»Nachfragen haben uns überrollt«
Marcus Jogerst über die ersten Wochen im Seniorenhaus Renchen und den Tag der offenen Tür
In den vergangenen Wochen hatten die Bewohner des Renchener Seniorenhauses Zeit, sich einzuleben. Im zweiten Monat, in dem die Einrichtung in Betrieb ist, öffnet Hausleiter Marcus Jogerst deren Pforten. Bei einem Tag der offenen Tür können sich interessierte Bürger am 19. August umsehen und informieren Ehrengast ist Ursula Lehr. Die ehemalige Bundesgesundheitsministerin wird einen Vortag übers Älterwerden halten.
Ω Das Seniorenhaus Renchen ist nun den zweiten Monat in Betrieb. Läuft alles wie Sie sich das vorgestellt haben?
Marcus Jogerst: Wir haben es bisher geschafft, unsere Konzeption mit den Wohnküchen umzusetzen. Die frisch gekochten Mahlzeiten und das spätere Aufstehen und Zubettgehen kommt sowohl bei den Angehörigen als auch bei den Bewohnern gut an. Die Atmosphäre im Haus ist positiv. Wir haben allerdings auch mit normalen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, manche Strukturen müssen halt erst geschaffen werden und/oder überarbeitet werden.
Ω Sind alle Arbeiten mittlerweile abgeschlossen oder ist noch etwas zu tun – ich denke dabei vor allem an den Außenbereich?
Jogerst: Im Innenbereich sind weitgehend alle Arbeiten abgeschlossen. Einige Detailarbeiten, wie zum Beispiel das Aufmalen der Bordüren in den Hausgemeinschaften, müssen noch durchgeführt werden. Alles aber Dinge, die das Wohnen im Haus nicht mehr stören. Im Außenbereich mussten wir bisher aufgrund der heißen Temperaturen auf unsere Bäume und Sträucher und leider auch die Pflanzen im Rosengarten verzichten. Diese werden im Spätjahr eingebracht.
Ω Sie hatten mal daran gedacht, das Dach der Parkgarage als Terrasse zu nutzen. Sind diese Pläne noch aktuell?
Jogerst: Diese Pläne sind noch aktuell und auch relativ weit gediehen, aber auch hier gilt, dass wir diese Arbeiten erst im Spätjahr angehen werden. Wir haben im Moment alle Hände voll zu tun mit den Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür und den Einzügen in unser Haus.
Ω Wie schaut es mit der Belegung aus?
Jogerst: Wir sind von der Nachfrage nach unseren Betreuungsplätzen regelrecht überrollt worden. Aktuell sind im Haus noch zwei Plätze in den Hausgemeinschaften für somatisch pflegebedürftige Menschen frei. Wenn diese belegt sind, wird unsere Hausgemeinschaft für demenziell erkrankte Menschen eröffnet. Dann wird es im Haus einige Umzüge in diese Hausgemeinschaft geben und die frei gewordenen Betreuungsplätze werden dann belegt. Wir haben allerdings jetzt schon insgesamt fünf Anmeldungen zum 1. September bzw. 1. Oktober.
Ω Aus welchem Einzugsgebiet kommen die Senioren?
Jogerst: Die meisten Menschen, die bei uns einziehen, haben eine Verbindung nach Renchen. Viele sind aus anderen Pflegeeinrichtungen wieder nach Hause gekommen. Andere haben hier Angehörige, die nun ihre pflegebedürftigen Angehörigen wieder in der Nähe besuchen können. Letzte Woche hatten wir einen Einzug aus dem Allgäu.
Ω Haben Sie schon Resonanz bekommen, wie wird die Einrichtung in Renchen aufgenommen?
Jogerst: Das sollten Sie die Bürger hier in Renchen fragen. Ich habe bisher nur positive Resonanz bekommen, wenn man mal von zwei Anregungen wegen kleinerer Dinge absieht. Ich freue mich über jede auch kritische Resonanz, hilft sie uns doch, unsere Dienstleistungsqualität zu verbessern.
Ω Am 19. August findet ein Tag der offenen Tür statt. Was erwartet Bewohner und Besucher?
Jogerst: Wir hatten eigentlich geplant, zwei Hausgemeinschaften der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen. Können dies jetzt aber nicht mehr machen, da nur noch eine Hausgemeinschaft frei ist, die aber auch zugänglich sein wird. Die anderen beiden Etagen sind nur in kleinen geführten Gruppen zu sehen. Schließlich würde man ja zu Hause auch keine fremden Gäste ohne Begleitung in die eigene Wohnung lassen. Den ganzen Tag über wird es ein Programm geben – auch für Kinder, etwa mit Schminken und Hüpfburg. Der Höhepunkt ist der Vortrag unserer ehemaligen Bundesgesundheitsministerin Ursula Lehr.
Tag der offenen Tür
Das Seniorenhaus Renchen öffnet am Samstag, 19. August, für alle Interessierten seine Pforten. Bei einem Tag der offenen Tür gibt es Führungen durch die Einrichtung, Informationsstände von Kooperationspartnern und ein Programm für Kinder. Hier das Programm im Überblick:
9.30 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst im Lorenzsaal mit Pfarrerin Dagny von der Goltz, Pfarrer Albert Lehmann und dem Renchener Kirchenchor.
11 Uhr: Vortrag »Die Kunst des Älterwerdens in einer Gesellschaft des langen Lebens« von Ursula Lehr, ehemalige Bundesgesundheitsministerin und Altersforscherin.
12.30 Uhr: Mittagessen, bei dem die Kibb’l Schisser, die Feuerwehr und der Förderverein für pflegebedürftige Menschen in Renchen bewirten.
14 Uhr: Konzert mit dem Musikverein Erlach.
15 Uhr: Kaffee und Kuchen sowie eine Weinprobe auf dem Sonnenblumendach vom Weingut Bimmerle.