal

3 Die Fastnacht tobt in Oppenau
Mit Narrenpuppen in den Bäumen.
Doch Waldesruh im Himmelblau,
Das muss kein Kurgast hier versäumen.

4 Die Kirche steht am Straßenrand
Verträumt im stillen Lautenbach,
Birgt stolz von alter Meisterhand
Ein Kleinod unter ihrem Dach.

5 Der Löwe über’m Brunnen wacht
In Oberkirch, der Stadt des Weins.
Der Altstadtbach rauscht in der Nacht
Im Silberlicht des Mondenscheins.

6 Von Schauenburg bis Fürsteneck:
Verklungen sind die Ritterlieder.
Die Weiße Frau schleicht ins Versteck,
Die alte Zeit kehrt niemals wieder.

7 In Gaisbach schrieb ein kleiner Wirt
Von Krieg und Heimat in den Pausen,
Noch unerkannt und unbeirrt:
Der große Dichter Grimmelshausen

8 In Ödsbach fehlt der Lärm der Welt,
Dafür gibt’s echte Tradition.
Der Wald verlangt kein Eintrittsgeld:
Erholung ist ein guter Lohn

9 Von Ringelbach bis Bottenau
Da wächst der Wein am Bergeshang.
Genießer gehn im Morgentau
An Badens Weinstraße entlang.

10 Vom ersten Machtzentrum des Tals
Blieb nur noch Tiergarten allein.
Die Ullenburg versank damals,
Ihr Schlossberg trägt nur noch den Wein

11 In Haslach unterm Ulmhard sieht
Der Winzer stolz sein Tagewerk.
Ein Name durch die Lande zieht:
Der Riesling von dem Klingelberg

 

12 In Ulm und um ganz Ulm herum
Beginnt ein anderes Revier.
Freund Bacchus nimmt es nicht so krumm,
Der Ulmer trinkt sein Ulmer Bier.

13 Der Weg nach Stadelhofen führt,
Wo’s Plastikentenrennen tobt,
Wo König Fußball stets regiert
Und jedermann das Schlachtfest lobt.

14 In Nußbach stand von Alters her
Ein Königshof vor tausend Jahren,
Wo heut im Sonnenblumenmeer
Die Rennmaschinen fröhlich fahren.

15 Ganz Erlach hockt am Baggersee
Und feiert fröhlich in die Nacht:
Das Dorfverschönerungskomitee
Hat einen Ersten Preis gebracht.

16 Für Grimmelshausen war es klar:
Zehn Kinder brauchen täglich Brot
Weil er in Renchen glücklich war,
Blieb er hier Schultheiß bis zum Tod.

17 Wenn Zusenhofens alte Lind
Sich sanft bewegt im Abendwind,
Grüßt fern schon Straßburg dort am Rhein:
Wir wollen alle Freunde sein.

Refrain:
Schon zu der Zeit von Grimmelshausen galt:
Im Renchtal gibt’s nicht nur den grünen Wald.
Die Bäder halten alte Knochen jung,
Der edle Wein bringt auch das Herz in Schwung.

 

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Veröffentlicht in Erlach

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