Renchflutkanal wird saniert

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Ziel der 600 000 Euro teuren Maßnahme: »Hundertjährlicher« Hochwasserschutz für die Kommunen

Das Regierungspräsidium setzt die Sanierung des Renchflutkanals im Maiwald fort. Aktuell wird zwischen der Bannfurter Brücke und der Einmündung des Acherflutkanals gearbeitet. Voraussichtlich bis Ende Oktober ist der Abschnitt fertig.

 

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/15003_1.jpgSeit 2006 arbeitet das Regierungspräsidium Freiburg an der Erhöhung und Verstärkung der 16 Kilometer Deiche des Renchflutkanals zwischen dem Regulierwehr Renchen/ Wagshurst und dem großen Absturzbauwerk bei Memprechtshofen Nun wird in einem weiteren Bauabschnitt zwischen der Bannfurter Brücke und der Einmündung des Acherflutkanals auf einer Länge von 2500 Meter die Sanierung weitergeführt. Die soeben begonnene Maßnahme soll bis Ende Oktober fertig gestellt werden und kostet 600 000 Euro, heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums in Freiburg.
Doppeltrapezprofil
Der Renchflutkanal leitet das Hochwasser der Rench von seinem Beginn in Erlach bis zur Mündung in den Rhein. Er wurde im Zuge der Acher-Rench-Korrektion errichtet und ist ein Gewässer I. Ordnung, das heißt für Unterhaltung und Ausbau ist das Land – hier der Landesbetrieb Gewässer beim Regierungspräsidium Freiburg zuständig. Das Doppeltrapezprofil sichert seit 50 Jahren den Hochwasserschutz für die Siedlungen in der Oberrheinebene. Mehrere große Hochwasser haben indes auch Schwachpunkte aufgezeigt.
Wie Bernhard Burkart, Leiter des Referats Gewässer, Planung und Bau, mitteilte wird mit dem jetzigen Hochwasserschutzkonzept das Ziel verfolgt für die Anliegerkommunen an Acher und Rench (dies sind unter anderem Lautenbach, Oberkirch, Renchen, Achern und Rheinau) einen hundertjährlichen Hochwasserschutz zu erreichen. Eine der erforderlichen Maßnahmen ist die Erhöhung der Abflussleistung Renchflutkanals zwischen dem Regulierwehr Renchen/Wagshurst und dem Absturzbauwerk bei Memprechtshofen

Das Regierungspräsidium Freiburg, Landesbetrieb Gewässer hat seit 2006 in der ersten Sanierungsstufe vorbereitend für die weitere Verstärkung auf der Landseite des bestehenden Deichs eine 10 Meter breite und i. M. 60 Zentimeter mächtige Kiespackung eingebracht und einen neuen Entwässerungsgraben errichtet. Dabei wurde das im Zuge der Sanierung des Memprechtshofener Baggersees gewonnene Kiesmaterial (120 000 Kubikmeter) weiter verwertet. Zudem noch weitere Vorarbeiten notwendig, welche sich bis 2009 erstrecken werden. Voraussichtlich ab 2010 kann dann mit der eigentlichen Sanierung begonnen werden. Für die Deichverstärkung werden auf der gesamten Länge zwischen dem Regulierwehr Renchen/Wagshurst und dem Absturzbauwerk bei Memprechtshofen rund 500 000 Kubikmeter Erdmaterial benötigt.
Verbesserter Schutz
Erst wenn der Ausbau für den gesamten Abschnitt des Renchflutkanals abgeschlossen ist, kann die bereits genehmigte Änderung des Einsatzes der Hochwasserrückhaltebecken vollzogen werden und erst dann haben die Anlieger auch die Vorteile des verbesserten Hochwasserschutzes. Da Mittel sind knapp, der Investitionsbedarf liegt bei weiteren 6 Millionen Euro. Derzeit wird noch von weiteren vier Jahren Bauzeit ausgegangen.
Das Regierungspräsidium bereitet derweil bereits das nächste Projekt vor. Für den Ausbau der Acher unterhalb Achern (diese ist unterhalb der Bahnlinie ebenfalls Gewässer erster Ordnung) werden derzeit die Planunterlagen fertig gestellt. Hier soll Anfang 2009 die Planfeststellung beantragt werden.

HINTERGRUND
Die Sanierung des Renchflutkanals für weitere 600 000 Euro
Die Acher-Rench-Korrektion ist – nach dem Integrierten Rheinprogramm – die aufwändigste, zusammenhängende wasserwirtschaftliche Maßnahme in Baden-Württemberg.
Sie wurde in den Jahren 1936 bis 1967 vom Land realisiert. Hieran haben sich die damals noch mehr als 60 selbstständige Gemeinden des Gebiets zwischen Offenburg und Baden-Baden im Rahmen des Vorteilsausgleiches an der Kostentragung beteiligt. Nach heutigen Preisen würde der Neubau der Acher-Rench-Korrektion etwa 400 Millionen Euro kosten, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Regierungspräsidium Freiburg.
Um erkannte Schwachstellen zu beseitigen und den heutigen Zielsetzungen des Hochwasserschutzes und der Gewässerentwicklung gerecht zu werden, hat das Land 2002 im Rahmen des Hochwasserschutzprogramms Baden-Württemberg für die Acher-Rench-Korrektion ein Gesamtpaket von Maßnahmen zusammengestellt, welches sich einschließlich der in den letzten zehn Jahren bereits realisierten Maßnahmen nach heutigem Preisstand auf rund 50 Millionen Euro beläuft. Die Kosten für die Sanierung und Erneuerung der Hochwasserrückhaltebecken Holchen, Hürben, Mührig betrugen sechs Millionen Euro, diese wurde von 1999 bis 2003 ausgeführt. Die Sanierung der Flußdeiche am Renchflutkanal vom Regulierwehr bis Memprechtshofen wurde vom Landratsamt Ortenaukreis mit Planfeststellungsbeschluss vom Mai 2005 genehmigt. Die Sanierung mit Gesamtkosten von 9,5 Millionen Euro wird seit 2006 umgesetzt. Für Teilmaßnahmen wurden seither 2,6 Millionen Euro investiert, für den derzeit (im August 2008) beginnenden Bauauftrag werden weitere 600 000 Euro aufgewendet.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/15003_1.jpgAuf einer Gesamtlänge von 16 Kilometern werden die Flußdeiche am Renchflutkanal saniert. Kosten: 9,5 Millionen Euro.

 

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Veröffentlicht in Erlach

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