»Renchtal GmbH« in Warteschleife
Entscheidung über Tourismuskooperation vertagt / Oberkirch verhandelt Konus nun im Paket mit
Die Entscheidung über die Gründung der »Renchtal GmbH« in den Gemeinderäten ist auf Ende November verschoben worden. Der Grund: Es sind noch nicht alle Fragen geklärt. Die Kommunalpolitiker sind aber zuversichtlich, dass die Tourismuskooperation von Oberkirch, Lautenbach und Oppenau zustande kommt.
Eigentlich hatten die Gemeinderäte von Oberkirch, Lautenbach und Oppenau gestern Abend fast zeitgleich über die Tourismuskooperation der drei Gemeinden befinden sollen. Lautenbach hatte deshalb sogar extra seine Sitzung um einen Tag vorverlegt. Zum parallelen Jawort in den Gremien kam es nicht Die drei Bürgermeister hatten am Morgen beschlossen, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen. Auf wessen Initiative das geschah, ließen die Beteiligten offen.
Auf die Frage, wer seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, wollte Oberkirchs Oberbürgermeister Matthias Braun nicht eingehen. Es habe sich »weiterer Gesprächsbedarf mit künftigen Gesellschaftern« ergeben, begründet er. Am Zeitplan, die Gesellschaft zum 1. Januar 2011 zu gründen, könne aber festgehalten werden.
Gesellschafter sind neben den drei Kommunen auch private und gewerbliche Gesellschafter, zum Beispiel die Gastwirte. Sie sind betroffen von weiteren Punkten, die in Oberkirch nun am 22. November parallel mit dem Beitritt zur »Renchtal Tourismus GmbH« verhandelt werden sollen: die Einführung einer Kurtaxe und des Modells Konus, das Gästen die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ermöglicht. Kostenpunkt für die Stadt: 40 000 Euro.
»Die Zusage ist da, dass Konus in Oberkirch eingeführt wird«, erläutert OB Matthias Braun auf ARZ-Anfrage. Es sei sinnvoll, beides parallel zu behandeln. Über die Feindetails müsse man noch einmal reden und mit den Wirten einen Beschluss fassen.
Die anderen Gemeinden hatten es von Beginn an zur Bedingung für eine Kooperation gemacht, dass alle Teilnehmer Konus beitreten
In Oppenau gilt das Modell seit Jahren, Lautenbach hatte das Modell im Mai eingeführt und zur Gegenfinanzierung die Kurtaxe für die Gäste erhöht. Dieses Modell könnte auch in Oberkirch aktuell werden. Wie sie ausfallen soll, dazu will sich Braun erst im Gemeinderat äußern.
Der Oberbürgermeister hält die Verschiebung für »sinnvoll«, da auch einige andere Informationen noch ausstünden. Er glaubt nicht, dass das Thema Kooperation voreilig auf der Tagesordung des Gemeinderates gelandet war. »Wir hätten auch heute entscheiden können.«
Der Gesellschaftervertrag, den die drei Gemeinden seit November 2009 vorbereitet und ausgehandelt haben, soll allerdings nicht mehr aufgedröselt werden. Das bestätigte Matthias Braun ebenso wie der Vorsitzende der Oberkircher CDU-Fraktion, Michael Braun. Beide sind zuversichtlich, dass die »Renchtal GmbH« wie geplant gegründet wird. »Es gibt keine Differenzen zwischen den Gemeinden«, so Michael Braun. Die GmbH komme zu »99,9 Prozent«. »Ganz sicher« ist sich der OB: »Wir sind weit vorangekommen, der Wille ist da.«
Ab 1. Januar 2011 sollen die Tourismus-Informationen von Lautenbach, Oppenau und Oberkirch fusionieren. Die Fragezeichen, die bei der GmbH-Gründung aufgetaucht sind, wollen die Gemeinden bis Ende November beseitigen.
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